Android vs. Windowsphone, Fairphone vs. Lumia 640

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Mai 252015
 
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Ein gutes Angebot in den lokalen Elektromärkten hat mich vor 2 Wochen überraschend dazu verleitet, mir das hübsche weiße Microsoft Lumia 640 Smartphone mit Windowsphone 8.1 zu kaufen. Als Fairphoner bin ich selbst nicht 100% einverstanden mit einem solchen Kauf, aber das Lumia 640 ist wirklich gut.
Techtalk: Ausschlaggebend war auch, daß ich seit langem gerne ein besseres Display gehabt hätte und beim Fairphone aufgrund der veralteten 1GB Systempartition diverse ärgerlichen Probleme bestanden. Das Umpartitionieren hatte ich zu lange vor mir hergeschoben, und beim vorübergehenden Update auf 1.8 war es deaktiviert worden. Seit dem lange auf sich warten lassenden Update 1.8.5. ist es nun wieder möglich, und ich habe es endlich durchgeführt. Folge: Fairphone++

Hinweis: Dieser Artikel stellt keinen Testbericht dar, sondern wird als „Erlebnisbericht“ aus Sicht eines Langzeit-Android Users ohne Windows Ambitionen fortgeschrieben. Vielleicht hat mich das Windowsphone deshalb so positiv überrascht, weil ich als Anti-Windows User gar nicht damit gerechnet hatte. In gewisser Weise werden hier zudem Äpfel mit Birnen verglichen: zum einen zwei Smartphone Betriebssysteme, zum anderen zwei konkrete Geräte. Die Punkte im Artikel sind also subjektiv und rein qualitativ zu verstehen. Eine Allgemeingültigkeit ist nicht ableitbar. Wer sich wirklich dafür interessiert, sollte unbedingt selber testen und eigene Erfahrungen sammeln.
Fairphone 1 vs. Microsoft Lumia 640

Fairphone 1 vs. Microsoft Lumia 640

Mein subjektiver Vergleich

Es folgt eine Liste dessen, was mir charakteristisch für die beiden Smartphones und deren Systeme (basierend auf den jeweils genannten Versionen) erscheint.

