Apr 192014
 
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Heute beim Einkauf mit den Kindern im Spielwarengeschäft ist mir ein interessantes Fahrzeug untergekommen: dabei wurde ein Wippantrieb mit feinen Ketten und einem Umlenk- und Rückholmechanismus in einen Kickscooter eingebaut. Und das funktioniert gut, wie ich kurz ausprobieren durfte. Als Streetstepper Fan ist man von sowas naturgemäß allein schon aufgrund der Antriebsbauweise angetan. Das Fahrzeug hat übrigens auch eine seriös konstruierte Bremse mit Lenkerbetätigung.
Wipproller, Steproller, oder was?

Meinen ersten Kickscooter, ein “JDebug” hatte ich etwa so um anno 2000 rum (da waren die Dinger in) zu einem irrwitzigen Preis gekauft. Heute gibt es sie für wenige zig Euro im Discounter.

Der obige aufwendig gemachte Wipproller kostet jedenfalls deutlich weniger, als ich damals für meinen ersten Kickscooter berappen mußte. Das ist womöglich ein flinkes und praktisches Minimalgefährt und ggfs. sogar ein witziges Sportgerät, sofern die Räder sowie die Antriebsmechanik halten. Das müsste man langzeittesten.
Mit dem alten Kickscooter bin ich damals irrsinnig viele Kilometer gefahren, phasenweise täglich einmal quer durch München und zurück, auch “Trainingsrunden” bis zu 40km Länge. Dabei gab es aber regelmäßig Felgen- oder Reifenbrüche der damaligen winzigen 10cm Rollen.

Apr 172014
 
Garagenlogo

Hobby-Laufradbau – ich nenne es ohne Chauvinismus gern “Häkeln für Männer” – ist eine wunderbare und entspannende Tätigkeit und war von Anfang an ein regelmäßiges Thema in diesem Blog. Heute liefere ich aus Spaß an der Freude ein provisorisches Demovideo des Einziehens der Speichen. So wie es Tausende von Smartphone Unboxing Videos gibt, gibt es wohl auch ebensoviele ähnliche (oder bessere) Einspeichvideos, aber egal.
Gezeigt wird hier ein tangentiales Standardschema mit 28 Speichen, 2-fach gekreuzt. Es funktioniert exakt genauso für beispielsweise 32 oder 36 Speichen bei 3 oder 4 Kreuzungspunkten. Das Zentrieren des eingespeichten Rades wird später in einem weiteren Demovideo nachgereicht. Und wer Fotos gegenüber Video bevorzugt, hier habe ich früher mal eine entsprechende Fotostrecke angefertigt.
Viel Spaß allen LaufradbauerInnen!

