Nov 082014
 
Stepper Logo

Mit dem 2014er Streetstepper RS20 wurde gestern die 2000km Marke geknackt. Wenngleich 2000km für ein normales Fahrrad keine großartige Laufleistung ist, so ist das beim Stepper dennoch bemerkenswert. Bei den beiden Vorgänger-Steppern (verschiedene Hersteller) waren spätestens bei 1500km Fahrleistung jeweils belastungsbedingte Antriebsschäden aufgetreten, die sich nach den Reparaturen wiederholten oder andere Folgeschäden nach sich zogen, obwohl ich die Fahrzeuge zunehmend im Schonbetrieb fuhr, also größere Steigungen und hohe Belastungen vermied. Keinem der beiden Vorgänger war insofern eine lange Nutzungsdauer beschieden.

Streetstepper RS20 am Deckenhaken

Streetstepper RS20 am Deckenhaken


Anders beim neuen RS20: dieses Fahrzeug wurde zu keinem Zeitpunkt geschont, sondern sogar erheblich sportlicher eingesetzt als die Vorgänger. Neben dem Bergsprint beim ersten Tiroler Streetstepper-Bewerb im Ötztal gab es eine Glocknerstraßenfahrt sowie die regelmäßigen Fahrten in den niederbayerischen Hügeln mit Steigungen bis 15%, kleine Rampen sogar bis 20%. Dem Antrieb des RS20 konnte das alles bisher nichts anhaben. Es mussten bisher keine kraftübertragenden Teile des Antriebs getauscht werden. Am Fahrzeug ist kein belastungsbedingter Verschleiß erkennbar.

Gründe für dieses erfreuliche Ergebnis können sein, daß der neue Antrieb von vornherein auf Reduzierung der auftretenden Spitzenkräfte hin konstruiert ist (Flaschenzug-Umlenkrollen, Hebelverhältnisse), die seitlichen Primärketten direkt über den Sperrfreiläufen statt seitlich versetzt laufen (Sperrklinkenbelastung), und der Rahmen selbst an der zentralen hochbelasteten Stelle der Umlenkung massiv verstrebt ist, bzw. die Richtung der einwirkenden Kraft aufgrund des Umlenkrollenmechanismus beim Hinuntertreten der Pedale mitdreht, es also keine vordringlich materialermüdende Belastungsrichtung mehr gibt.
Und ebenfalls erfreulich: bis heute verursacht der RS20 keine Antriebsnebengeräusche, wie man sie bei beiden Vorgängern hatte und nur mittels ständiger Pflege minimieren konnte.
Ich denke, man darf diesem aktuellen Modell guten Gewissens das Attribut zuverlässig verleihen.
Vielleicht wäre es voreilig, jetzt bereits große Töne zu spucken. Wenn das aber weiterhin so gut läuft, dann vergleicht sich die Zuverlässigkeit des neuen Stepperantriebs und des gesamten Fahrzeugs mit der Zuverlässigkeit herkömmlicher hochwertiger Fahrräder. Und damit stünde auch einem Urlaubstoureneinsatz nichts mehr im Wege.

Nov 022014
 
MTB Logo

Heute nahm ich mir endlich wieder einmal die Zeit, an einer heimischen Mountainbikerunde mit Rottal-Total.de und Freunden teilzunehmen. 10 Fahrer/innen starteten bei neblig schönem Herbstwetter unter der Führung von Franz. Auf wunderschönen Trails und Waldwegen ging es etwa 20km durch die Wälder und Wiesen um Bad Griesbach. Es gab immer wieder kurze aber steile Anstiege und sehr rutschiges, verwurzeltes, schlammiges Terrain. Also man hatte zu tun, und wir hatten unseren Spaß.

Herbst

Herbst

Tourguide Franz ist angeblich um die 70. Ich hätte das nicht bemerkt und kann es ehrlichgesagt auch fast nicht glauben. Respekt.

Die Bilder der Galerie bringen die herbstlichen Eindrücke gut rüber. Einige dieser Tourfotos stammen von Rottal-Total.de. Das steht dann beim Bildkommentar dabei. Danke, daß ich die Bilder hier verwenden darf!