Kriterium Windowsphone 8.1 / Lumia 640 Android 4.2 / Fairphone
OS ++ Windowsphone ist schnell, schlank und gut konfigurierbar. Die Konfiguration ist geschickt, logisch und verständlich. Einstellungen sind schnell auffindbar. Das Gerät funktioniert ohne weiteres Tricksen (beispielsweise komplizierte GPS Settings, EPO, A-GPS, …) wunschgemäß. Achtung, Windowsphone macht Spaß. 0 Android braucht mehr Zeit zum Starten und Stoppen und ist als ganzes komplizierter. Vergleicht man die Konfiguration bei beiden Systemen, dann wirkt Android zuweilen überkompliziert, verkopft, redundant oder gar unverständlich. Android hat den höheren Nervfaktor.
Updates + Bei den Apps weniger oft vorkommend. Beim System angeblich durch Microsoft, nicht durch den Provider oder Hersteller gesteuert, vergleichbar zu den Google Nexus Geräten. Ob die Hoffnung berechtigt ist, daß auch ältere Geräte länger und regelmäßiger mit OS Updates versorgt werden, kann ich nicht abschätzen. Bei den Apps kommen häufig reihenweise Updates. Das kann zuweilen nerven. Beim OS hängt es vom Hersteller des Gerätes, vom Hersteller des Chipsatzes und/oder vom Mobilfunkprovider ab. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem preisgünstigeren Gerät schnell abgehängt zu werden ist gross.
SIM Verwaltung ++ Windowsphone integriert die SIM Steuerung bessers ins System. Beispielsweise kann die SIM Pin übersprungen und später nachgeholt werden. Beim Verlassen des Flugmodus müssen die SIM PINs nicht neu eingegeben werden. Die Datenlimit Verwaltung erscheint wesentlich klarer als beim Fairphone. Mit der Einstellung einer APN hat man nichts zu schaffen. Davon bekommt man auch nichts mit. Das regelt sich automatisch. Im Endeffekt beschränkt sich das Thema (Dual-)SIM beim Windowsphone auf Reinstecken und los. 0 Bei Android scheint die SIM Verwaltung als eigenes parallel laufendes Subsystem zu arbeiten. Die PIN Eingabe kommt asynchron während des Systemstarts und ist nicht überbrückbar. Ein Deaktivieren einer SIM im Flugmodus (oder Fairphone Peace of Mind Widget) erfordert eine neuerliche PIN Eingabe. Die SIM Verwaltung scheint nicht so gut ins System integriert zu sein.
Speicherverwaltung 0 Die meisten Apps lassen sich auf SD Karte verschieben. Leider gilt dies nicht für die Kartendateien von Here Maps und Here Drive. Und bei einigen Apps besteht der Herausgeber auf Installation im internen Speicher. Das Speicherlayout ist klar und einfach, hier gibt es keine Fragen. Installationspräferenz für Apps, Bilder, Daten usw. ist wunderbar und einfach einstellbar. Im Lumia 640 sind nur 8GB, davon sind schnell mal 6GB belegt, wenn man Karten für einige EU Länder herunterlädt. Der interne Speicher scheint sich bei einigen auf SD Karte installierten Apps zu verringern, bei anderen nicht. Die Live Kacheln funktionieren auch bei SD-Apps einwandfrei. Weder interner Speicher noch SD Karte lassen sich ohne weiteres als Massenspeicher am Linux PC mounten. Das wertet es für mich ab. 0 Je nach OS Version, Hersteller, … hat man u.U. eine Partitionierung des internen Speichers, die weder intuitiv klar, noch irgendwie hilfreich ist. Meine Android Geräte liessen sich dafür immer problemlos per USB als Massenspeicher mounten. Relativ viele Apps sind nicht auf SD Karte installierbar. Gewisse Funktionen, insbes. Widgets stehen nicht zur Verfügung, wenn eine App auf SD Karte installiert ist.
Oberfläche + Man denkt erstmal an ein bunt gefliesstes Badezimmer, bemerkt dann das Zucken der Live Kacheln, die ihren Inhalt mehr oder weniger sinnvoll anpassen und entdeckt dann die Features App-Folder, Präferenz-Farbe und Hinterlegung mit einem Foto. Spät. dann sieht man es positiv und erfreut sich an der Ordnung. Man bringt auf einem Screen mehr Funktionalität sinnvoll unter als mit einem typischen Android Icon Desktop. Will man allerdings irgendeine besondere oder individuelle Desktop Alternative, dann hat man wohl wenig Möglichkeiten. 0 Der klassisch bunte Icon- und Widget-Desktop von Android hat m.E. ausgedient, weil unübersichtlich und chaotisch. Dennoch findet man auch aktuell noch dieses Konzept. Android bietet unzählige Launcher zur Auswahl, so daß man mit zeitaufwendigem Experimentieren sicherlich was passendes und besseres findet. Das bedeutet natürlich Meta-Aufwand, also erstmal unproduktives Rumwurschteln. Insbes. beim Rücksetzen und Wiederherstellen des Gerätes ist das noch Extra Gefuddel.
Bloatware/Root + Super: sämtliche unerwünschte Apps können deinstalliert werden. Dazu ist kein Root nötig. Das war ein echtes Aha Erlebnis. Geht doch! Allerdings bin ich dann etwas argwöhnisch geworden, als kürzlich eine der deinstallierten Bloatware-Apps nach einem automatischem App Update auf einmal wieder da war. Ist das also tatsächlich eine Deinstallation oder nur ein Verstecken der vorinstallierten Apps? Ich ziehe ein + ab. Android Nervpunkt: tonnenweise App-Müll, den man nicht loswird, sofern man das Gerät nicht mühsam rootet. Das Fairphone ist ab Werk gerootet und sehr vernünftig (sprich: mager) mit Apps vorinstalliert. Bei anderen Androiden ist dies nicht selbstverständlich. Ein Android Smartphone ohne Root bzw. mit komplizierter Root Prozedur würde ich deshalb inzwischen nicht mehr kaufen.