Einige nachträgliche klärende Bemerkungen zum Video

  • Das gezeigte anfängertaugliche Verfahren orientiert sich an der bekannten Laufradbau-Seite von Sheldon Brown, auch in deutscher Sprache verfügbar. Nach etwa diesem Verfahren baue ich seit irgendwann grob so um 1995 meine Laufräder selbst.
  • Voraussetzung ist die Kenntnis der Abmessungen von Nabe und Felge (meist online recherchierbar), das Festlegen des gewünschten Speichenschemas (hier tangential mit 2 Kreuzungspunkten) und die Berechnung der nötigen Speichenlänge anhand der Abmessungen und des geplanten Schemas. Wer nach Speichenrechnern sucht, findet einen supernützlichen tollen Artikel im De-Velo Blog
  • 02:40Unterlegscheiben: diese Messingscheibchen verwende ich dann, wenn die Nabe relativ dünne Flansche hat und/oder relativ große Speichenlöcher. Man merkt es beim Einfädeln im Bereich des Speichenbogens, falls eher viel Spiel vorhanden ist. Bei dickem Nabenflansch bzw. kleinen (ggfs. bereits schön angefasten) Speichenlöchern lasse ich die Scheiben weg. Dies erkennt man zum einen optisch an der etwas trichterförmigen Form des Speichenlochs (Beispiel: Schmidt Nabendynamos), zum anderen daran, daß das Einfädeln der Speiche im Bereich des Bogens dann deutlich schwerer geht.
  • 03:00Nabenbeschriftung: technisch gesehen ist es völlig egal, wo eine Nabenbeschriftung (falls vorhanden) im Verhältnis zum Ventilloch ist. Die beschriebene Überlegung ist optional und rein ästhetisch begründet.
  • 03:30Felgenbohrungen: im gezeigten Beispiel sieht man, daß von den insgesamt 28 Speichenlöcher der Felge 14 Löcher in der Felge etwas linksseitig versetzt sind und 14 Löcher rechtsseitig versetzt gebohrt sind, und zwar immer abwechselnd. Man wählt die auf der Seite des gerade bearbeiteten Nabenflansches liegenden Löcher. Bei Felgen ohne Versatz der Speichenlöcher tut man sich bei der eindeutigen Feststellung des zu benutzenden Speichenlochs in der Felge leicht, wenn man sich einfach den beschriebenen Versatz hinzudenkt (und dann durch Abzählen der Speichenlöcher feststellt).
  • 04:30Setzen der Key Spoke: Die erste Speiche wird unmittelbar am Ventilloch gesetzt, darf aber nicht schräg übers Ventilloch gehen, sondern muß rechts davon bleiben. Da erst das zweite rechtsseitige Speichenloch der Felge auf der dem Nabenflansch zugewandten Felgenseite liegt, wird ohne Beschränkung der Allgemeinheit dieses verwendet. Das freibleibende Loch wird dann für die erste Speiche der nächsten Speichengruppe verwendet. Wäre es umgekehrt, so funktioniert das Verfahren ganz genauso, nur würde man dann das Loch direkt neben dem Ventilloch nehmen, und bei Speichengruppe 2 dann das nächste Loch.
  • 05:28erste Speiche legt alle anderen fest: Tatsache, hat man die erste Speiche richtig gesetzt, so gibt es bei diesem Einspeichschema keine Freiheitsgrade mehr. Die erste Speiche einer jeden der vier Speichengruppen legt zwangsläufig die Lage sämtlicher Speichen dieser Gruppe fest. Das ist einfach. Aufgrund der Überlegungen bei Ventilloch und den wechselseitig gebohrten (oder als solches angenommenen) Felgenlöcher bestimmt aber die erste Speiche bereits zwingend die Lage aller vier Speichengruppen.
