Apr 052014
 
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Es folgt ein Hardcore-Blogartikel: salbungsvoll, überlang, keine Ab-, dafür Bandwurmsätze, keine Bilder, keine Gnade. Ihr müsst da durch, weil ich verkühlt zu Hause sitze, und mich eben genau so fühle, wie sich so ein mühsamer Blogartikel liest.

Prolog

In jüngster Zeit gab es zwei große und für mich sehr relevante Denkanstöße in Bezug auf die Verwendung von Navigationsgeräten beim Fahrrad- und Motorradfahren. Im Prinzip geht es in beiden Fällen darum, ob man die altgewohnte und geschätzte Garmin Oregon 400t Universal-Lösung mit all ihren „geliebten“ garmintypischen Macken ersetzt durch zwei Spezialgeräte anderen Fabrikats.

Eigentlich ist es toll, wenn man die beiden Haupt-Zwecke mit einem einzigen Gerät erschlagen kann, denn das reduziert den administrativen Aufwand: Karten besorgen, Fehler beseitigen bzw. Workarounds trainieren, Einlernphase, verschiedene Halterungen kaufen und verbauen. Allerdings haben sich in den letzten Jahren ohnehin die Smartphones in den Alltag eingeschlichen und ersetzen das Garmin im Alltag und bei kleinen Fahrten nahezu vollständig. Da muß nicht alles optimal sein, und das Smartphone als Navi hat seine Vorteile.

Wenn es allerdings „ernst“ wird, seien es lange Fahrradtouren oder anstrengende Langstrecken-Motorradtouren in unbekannten Gebieten, so braucht man ein zuverlässiges Gerät, welches genau das tut, was man sich dafür vorgenommen hat. Zuverlässigkeit bei Fahrzeugmontage und externer Stromversorgung, Ablesbarkeit, gute schnelle Bedienbarkeit mit Handschuhen sind wichtig. Smartphones versagen meiner Meinung nach bei solchen Einsätzen, schon mangels guter Ablesbarkeit, aber vor allem aufgrund der sehr fummligen Bedienung, welche zu große Genauigkeit und je nach Software viel zu viele Bedienschritte erfordert. Es gibt weitere Gründe, aber dies ist eine ausufernde Diskussion, welche ich hier gar nicht aufgreifen möchte.

Mein bisheriger Haupteinsatzzweck war fast immer die zuverlässige Führung anhand vorberechneter Tracks, sowie ein funktionierendes Autorouting in Städten oder bei Streckenproblemen des Tracks zur Überbrückung. Das kann das Oregon. Mit dem Gerät bin ich vertraut, die Macken kann ich einschätzen (was nicht heißt, daß es mich nicht nerven würde), und somit komme ich mit dem Gerät seit langer Zeit klar.

Wo versagt das Oregon für meine Begriffe:

  • Inkonsistenzen bei der oft sehr mühsamen Verwaltung von GPX Files: wenngleich das Oregon praktischerweise als Massenspeicher verwaltet werden kann, so lutscht es sich die abgelegten GPX in einen internen Speicher, wo man keinen Zugriff hat. Durch Hantieren mit Tracks im Kartendisplay und Bewegen von GPX Daten am Massenspeicher kann man hier Anzeigeleichen und andere Inkonsistenzen erzeugen. Zudem kommt es vor, dass GPX Trackfiles Unmengen an sinnlosen Waypoints im Garmin erzeugen. Diese kann man dann nur einzeln am Gerät löschen. Viel Spaß dabei. Kurz gesagt: Datenchaos im Gerät. Unflexible umständliche Trackverwaltung. Früher oder später verliert man zwangsläufig den Überblick über die zig gespeicherten Tracks. Manchmal stürzt das Gerät auch ab, weil es damit selbst offenbar nicht mehr klarkommt.
  • Mapsource und Basecamp finde ich unsäglich mühsam. Diese Software funktioniert für meine Begriffe von hinten durch die Brust ins Auge. Ich verstehe nicht genau, was die Software mit den auf dem Gerät befindlichen Tracks anstellt, die irgendwie aufgesplittet werden. Googlemaps zeigt, wie einfach es sein kann. Ich persönlich verwende das Garmin Zeug deshalb nicht, sondern halte mich an andere gängige und nutzerfreundliche Standardtools, online wie offline. Einige davon sind im Blog verlinkt.
  • Beim Oregon 400 gibt es keine Batterie-Lademöglichkeit unterwegs. Die Akkus können nur ausserhalb des Gerätes geladen werden. Das Mitschleppen von Ersatzbatterien finde ich allerdings überkommen. Alle meine Touringfahrzeuge verfügen über Lademöglichkeiten. Nur das Gerät kann es leider nicht.
  • Der Mini USB Anschluß des Oregon ist eine Schwachstelle. Selbst bei vorsichtiger Kabelverlegung und Geräteaufhängung an Ram Mount Armen mit Gummikugeln vibriert sich dieser Anschluß im Lauf der Zeit innen im Gerät irreparabel kaputt. Dieser Punkt ist zentral für mich. Das Gerät muß bei langen Touren 100% zuverlässig mit externer Stromversorgung betreibbar sein, insbes. da die im Gerät befindlichen Akkus ja leider nicht aufladbar sind und insofern nur sehr begrenzt puffern können.
  • Teures Kartenmaterial in proprietärem Format, Kartenupdate nicht selbstverständlich sondern je nach Gerät extra zu bezahlen, auch wenn die Karten selbst schon sehr teuer waren. Im Lieferumfang des 400t war noch keine routingfähige Karte enthalten, also erhebliche Mehrkosten.
  • Das automatische Fahrradrouting ist schwach bis unbrauchbar. Es leitet einen sinnfrei in Schleifen über Parkplätze und abwegige Wohngebiete, früher oder später landet man doch auf Schnellstraßen, die sich bei längeren Strecken nicht sauber ausschliessen lassen (siehe nächster Punkt)
  • Naja, und dann hat man noch die ganzen Standardthemen, das Garmin Lizenzgemache, das ewige Gefrickel falls man OSM Karten am Gerät will, good old Garmin „Autobahnbug“ (Falschkategorisierung von Autobahnen und Bundesstrassen, somit kein zuverlässiges Autobahn- bzw. schnellstraßenfreies Routing auf längeren Strecken). In Österreich oder Italien kann man beispielsweise Autobahnen zuverlässig nur über die Mautstraßenvermeidung ausschließen. In Deutschland geht selbst das bisher noch nicht. Hier finden sich meiner Meinung nach einige Anachronismen, die man sich als Marktführer vielleicht leisten kann, sonst aber nicht.

Tomtom Rider am Motorrad

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Jetzt schrieb Mojomag in einem schönen Artikel von einer rüttelfesten stabilen aktiven Halterung, einem gut bedienbaren Gerät mit funktionierendem Autorouting und Schieberegler zur Einstellung der Straßenbeschaffenheit. Die Kommentare zu den Artikeln verheissen nur Allerbestes: „Schmugglerpass“, oder „lange kurvige Umwege“, sowie generelle Zufriedenheit. Das Gerät bietet freie Kartenupdates während der gesamten Nutzungsdauer und viele weitere nützliche Features am Motorrad. Es kommt mit einer Tomtom Planungssoftware und kann anscheinend auch mit Tracks umgehen.

Gut, das Teil ist ein Riesenklopper, wie ich es mir am Motorrad eigentlich nicht wünsche. Auf den Goldwing-Fernsehapparat-Appeal am Lenker verzichte ich gern. Zugegebenermassen habe ich Geräte wie dieses oder auch die entsprechenden Garmin Zumo Pendants bisher belächelt. Trotzdem, die Vorteile liegen auf der Hand, und ein gutes motorradgerechtes Autorouting im Bedarfsfall kann viel Mühe bei der Vorbereitung ersparen und schöne Überraschungen und Strecken ins Repertoire einbringen.

Gerät steht auf der Liste. Zumindest für den Einsatz an der NC700X, wo der Navikasten im Cockpit vermutlich nicht extrem auffällt.

Falk Pantera am Fahrrad

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Ein guter Freund und ambitionierter Fahrradfahrer hat mir seine ersten Erfahrungen nach seinem Umstieg von einem älteren Garmin Etrex auf das Falk Pantera Gerät zukommen lassen. Er sagt dazu selbst, daß er das Gerät noch nicht lange besitzt, und seine Informationen insofern nicht als „Testergebnis“, sondern nur als erster Eindruck zu werten sind. Ich selbst habe keine Erfahrung mit Falk Geräten, und hatte nach Lektüre dieses Vergleichs eher gemischte Erwartungen. Aber die Erfahrungen des besagten Freundes klingen sehr erfreulich. Daher compiliere ich mit seiner freundlichen Genehmigung folgende Abhandlung aus seinen Informationen, umformuliert auf meinen typischen Navigebrauch hin, und mit eigenen spekulativen Anmerkungen, denn ich hatte bisher nicht die Möglichkeit, das Falk selbst zu sehen oder zu testen (genausowenig wie das obige Tomtom übrigens). Aber das wird sich vielleicht bald arrangieren lassen.