Mehr Bilder gibts bei Rottal-Total.de auf Facebook. Auch ich bedanke mich bei Franz und seiner Crew für diese wunderschöne Herbsttour.

Das offizielle Rottal-Total.de Wildbike Trikot

Das offizielle Rottal-Total.de Wildbike Trikot

Okt 032014
 
Garagenlogo

Beim beruhigenden abendlichen Prüfen und Nachzentrieren einiger kürzlich gebauter Laufräder entstand vorhin dieses hübsche Bild in leider schlechter Smartphonequalität: alles Radgröße 406mm (“20 Zoll”), davon 6 Serienlaufräder. Der Rest ist selbst eingespeicht.

Fahrradlaufräder in Radgröße 406mm

Fahrradlaufräder in Radgröße 406mm


Zu sehen sind die Serienräder des Tern X10 (orange, 14×406) und des Tern P9 (unten mitte, weiß, 406×17), sowie die unbenutzten Serienräder des Streetstepper RS20 (unten links und rechts außen in schwarz). Links und rechts hängen zwei momentan unbenutzte 28 Loch Kinetix Comp Felgen in 406×17. Ansonsten sind das zwei Nabendynamo-Eigenbauradsätze fürs Verge X10 (weiß, Nr.1 und 4 ganz oben) und P9 (silber, unten rechts), ein schmaler Radsatz für den Streetstepper (weiß mit Bremsscheibe bzw. Nr.2 ganz oben), das Nabendynamo-Vorderrad für ebendiesen (Nr.3 ganz oben) und das Alfine Hinterrad fürs Tern (unten links vorne).
Das schöne schwarze Streetstepper RS20 Hinterrad mit der DT350 Straight Pull Nabe ist leider nicht mit drauf.
Die Touren-Laufräder für die Tern Klappräder sind ständig in Benutzung. Die orangen Leichtlaufräder (Vorderrad 450g!) hingegen verwende ich nur gelegentlich für schnelle lokale Runden ohne Gepäck. Das Alfine Hinterrad fürs Tern war ein geglücktes Experiment und funktioniert einwandfrei, aber ich verwende es nur sehr selten, da ich dafür jedesmal die gesamte Schaltung umbauen muß. Den schmalen Radsatz für den Streetstepper hatte ich ursprünglich mit den beiden schwarzen Felgen links und rechts für den Ötztaler Bergmeister gebaut, und ihn später mit weißen Felgen umgespeicht. Dieser Radsatz wird seltener verwendet, ich werde ihn aber sicherlich noch brauchen.

Mein bisheriger Favorit ist das unten abgebildete leichte 20 Speichen Rad, das ich als Vorderrad für den Stepper gebaut hatte. In obigem Bild ist es die Nr.2 der oberen Reihe.

Kinetix Comp 406x17 mit Novatec Superlight Race Nabe

Kinetix Comp 406×17 mit Novatec Superlight Race Nabe


Dicht folgt in der Rangliste das neue SON XS Rad fürs Tern, zu sehen als Nr.1 der oberen Reihe, sowie das weiße Scheibenbrems-Hinterrad für den Streetstepper mit der feschen weißen SRAM X.9 Nabe.
Technisch am interessantesten ist sicherlich der extrem leichte Kinetix Pro Serienradsatz der Tern Verge X10, in oberem Bild anhand der orangen Felgen klar erkennbar.

Sep 302014
 
Verge X10 Logo

Der “neue” SON XS Nabendynamo ist da. 2012 hatte ich mir den klassischen alten silbernen SON XS mit 74mm Achsbreite fürs Tern Verge X10 gekauft. Unmittelbar nach dem Kauf war dann die wunderschöne neue Version für Radialspeichung auf den Markt gekommen, so daß ich mich damals über meinen voreiligen Kauf etwas geärgert hatte. Schmidt Nabendynamos sind zu teuer für leichtfertiges Teilejonglieren. Das bisherige XS Nabendynamo Laufrad wandert nun aber ins Verge P9, und ich habe mir folglich die aktuelle XS Version nun doch noch geleistet.