  • 06:00zweite Speiche der ersten Gruppe: die zweite Speiche wird in das zweite freie Loch neben der ersten bereits eingezogenen Speiche gesetzt, denn für alle Speichengruppen gilt, daß die zugehörenden Speichen abwechselnd auftreten. Es ist egal, ob linksrum oder rechtsrum gearbeitet wird.
  • 08:05Ventilloch: letztendlich wird das Ventilloch zwischen zwei ziehenden und zwei führenden Speichen (jeweils eine vom linken und eine vom rechten Nabenflansch kommend) liegen. Die Löcher in den beiden Nabenflanschen sind zueinander um einen halben Lochabstand versetzt. Die erste Speiche von Gruppe 2 wird in das Flanschloch des zweiten Nabenflansches eingeführt, welches entsprechend der Richtung des gewählten Felgenloches um einen halben Lochabstand zum bereits besetzten Loch des ersten Flansches folgt.
  • Speichenqualität: bei den Speichen gehe ich keinen Kompromiss ein. Ich verwende keine Speichen, bei denen der Hersteller nicht klar ist. Meine bisher bevorzugten Marken waren bzw. sind Sapim und DTSwiss. Es gibt aber auch andere Hersteller, die gute Speichen produzieren, inzwischen sogar in bunten Farben oder gar in weiß. Bei DTSwiss finde ich die Schwärzung schöner (ich verbaue fast nur schwarze Speichen). Sapim hingegen sind für Endkunden in mehr Ausführungen und vor allem auch Sonderlängen zu kriegen. Wann immer es geht, verwende ich Doppeldickendspeichen. Für kleine Laufräder nehme ich 2.0mm/1.5mm/2.0mm. Für robuste großen Räder mit Scheibenbremsen kommen 2.0/1.8/2.0 oder bestimmte verstärkte 2.0/1.8/2.3 Speichen in Betracht. Hier gibt es je nach Hersteller unterschiedliche interessante Varianten. Die besonders schönen und leichten Messerspeichen verwende ich aus Kostengründen eher nicht. Man findet mit etwas Suche sehr gute Dossiers über Speichentypen und deren Verwendung. Übrigens: 32 Speichen in Verbindung mit sehr steifen und robusten Felgen reichen bei meinen Einsätzen selbst bei hoher Belastung und Scheibenbremsen völlig aus. Für normal belastete Fahrräder mit Felgenbremsen würde ich aus optischen Gründen eher weniger Speichen nehmen.
  • Allgemein gilt: je größer das Laufrad ist, desto kleiner ist das Verhältnis von Speichengewindelänge zur Länge der ganzen Speiche, da selbst bei langen Speichen die Speichengewindelänge nicht länger als bei kurzen Speichen ist. Dies führt dazu, daß das Einspeichen kleinerer Laufräder in der Handhabung etwas einfacher ist: bei kleinen Rädern kommen einem die Speichen beim losen Einziehen zunächst etwas zu lang vor, straffen sich dann aber sehr schnell. Bei großen Rädern kommen sie einem hingegen zunächst etwas zu kurz vor, was das Aufbringen der Nippel etwas erschwert; sie spannen sich dann beim Anziehen der Nippel aber nur sehr langsam. Zudem sind kleine Laufräder zwangsläufig etwas verwindungsresistenter und somit fehlertoleranter. Große Laufräder hingegen lassen sich aus erwähntem Grund sensibler zentrieren. Aber das gehört dann eigentlich zu Teil 2, dem Zentrieren des Rades.
All diese Informationen sind – genau wie das ganze Blog – auf Hobby- bzw. Laien-Niveau einzuordnen. Profis arbeiten anders und verwenden ganz anderes Werkzeug. Dennoch zeigt sich das beschriebene Vorgehen bei mir seit vielen Jahren als hinreichend gut, um steife, dauerhaltbare und sehr belastbare Laufräder zu erzeugen, die ich am Lastenrad mit teils hoher Beladung, bei Pässetouren und am MTB und meistens mit Scheibenbremsen gut getestet habe.
Apr 082014
 