Alltägliche Bedienung 0 Das System ist sehr schlüssig bedienbar und macht sofort Spaß. Die notwendigen Einstellungen und Bedienschritte sind logisch angeordnet. Auf ohnehin selbstverständliche Einstellungen verzichtet das System. Beispiel: Bluetooth Koppelung: die Sichtbarschaltung des Gerätes erfolgt automatisch, wenn man im Bluetooth Menü ist. Allerdings empfinden es technische User manchmal als Bevormundung, wenn man ihnen erwartete Optionen gar nicht zur Verfügung stellt. Tastatur: wer viel mit Text macht, wird von der Windowsphone Standardtastatur und dem Texteditor sehr enttäuscht sein. Textkorrekturen und Cut&Paste sind grauenvoll fummlig gelöst oder gar nicht erst möglich. Da muß nachgebessert werden.
Das im Alpha Stadium befindliche zentrale Spracheingabe-Nutzerinterface Cortana ist gut brauchbar in Bezug auf ganz konkrete Office-Aufgaben: Termine anlegen oder löschen, SMS diktieren oder vorlesen, diverse – auch kompliziertere – Office Tasks. Als universelles Benutzerinterface fehlt Cortana noch die geheimnisvolle DWIM Intelligenz und Verständnisfähigkeit, die man von Google gewohnt ist. Bei freien Anfragen bekommt man meistens nur ein paar Weblinks hingeworfen.
+ Android bietet richtig viele Optionen an, es schmeißt einen damit zu. Manchmal hat man den Eindruck, redundante Einstellungen machen zu müssen. Der Eindruck maximaler Kontrolle geht unter im Verschüttetwerden.
Die Android Texteingabe ist der Windowsphone Texteingabe überlegen. Editieren sowie Cut&Paste sind meist gut verwendbar.
Google Now mit dessen ‚Ok Google‘ Sprachsteuerung ist Cortana überlegen und liefert auch bei freien Spracheingaben oft erstaunlich gute Ergebnisse, kommt sogar auf den Punkt und liest die gewünschten Informationen gleich vor. Auch die Naviadresseingabe ist fast narrensicher. Da hat Cortana noch großen Nachholbedarf. Ein Beispiel: „wann ist das nächste Bayernspiel“ liefert bei Google exakt die Wunschinformation, gleich angenehm vorgetragen. Bei Cortana bekommt man eine Liste mehr oder weniger passender Weblinks, wo man selbst nachschauen muß.
Navi + Das Lumia 640 bietet serienmäßig die Here Drive App an. Benötigte Karten lassen sich vorab länderweise downloaden, so daß das System auch ohne Datenverbindung stets funktionsfähig ist. Hat man jedoch eine Datenverbindung, so kann das System ggfs. weitere Echtzeitinformationen anzeigen. Die Navigation funktioniert gut, und auch Tempolimits werden angemahnt. Zudem kann Here Drive bevorzugte Routen auswerten und verwenden, wenn es die Möglichkeit hat, solche Daten zu sammeln. Das einzige große Manko dieser sehr guten Applikation: textuelle Adresseingabe ist eine Katastrophe. Gültige Adressen werden grundlos nicht erkannt und somit nicht als Routingziel angeboten. Besser geht es via Cortana mit mündlicher Eingabe, aber dies scheitert zu oft an fehlerhafter Sprachanalyse oder unklarer Ansageform und bedarf zudem einer Datenverbindung. Das ist sehr schade, denn die Here Drive Navi Applikation ist eine der Stärken des WindowsPhone. Übrigens gibt es Here Drive auch als Android Applikation. Dies wäre eine Empfehlung für eine Offline Navi App am Android Smartphone. + Google Maps als Navigation ist bekanntermassen gut. Entweder man benötigt stets eine Datenverbindung, oder man lädt vorab die erforderlichen Kacheln aufs Handy und hofft, in deren Bereich zu bleiben und kein Rerouting zu benötigen. Offline ist das ganze etwas umständlich, Rerouting ist nicht möglich. Mit Datenverbindung funktioniert es immer tadellos, hat aber nicht alle Features von Here Drive. Adresseingaben sind problemlos, wahlweise gesprochen oder getippt. Die Möglichkeit, Karten länderweise aufs Handy herunterzuladen und damit rein offline zu navigieren ist nicht vorhanden.
Maps + Mit Here Maps und dessen Live Sight hat man serienmäßig eine interessante Lokalisierungs-App, die durch die Kamera eine Orientierungskarte und umliegende POIs anzeigt, welche anklickbar sind für nähere Info. Man peilt also an, wo man hingehen will. Vorinstalliert bietet Microsoft allgemein gute Landkarten-Features, die Google Maps auf den ersten Blick nicht vermissen lassen. Super ist die Download-Möglichkeit der Karten.
Wer OSM (auch offline) nutzen will, findet einige interessante und funktionierende Tracking Apps, auch Sport Apps wie Endomondo oder Runtastic stehen zur Verfügung. Mir persönlich fehlt allerdings ein Schweizer Messer wie Oruxmaps. Das GPS des Lumia 640 scheint jederzeit problemlos und mit schnellem Satfix zu arbeiten.