Nabendynamo SON XS neu

Nabendynamo SON XS neu (360g) für radiale Speichung mit 20 Speichen

Laufradbau

Das fertige Rad aus dem SON XS, einer Kinetix Comp 17×406 Felge sowie 20 schwarzen geradköpfigen Sapim Laser Speichen hat 820g und sieht so aus:

Nabendynamo SON XS eingespeicht

Der elegante und leichte Nabendynamo SON XS eingespeicht in eine Kinetix Comp 20 Loch Felge


Beim Laufradbau verfährt man mit dieser Nabe etwas anders als gewohnt: die Speichen werden zunächst lose in der Felge verschraubt. Nach kurzem Experimentieren erkennt man, wie weit man die Nippel bereits aufschrauben muß, damit gerade genug Spiel für den nächsten Arbeitsschritt verbleibt: jetzt werden die Speichen einer Seite rundum in den Nabenschlitzen eingehängt. Man dreht die Nippel ggfs. gleichmäßig noch etwas weiter an, so daß nurmehr minimales Spiel bleibt, und die Speichen nicht mehr leicht aus den Schlitzen herausfallen. Dann dreht man das Rad um und verfährt auf gleiche Weise mit der zweiten Seite. Dann bringt man sorgsam alle Speichen möglichst gleichmäßig auf die initiale Spannung. Ab dann arbeitet man im Zentrierständer und optimiert in mehreren iterationen Seitenschlag, Höhenschlag und Speichenspannung. Dies geht sehr direkt und insofern recht schnell, allerdings darf man sich keine gröberen Fehler dabei erlauben, sonst hat man sofort starke Speichenspannungsunterschiede.

Interessant war bei diesem Laufradbau für mich auch, daß die Speichen bei den allerersten Schritten viel zu lang zu sein schienen. Nach dem Zentrieren zeigte sich dann, daß sie gerade lang genug waren: die Speichen enden am Grund des Nippelschlitzes.

Der neue Radsatz im Tern Klapprad eingebaut

406mm Laufrad mit SON XS neu und Kinetix Comp 20 Loch Felge

406mm Laufrad mit SON XS neu und Kinetix Comp 20 Loch Felge

Dann wurde das Vorderrad mit Felgenband und Bereifung eingebaut und elektrisch angeschlossen: alles funktioniert wie gewünscht. Das Hinterrad wurde mit dem gleichen Felgentyp und einer Novatec Superlight Race Nabe mit 28 Loch verspeicht, ebenfalls unter Verwendung schwarzer Sapim Laser Speichen, hier aber mit konventionellen abgewinkelten Speichenköpfen.

Laufrad aus Novatec Superlight Nabe und Kinetix Comp 28 Loch Felge

Laufrad aus Novatec Superlight Nabe und Kinetix Comp 28 Loch Felge

Dieser neu aufgebaute Laufradsatz ist wie schon mein bisheriger Tourenradsatz in erster Linie für Alltags- und Tourenfahrten mit oder ohne Gepäck oder Navi bzw. Smartphone gedacht und verträgt auch mal schlechtere Straßen, wenn es sein müsste.
Der serienmäßige filigrane Kinetix Pro Leichtradsatz kommt nur gelegentlich für schnelle lokale Runden ohne Gepäck und Anbauteile zum Einsatz. Hier ist mir das Risiko von Speichenbrüchen aufgrund meines Körpergewichts bzw. Schlaglöchern usw. in Verbindung mit der sehr reduzierten Speichenanzahl etwas zu hoch für alltäglichen Einsatz.

Sep 162014
 
KTM Freeride Ladeanzeige - Foto (c) KTM, Fotograf Mitterbauer H.

KTMs elektrisch angetriebene Sportenduro, die Freeride E wird nach mehrmaligem Aufschub jetzt endlich käuflich für Normalmenschen: http://www.ktmfreeride-e.com/.
[Der Begriff “Normalmenschen” steht hier allerdings nicht in Relation mit dem Kaufpreis, um gleich Mißverständnisse zu vermeiden.]