Stepper Logo

Seit Herbst 2013 warte ich auf die Verfügbarkeit des neuen Streetstepper RS20 als Nachfolger meines Streetstepper Sport. Inzwischen finden sich auf der Produktseite nun auch die Detailinformationen zur technischen Ausstattung, vor allem der Schaltung. Daher besteht jetzt Hoffnung, daß vielleicht Ende April 2014 ein RS20 statt der bisherigen Version “Sport” in die Garage kommt.
Die aufgelistete Serienausstattung umfasst Shimano RM70 (Acera) Naben mit 36 Löchern, sowie ein Shimano ALTUS 9-fach Schaltwerk. Diese Serienlaufräder und Schaltungsteile werden gegen hochwertigere Komponenten ausgetauscht. Zur entspannenden Linderung einer sehr lästigen Verkühlung finden bereits vorab erste Tauschteil-Überlegungen statt.

Geplanter Radsatz für Streetstepper RS20

Geplanter Radsatz für Streetstepper RS20: Kinetix Comp 28 Loch Felgen in schwarz mit SON Delux vorne und SRAM X.9 Nabe hinten (im Bild unsichtbar :)


Das Vorderrad aus Kinetix Comp 28 Loch Felge mit SON Delux Nabendynamo und schwarzen Sapim Laser Speichen wird unverändert vom alten Streetstepper Sport übernommen und dient dem Betrieb mit Licht und/oder Navi. Und auch die beim alten Stepper nachgerüstete Kinetix 28-Loch Felge kann nach dem Rückbau des alten Hinterrades wieder verwendet werden. Hier muß allerdings eine neue Nabe besorgt werden. In 135mm Breite gibt es nicht sehr viele hübsche Shimano-kompatible 10-fach Naben mit 28 Löchern zu bezahlbaren Preisen. Ohne Bremsscheibenaufnahme habe ich überhaupt nichts passendes gefunden, also wird es unnötigerweise eine Disk-Nabe. Und leider ist die sehr leichte und schöne Novatec MTB Superlight Nabe in weiß nicht mit 28 Loch zu bekommen. Diese Nabe in der Ausführung Race Superlight mit allerdings 32 Löchern fahre ich im Tern X10.
MTB Hinterradnabe SRAM X.9 weiß 28-Loch

MTB Hinterradnabe SRAM X.9 weiß 28-Loch, die zur Verwendung im Streetstepper RS20 eingeplant worden war


Stattdessen wird es voraussichtlich die abgebildete weiße SRAM X.9 Nabe mit 28 Löchern, welche es erfreulicherweise recht preisgünstig gab. Wie beim Tern Verge X10 werde ich dazu eine 10-fach Kassette verwenden, sowie ein entsprechendes SRAM X.9 10-fach Schaltwerk in kurzer oder mittlerer Länge (weiß…) mitsamt dem zugehörenden Schaltgriff nachrüsten.

Die Nabe wurde vorsichtshalber bereits angeschafft, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass das in weiß und mit 28 Loch zu dem gefundenen Preis ein kurzzeitiger Glückstreffer ist. Keine Ahnung, ob ich das gleiche Teil in 2 Monaten noch zu kaufen finde. Der Rest hat dann aber Zeit.
Natürlich würde man sehr gerne eine DT-Swiss Straight-Pull Nabe verbauen, welche mit 28 Loch verfügbar ist. Der Preis dieses Edelteils erklärt die Entscheidung zu Gunsten der SRAM Nabe.

Version 1 des RS20 Hinterrades (noch unfertig)

Version 1 des RS20 Hinterrades wurde aus Kinetix Comp Felge und SRAM X.9 Nabe eingespeicht, aber noch nicht zentriert.

Anschließend muss man Nabe und Felge vermessen und entsprechende Speichenlängen ausrechnen, den Speichenfundus checken und ggfs. fehlende Längen bei T&S nachbestellen. T&S kann in der Regel auch sehr kurze Sapim Laser Speichen in schwarzer Farbe liefern. Falls die genaue Länge nicht lagernd ist, können dort auch geringfügig längere Laser Speichen gegen einen geringen Aufpreis passend gekürzt werden. Ich hatte diesmal allerdings großes Glück: fast auf den Millimeter passende kurze schwarze Sapim Laser (179mm Länge) lagen bereits in meiner Speichenschachtel. Deshalb wurde inzwischen das Streetstepper Hinterrad provisorisch eingespeicht, mehr so als abendliche Entspannungsübung. Solange ich allerdings nicht sicher bin, welche Teile letztendlich verbaut werden, verschiebe ich das Zentrieren des Laufrads.

Update 10.4.2014: Und soeben wurde die baldige Lieferung meines RS20 an mich offiziell angekündigt! Jetzt ist die Vorfreude auf dieses geniale Fahrzeug richtig groß. Weiß wird er übrigens sein, also meine Wunschfarbe. Bei streetstepper.fr habe ich endlich ein schönes Produktfoto des weißen RS20 gefunden. Hier der Deeplink: http://www.streetstepper.fr/wp-content/uploads/2013/10/RS_20wei%C3%9Fs.jpg

Update 14.4.2014: Ohren anlegen. Jüngste Ereignisse stellen nun möglicherweise doch die oben verlinkte DT-Swiss 350 straight pull Nabe zur Nutzung im RS20 Streetstepper in Aussicht. Näheres dazu folgt in Kürze, falls das wirklich klappt.