++ Über Google Maps oder Google Earth mit Google Streetview muß man nicht viel schreiben. Es ist in erster Linie eine Online-Applikation mit eingeschränkten Offline-Features. Wünsche bleiben dabei ansonsten m.E. keine offen. Im Bereich OSM und Sporttracking Apps ist alles zu finden, was man sich vorstellen kann, auch kostenlos und werbefrei als Spendenware.
Kamera + Die Lumia Kamera ist gut fürs Geld. Allerdings wirkt dabei die sehr intelligente Applikation Lumia Camera mit. Diese berechnet optimale Bilder u.a. anhand einer HDR Analyse. Das klappt oft gut, vor allem bei Aufnahmen mit Menschen drauf. Die Schärfe der Bilder gerät nicht immer wunschgemäß. Hält man das Handy nicht extrem ruhig, so hat man auch hier bei Landschaftsaufnahmen verwaschene Details. Für Panorama Aufnahmen gibt es die Lumia Panorama App, die recht mühsam und langsam in der Bedienung ist. Gelingt allerdings ein Panorama, dann ist es scharf und hoch aufgelöst. Viele Testbilder, auch bei Dunkelheit sind in meiner Lumia Google+ Collection zu finden.
Ich hatte inzwischen auch die Möglichkeit des direkten Vergleichs mit der Kamera des Lumia 640 XL (13MP mit Zeiss Objektiv). In Bezug auf die Bildschärfe ist die XL Version definitiv besser. Wer das Windowsphone vorwiegend als Kamera nutzen möchte, sollte daher das teurere XL in Erwägung ziehen.
0 Das Fairphone eignet sich nach einigen Softwareupdates gut als Urlaubs-Kamera. Hier gibts keine nennenswerten Probleme, aber man wird auch keine wirklich tollen Fotos damit machen. Egal: für Laien wie mich ist es halbwegs ok: die Features der Android-Kamera sind ausreichend. Nachbearbeitungen kann man bei Google Foto online machen.
Hier im Blog sind reichlich Fairphone Fotos als Beispiele enthalten.
Akkulaufzeit ++ Einwandfreie Akkulaufzeit, ich komme ohne weiteres 2 Tage lang durch. + Auch beim Fairphone keine besonderen Bedenken. 1-2 Tage kommt man gut durch.
Hardware ++ Das Lumia 640 ist auf den ersten Blick ein attraktives Gerät mit idealem Formfaktor. Man verzichtet auf die Windowsphone-typischen Ecken, bietet schöne Gehäusefarben (sogar wechselbar), und dank der tauschbaren Rückschale ist u.U. ein Runterfaller weniger schlimm. Das Gerät ist relativ leicht und macht den Eindruck „hochwertiges Plastikhandy“. Das HD-Display ist ausgezeichnet: guter Schwarzwert, gut seitlich einsehbar und auch unter Sonnenlicht noch ablesbar. Dazu schmälere Randbereiche. + Schwer, hochwertig, relativ zierlich, weißer Rand, Metallrückseite und das legendäre Fairphone Logo drauf: damit ist das Gerät äußerlich über jeden Zweifel erhaben. Das Fairphone ist das elegantere Gerät.
Der Akku ist tauschbar, Eigenreparaturen werden vom Hersteller explizit unterstützt. Ersatzteile sind bestellbar. Soweit perfekt. Der Preis des Gerätes lag ja auch weit über dem des Lumia 640. Für mich stellen sich zwei Minuspunkte dar: das Display mit eher breiten Rändern ist relativ niedrig aufgelöst (qHd), zu dunkel, bei Sonne nicht ablesbar und anscheinend nicht extrem kratzfest. Und dank des gewählten Chipsatz sitzt man fest bei Android 4.2.
Apps Einige sehr professionelle und gute Apps von Microsoft selbst, diverse praktische und interessante Office Features wie Office Lens, Lumia Beamer, wenige werbefreie Opensource Apps, sondern fast alles ziemlich werbungsverseucht. Store selbst funzt einwandfrei und ohne Bürokratie z.B. via Paypal. Aber bestimmte und auch für mich wichtige Apps gibt es einfach nicht. Ganz schmerzhaft ist für mich das völlige Fehlen einer native Google+ App. Das ist übel und schränkt die Nutzung ein. ++ Es gibt massenweise Zeug und für jede Anforderung gibt es mindestens einen guten Kandidaten, bei dem man dann bleiben will.
Google Connectivity Das WindowsPhone grenzt Google nicht aus, aber will man mehr als Gmail und Google Kalender, welche beide ab Werk konfigurierbar und integrierbar sind, dann kann es mühsam werden. Google Notizen gibt es nicht, Hangouts kann man evtl. über einen anderen Messaging Client einrichten, Google+ geht nur über Googles mobile Webseite, und die gesamte Google Cloud Magic ist dahin. Microsoft bietet teils ebenbürtige Services wie OneNote statt Notizen, oder den Lumia Storyteller statt Google+ Stories, und natürlich gibt es am WindowsPhone die gesamte Microsoft Welt incl. Skype ab Werk. Wer sich aber bereits vergoogelt hat und nicht mal eben in die Microsoft Welt wechseln will, für den kann das ganze etwas schmerzhaft werden. Dann ist ein Umstieg mit echten Einschränkungen verbunden. Leider scheint Google selbst kein Interesse an einer besseren Unterstützung der Windowsphone Plattform zu haben. Gründe dafür sind gut vorstellbar, schade ist es aber dennoch. ++ 100% Google, keine weiteren Fragen
Fairphone 1 vs. Microsoft Lumia 640