Zwei ausgiebige Testfahrten (siehe Fahrbericht 1 und Fahrbericht 2) im E-Cross Center in Munderfing haben mir längst eindrucksvoll gezeigt, daß das für mich die Zukunft des Endurofahrens wird. Es ist nicht nur sehr smart und cool, sondern hat ein paar echte Vorteile gegenüber Enduros mit herkömmlichen Explosionsmotoren. Man hat weniger bewegte Teile, weniger Motorwartung, kaum Warmfahren, einige Verschleißstoffe weniger (Luftfilteröl beispielsweise) und auch keine Kupplung. Dafür immer Kraft, unabhängig von der Drehzahl, immer perfekte Dosierbarkeit und Traktion, keine Schalterei, kein Gewürge. Das alles macht das Fahren unter schwierigen Bedingungen weniger mühsam. Alles in allem habe ich beim Offroadfahren damit mehr Spaß. Der weniger penetrante Motorklang ist eine sehr angenehme Draufgabe. Man ist allerdings auf eine Ladestromversorgung an den Strecken angewiesen, oder aber wird mehr als einen geladenen Akku mitnehmen müssen; am besten beides. Freies Endurofahren wird bedingt durch die Akkureichweite nur eingeschränkt möglich sein, genau wie die Anreise zu Endurostrecken mit der Enduro selbst.

Jedenfalls: sie kommt nach mehrmaligem Aufschub nun mit Pauken und Trompeten. Und sie kommt sowohl in einer Version E-SX (ohne Zulassung) als auch in der abgebildeten zulassungsfähigen Version E-XC mit Licht und Zündschloss. Zudem gibt es Ankündigungen einer Supermotoversion (Link zu moto.it) namens E-SM. Dank der strassenzugelassenen Version empfiehlt sich die Freeride nicht nur als Sportgerät, sondern nebenbei auch als praktisches und betriebsgünstiges Kurzstreckenfahrzeug im Alltag. Zumindest nehme ich stark an, daß abgesehen von den Stollenreifen nichts gegen eine solche Einsatzweise spricht. Bei dem Anschaffungspreis würde ich darauf nicht verzichten wollen, sondern den Komfort des elektrischen Fahrens auch im Alltag geniessen, soweit das im Rahmen der Möglichkeiten des Fahrzeugs liegt.

Alle Bilder dieses Blogartikels sind Pressebilder von KTM selbst, Fotograf Mitterbauer H., freundlicherweise von KTM zur Verfügung gestellt (alle Rechte bei KTM): bitte anschauen und genießen. KTM hat hier ein superschönes Offroadmotorrad gebaut.

Wo es weh tut

Ursprünglich war ein Preis von EUR 10.000 genannt worden. Lt. obiger Webseite sind es nun leider etwa 11.000 Eur geworden. Die E-XC kostet dabei 300 Eur mehr als die E-SX. Ich bin gespannt, welche Finanzierungs-/Leasingmodelle man anbieten wird, und ob sich für mich überhaupt jemals die Chance ergibt, sowas in die Garage zu stellen.
11000 Eur zzgl. NK für ein Offroadsportmotorrad erheben dieses selbst für langjährige reine Motorradfahrer und Endurofahrer zum Luxusgegenstand. Klar, der Preis hat sicherlich seine Rechtfertigung. Der Freeride E geht eine ungewöhnlich lange Entwicklungs- und Erprobungszeit voraus, und ich bin sicher, daß das Fahrzeug 100% ausgereift ist. Nur macht es das auch nicht einfacher, so viel Geld aufzustellen. Es tut mir weh, feststellen zu müssen, daß man es vorerst mit einem wunderbaren Spielzeug für Betuchte zu tun hat.
Es muß einem dabei allerdings bewusst sein, dass auch für aktuelle Sportenduros herkömmlicher Motorbauart recht hohe Preise aufgerufen werden. Sogar die aktuellen Zweitaktmodelle liegen beim Listenpreis teils zwischen 8000 und 9000 Eur.
Sofern sich irgendeine realistische Möglichkeit auftut, die Elektro-Freeride als normaler Hobbyist zu finanzieren, ohne in Privatkonkurs gehen zu müssen, werde ich begeistert einsteigen.