Apr 052014
 
GPS Logo

Es folgt ein Hardcore-Blogartikel: salbungsvoll, überlang, keine Ab-, dafür Bandwurmsätze, keine Bilder, keine Gnade. Ihr müsst da durch, weil ich verkühlt zu Hause sitze, und mich eben genau so fühle, wie sich so ein mühsamer Blogartikel liest.

Prolog

In jüngster Zeit gab es zwei große und für mich sehr relevante Denkanstöße in Bezug auf die Verwendung von Navigationsgeräten beim Fahrrad- und Motorradfahren. Im Prinzip geht es in beiden Fällen darum, ob man die altgewohnte und geschätzte Garmin Oregon 400t Universal-Lösung mit all ihren “geliebten” garmintypischen Macken ersetzt durch zwei Spezialgeräte anderen Fabrikats.

Eigentlich ist es toll, wenn man die beiden Haupt-Zwecke mit einem einzigen Gerät erschlagen kann, denn das reduziert den administrativen Aufwand: Karten besorgen, Fehler beseitigen bzw. Workarounds trainieren, Einlernphase, verschiedene Halterungen kaufen und verbauen. Allerdings haben sich in den letzten Jahren ohnehin die Smartphones in den Alltag eingeschlichen und ersetzen das Garmin im Alltag und bei kleinen Fahrten nahezu vollständig. Da muß nicht alles optimal sein, und das Smartphone als Navi hat seine Vorteile.

Wenn es allerdings “ernst” wird, seien es lange Fahrradtouren oder anstrengende Langstrecken-Motorradtouren in unbekannten Gebieten, so braucht man ein zuverlässiges Gerät, welches genau das tut, was man sich dafür vorgenommen hat. Zuverlässigkeit bei Fahrzeugmontage und externer Stromversorgung, Ablesbarkeit, gute schnelle Bedienbarkeit mit Handschuhen sind wichtig. Smartphones versagen meiner Meinung nach bei solchen Einsätzen, schon mangels guter Ablesbarkeit, aber vor allem aufgrund der sehr fummligen Bedienung, welche zu große Genauigkeit und je nach Software viel zu viele Bedienschritte erfordert. Es gibt weitere Gründe, aber dies ist eine ausufernde Diskussion, welche ich hier gar nicht aufgreifen möchte.

Mein bisheriger Haupteinsatzzweck war fast immer die zuverlässige Führung anhand vorberechneter Tracks, sowie ein funktionierendes Autorouting in Städten oder bei Streckenproblemen des Tracks zur Überbrückung. Das kann das Oregon. Mit dem Gerät bin ich vertraut, die Macken kann ich einschätzen (was nicht heißt, daß es mich nicht nerven würde), und somit komme ich mit dem Gerät seit langer Zeit klar.

Wo versagt das Oregon für meine Begriffe:

  • Inkonsistenzen bei der oft sehr mühsamen Verwaltung von GPX Files: wenngleich das Oregon praktischerweise als Massenspeicher verwaltet werden kann, so lutscht es sich die abgelegten GPX in einen internen Speicher, wo man keinen Zugriff hat. Durch Hantieren mit Tracks im Kartendisplay und Bewegen von GPX Daten am Massenspeicher kann man hier Anzeigeleichen und andere Inkonsistenzen erzeugen. Zudem kommt es vor, dass GPX Trackfiles Unmengen an sinnlosen Waypoints im Garmin erzeugen. Diese kann man dann nur einzeln am Gerät löschen. Viel Spaß dabei. Kurz gesagt: Datenchaos im Gerät. Unflexible umständliche Trackverwaltung. Früher oder später verliert man zwangsläufig den Überblick über die zig gespeicherten Tracks. Manchmal stürzt das Gerät auch ab, weil es damit selbst offenbar nicht mehr klarkommt.
  • Mapsource und Basecamp finde ich unsäglich mühsam. Diese Software funktioniert für meine Begriffe von hinten durch die Brust ins Auge. Ich verstehe nicht genau, was die Software mit den auf dem Gerät befindlichen Tracks anstellt, die irgendwie aufgesplittet werden. Googlemaps zeigt, wie einfach es sein kann. Ich persönlich verwende das Garmin Zeug deshalb nicht, sondern halte mich an andere gängige und nutzerfreundliche Standardtools, online wie offline. Einige davon sind im Blog verlinkt.
  • Beim Oregon 400 gibt es keine Batterie-Lademöglichkeit unterwegs. Die Akkus können nur ausserhalb des Gerätes geladen werden. Das Mitschleppen von Ersatzbatterien finde ich allerdings überkommen. Alle meine Touringfahrzeuge verfügen über Lademöglichkeiten. Nur das Gerät kann es leider nicht.
  • Der Mini USB Anschluß des Oregon ist eine Schwachstelle. Selbst bei vorsichtiger Kabelverlegung und Geräteaufhängung an Ram Mount Armen mit Gummikugeln vibriert sich dieser Anschluß im Lauf der Zeit innen im Gerät irreparabel kaputt. Dieser Punkt ist zentral für mich. Das Gerät muß bei langen Touren 100% zuverlässig mit externer Stromversorgung betreibbar sein, insbes. da die im Gerät befindlichen Akkus ja leider nicht aufladbar sind und insofern nur sehr begrenzt puffern können.
  • Teures Kartenmaterial in proprietärem Format, Kartenupdate nicht selbstverständlich sondern je nach Gerät extra zu bezahlen, auch wenn die Karten selbst schon sehr teuer waren. Im Lieferumfang des 400t war noch keine routingfähige Karte enthalten, also erhebliche Mehrkosten.
  • Das automatische Fahrradrouting ist schwach bis unbrauchbar. Es leitet einen sinnfrei in Schleifen über Parkplätze und abwegige Wohngebiete, früher oder später landet man doch auf Schnellstraßen, die sich bei längeren Strecken nicht sauber ausschliessen lassen (siehe nächster Punkt)
  • Naja, und dann hat man noch die ganzen Standardthemen, das Garmin Lizenzgemache, das ewige Gefrickel falls man OSM Karten am Gerät will, good old Garmin “Autobahnbug” (Falschkategorisierung von Autobahnen und Bundesstrassen, somit kein zuverlässiges Autobahn- bzw. schnellstraßenfreies Routing auf längeren Strecken). In Österreich oder Italien kann man beispielsweise Autobahnen zuverlässig nur über die Mautstraßenvermeidung ausschließen. In Deutschland geht selbst das bisher noch nicht. Hier finden sich meiner Meinung nach einige Anachronismen, die man sich als Marktführer vielleicht leisten kann, sonst aber nicht.

Tomtom Rider am Motorrad

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Jetzt schrieb Mojomag in einem schönen Artikel von einer rüttelfesten stabilen aktiven Halterung, einem gut bedienbaren Gerät mit funktionierendem Autorouting und Schieberegler zur Einstellung der Straßenbeschaffenheit. Die Kommentare zu den Artikeln verheissen nur Allerbestes: “Schmugglerpass”, oder “lange kurvige Umwege”, sowie generelle Zufriedenheit. Das Gerät bietet freie Kartenupdates während der gesamten Nutzungsdauer und viele weitere nützliche Features am Motorrad. Es kommt mit einer Tomtom Planungssoftware und kann anscheinend auch mit Tracks umgehen.