Als erstes möchte ich die aus dem Erfahrungsbericht ableitbaren Fakten auflisten:

  1. Schickes leichtes Gerät etwa im Smartphone Format
  2. Etwa 8-10h Akkulaufzeit, Sparbetrieb möglich, Aufladbarkeit via Micro-USB Anschluß, Akku mit etwas Schraubaufwand tauschbar
  3. Displayablesbarkeit im Farbmodus bei Sonnenlicht schlecht. Alternativer Schwarzweißmodus ist aber immer gut ablesbar.
  4. GPX Dateien können im Massenspeichermodus aufgespielt werden, also keine Abhängigkeit von bestimmter Software
  5. Basiskarten speziell für Fahrradfahrer auf Opencyclemap Basis, unterlegt durch Navteq Karten. Man kann wählen. Bei unzureichender OSM Abdeckung kann automatisch auf die Navteq Karten zurückgefallen werden.
  6. Kooperation mit Quäldich.de: Pässe mit Daten aus Quäldich sind im System vorhanden als POI
  7. Topografische Karte mit der für Radfahrer wichtigen Information zur Höhe: Steigung, Steigleistung, Rest-Höhenmeter.
  8. Automatische Erstellung von Vorschlägen fahrradgeeigneter Rundrouten in fremden Gebieten, allein anhand von Kriterien wie Fahrzeit, Kilometer, Höhenprofil
  9. Autorouting nach vorgebbaren Kriterien wie Höhenprofil, Streckenlänge.
  10. Auf Wunsch automatische Umrechnung von Tracks nach Routen im Gerät
  11. Führung mit Abbiegehinweisen auch bei Tracks. Insbes. also akustische Führung.
  12. Sportler können virtuell gegen sich selbst fahren, sofern eine Strecke mehrmals befahren wird
  13. Kombinierbar mit ANT+ Sensoren (Geschwindigkeit, Pulsmessung, …)
  14. Barometer, 3D-Kompass und G-Sensor
  15. Karten im Lieferumfang

Da sind nun einige sehr nützliche und sinnvolle Funktionen für Radfahrer dabei. Wenn man mit dem offensichtlich schlechteren Display (verglichen mit Garmin) auskommt bzw. mit Schwarzweißdarstellung vorlieb nimmt, wäre dieses Gerät im Fahrradeinsatz gegenüber meinem Oregon 400t sicher vorzuziehen. Es gibt noch andere Gerätehersteller, welche auf OSM basierte Karten setzen. Betreffend Garmin habe ich nicht überprüft, wie es mit den aktuellen Fahrradgeräten aussieht. Das Oregon ist für mich ja grundsätzlich ein Universalgerät, von dem ich keine Perfektion im Spezialeinsatz am Fahrrad erwarten würde. Aber die vorgenannten „Macken“ waren und sind störend, oder zumindest einschränkend im Betrieb.
Als generelles Feature von GPS Geräten würde ich mir Wifi Übertragung wünschen. Man will ja doch ständig GPX Daten von und zu einem Gerät übertragen.
Zurück zum Thema: das Falk Pantera steht auf der Liste.
Bei Pocketnavigation.de gibt es eine ausführliche Vorstellung des Gerätes.

Das Feature der automatisch berechneten Rundroutenvorschläge nach vorgegebenen Kriterien interessiert mich übrigens besonders, weil es sehr bequem ist. Ich experimentiere testweise mittels der Smartphone Applikation Komoot, was allerdings keine Rückschlüsse auf das Falk Pantera ermöglicht. Die Komoot App erzielt im unmittelbaren Umland zwar brauchbare, aber relativ einfache Vorschläge, so daß sich eine manuelle Vorbereitung lohnt. Für Ortsfremde ist das aber definitiv ein gangbarer und praktischer Weg.

Update: und hier ist die Antwort von Garmin: das Edge 1000 mit OSM und WLAN, Rundroutenvorschlägen und kostenlosem Kartenupdate.