Gut, das Teil ist ein Riesenklopper, wie ich es mir am Motorrad eigentlich nicht wünsche. Auf den Goldwing-Fernsehapparat-Appeal am Lenker verzichte ich gern. Zugegebenermassen habe ich Geräte wie dieses oder auch die entsprechenden Garmin Zumo Pendants bisher belächelt. Trotzdem, die Vorteile liegen auf der Hand, und ein gutes motorradgerechtes Autorouting im Bedarfsfall kann viel Mühe bei der Vorbereitung ersparen und schöne Überraschungen und Strecken ins Repertoire einbringen.

Gerät steht auf der Liste. Zumindest für den Einsatz an der NC700X, wo der Navikasten im Cockpit vermutlich nicht extrem auffällt.

Falk Pantera am Fahrrad

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Ein guter Freund und ambitionierter Fahrradfahrer hat mir seine ersten Erfahrungen nach seinem Umstieg von einem älteren Garmin Etrex auf das Falk Pantera Gerät zukommen lassen. Er sagt dazu selbst, daß er das Gerät noch nicht lange besitzt, und seine Informationen insofern nicht als “Testergebnis”, sondern nur als erster Eindruck zu werten sind. Ich selbst habe keine Erfahrung mit Falk Geräten, und hatte nach Lektüre dieses Vergleichs eher gemischte Erwartungen. Aber die Erfahrungen des besagten Freundes klingen sehr erfreulich. Daher compiliere ich mit seiner freundlichen Genehmigung folgende Abhandlung aus seinen Informationen, umformuliert auf meinen typischen Navigebrauch hin, und mit eigenen spekulativen Anmerkungen, denn ich hatte bisher nicht die Möglichkeit, das Falk selbst zu sehen oder zu testen (genausowenig wie das obige Tomtom übrigens). Aber das wird sich vielleicht bald arrangieren lassen.

Als erstes möchte ich die aus dem Erfahrungsbericht ableitbaren Fakten auflisten:

  1. Schickes leichtes Gerät etwa im Smartphone Format
  2. Etwa 8-10h Akkulaufzeit, Sparbetrieb möglich, Aufladbarkeit via Micro-USB Anschluß, Akku mit etwas Schraubaufwand tauschbar
  3. Displayablesbarkeit im Farbmodus bei Sonnenlicht schlecht. Alternativer Schwarzweißmodus ist aber immer gut ablesbar.
  4. GPX Dateien können im Massenspeichermodus aufgespielt werden, also keine Abhängigkeit von bestimmter Software
  5. Basiskarten speziell für Fahrradfahrer auf Opencyclemap Basis, unterlegt durch Navteq Karten. Man kann wählen. Bei unzureichender OSM Abdeckung kann automatisch auf die Navteq Karten zurückgefallen werden.
  6. Kooperation mit Quäldich.de: Pässe mit Daten aus Quäldich sind im System vorhanden als POI
  7. Topografische Karte mit der für Radfahrer wichtigen Information zur Höhe: Steigung, Steigleistung, Rest-Höhenmeter.
  8. Automatische Erstellung von Vorschlägen fahrradgeeigneter Rundrouten in fremden Gebieten, allein anhand von Kriterien wie Fahrzeit, Kilometer, Höhenprofil
  9. Autorouting nach vorgebbaren Kriterien wie Höhenprofil, Streckenlänge.
  10. Auf Wunsch automatische Umrechnung von Tracks nach Routen im Gerät
  11. Führung mit Abbiegehinweisen auch bei Tracks. Insbes. also akustische Führung.
  12. Sportler können virtuell gegen sich selbst fahren, sofern eine Strecke mehrmals befahren wird
  13. Kombinierbar mit ANT+ Sensoren (Geschwindigkeit, Pulsmessung, …)
  14. Barometer, 3D-Kompass und G-Sensor
  15. Karten im Lieferumfang

Da sind nun einige sehr nützliche und sinnvolle Funktionen für Radfahrer dabei. Wenn man mit dem offensichtlich schlechteren Display (verglichen mit Garmin) auskommt bzw. mit Schwarzweißdarstellung vorlieb nimmt, wäre dieses Gerät im Fahrradeinsatz gegenüber meinem Oregon 400t sicher vorzuziehen. Es gibt noch andere Gerätehersteller, welche auf OSM basierte Karten setzen. Betreffend Garmin habe ich nicht überprüft, wie es mit den aktuellen Fahrradgeräten aussieht. Das Oregon ist für mich ja grundsätzlich ein Universalgerät, von dem ich keine Perfektion im Spezialeinsatz am Fahrrad erwarten würde. Aber die vorgenannten “Macken” waren und sind störend, oder zumindest einschränkend im Betrieb.
Als generelles Feature von GPS Geräten würde ich mir Wifi Übertragung wünschen. Man will ja doch ständig GPX Daten von und zu einem Gerät übertragen.
Zurück zum Thema: das Falk Pantera steht auf der Liste.
Bei Pocketnavigation.de gibt es eine ausführliche Vorstellung des Gerätes.

Das Feature der automatisch berechneten Rundroutenvorschläge nach vorgegebenen Kriterien interessiert mich übrigens besonders, weil es sehr bequem ist. Ich experimentiere testweise mittels der Smartphone Applikation Komoot, was allerdings keine Rückschlüsse auf das Falk Pantera ermöglicht. Die Komoot App erzielt im unmittelbaren Umland zwar brauchbare, aber relativ einfache Vorschläge, so daß sich eine manuelle Vorbereitung lohnt. Für Ortsfremde ist das aber definitiv ein gangbarer und praktischer Weg.

Update: und hier ist die Antwort von Garmin: das Edge 1000 mit OSM und WLAN, Rundroutenvorschlägen und kostenlosem Kartenupdate.

Apr 052014
 
Verge X10 Logo

Tern Verge X10 Faltrad startklarDer sehr milde und kurze Winter hat mich frühzeitig dazu verleitet, das sportive Tern Verge X10 Faltrad aus dem Tourensetup mit Alfine Schaltnabe, Licht, Kotflügel usw. zurückzubauen. Mit dem serienmäßigen Kinetix Pro Leichtbau-Laufradsatz, der aus wunderschönen Komponenten gefertigt ist, wird das Klapprad optisch wie technisch schnell: ein Genuß zu fahren. Das Tern ist eines meiner Lieblingsräder. Es ist leicht, klein, hochwertig, schnell, schick und praktisch. Und dank meiner Umbauvariationen noch dazu universell einsetzbar, wenn man das möchte. Ich bedauere, dass der Hersteller dieses Modell bereits letztes Jahr aus dem Programm genommen hat.

Das einzige nennenswerte Problem, die beim Schalten mit Kettenschaltung gern abspringende Kette bleibt leider weiterhin ungelöst. Der serienmäßige Plastik-Abspringschutz ist zu weich und insofern unzureichend. Man bräuchte eine solide Kettenführung wie etwa den Paul Components Chainkeeper. Dieses Teil ist leider nicht passend erhältlich. Ideal wäre es, wenn man eine solche Kettenführung passend für den am Rahmen vorhandenen Umwerferhalter kaufen könnte. Ich werde versuchen, eine Pastikleitschiene auf die montierte Plastikschelle zu kleben, damit die Kette nicht nach außen abspringen kann.

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Für unseren Familienurlaub ist es neuerdings erforderlich, das Rad kleinstmöglich verpacken zu können. Ein normales Fahrrad passt nicht mehr ins Auto, so daß ich auf das Rennrad im Urlaub verzichten werde. Das Tern hingegen läßt sich sehr klein machen, wie im dritten Bild der Galerie zu sehen ist. Hoffentlich geht sich das aus. Und dank einem Tipp aus dem Faltradforum weiß ich inzwischen, daß es noch etwas schmäler geht, wenn man die Gabel mit dem Hinterbau verzahnt.