Fairphone 1 vs. Microsoft Lumia 640

Salbungsvolle Zusammenfassung

Windowsphone 8.1 Screenshot

Windowsphone 8.1 Screenshot

Fairphone launcher screenshot

Fairphone launcher screenshot

Gegen die uns geheimnisvoll umwabernde Google Cloud ist kein Kraut gewachsen. In dem Moment, wo man auf etwas Daten-Magie steht, vor allem wenn man bereits vergoogelt ist, wird es sehr schwer, einem Android Gerät zugunsten Windowsphone zu entsagen.
Betrachtet man das Smartphone als Werkzeug für konkrete Office- und Alltagsaufgaben, so findet man im Windowsphone eine sinnvolle, professionelle und geschickte Ansammlung von Applikationen (besonders bemerkenswert sind die Lumia Apps von Microsoft), die verschiedene interessante Lösungen anbieten und gut bedienbar sind.

Natürlich ist auch das Basis-Windowsphone nicht ganz frei von Schwächen wie eben z.B. das mühsame Editieren von Texten, eine manchmal sehr eigenartige Screenlock Pin Eingabe, vor allem aber der serienmäßige Internet Explorer, der bei manchen komplizierten Seiten wichtige Scriptfunktionen einfach nicht unterstützt. Letzteres Manko ist dann wieder beispielsweise mittels der UC Browser App einigermassen brauchbar behebbar, aber auch letztere nervt mit Abstürzen und Disfunktionalität, so daß man abwechselnd beide Browser verwenden muß. Das ist kein Vergleich zu beispielweise Chrome auf Android.
Und ähnlich wie Android kann auch das Windows Phone bei so manchem Standard-Bedienfluß zuweilen etwas störrisch oder bockig wirken. Allzuviel schenken sie sich da nicht.

Windowsphone wirkt für mich etwas schlanker, schneller und kompakter und dürfte akkuschonender sein. Android hat aber das bessere Backend dahinter und siegt in der umfassenden Disziplin „Do what I mean“. Officelastige Anwender, sowie Firmen, die ihre Diensthandys kontrollieren wollen, werden mit dem Windowsphone gut bedient sein.
User mit komplizierten Workflows, typische Googleuser, Frickler und Leute mit irgendwelchen spezialisierten Nutzungsprofilen finden wohl bei Android bessere Unterstützung, aber auch das erwähnte höhere Nervpotential.
Mir fällt das Anfreunden mit Windowsphone ohne die dicht verzahnte Google Unterstützung immer noch schwer. Es fehlt mir Google Fotos, Now, Google+, Chrome,… und die auf Android geschickt gemachten und hilfreichen Querbeziehungen zwischen solchen Apps.

Wir besitzen mit dem Asus Zenfone2 ML550 noch ein Android 5 Smartphone mit 5.5″ Bildschirm. Wenngleich ich mit diesem sehr schönen und ganz aktuellen Gerät nur sehr begrenzt selbst hantieren kann, so erlaubt es dennoch einen leisen Dunst in Bezug auf aktuelle Budget Android Phones. Einiges in diesem Artikel bezieht sich schon auch auf jüngste Eindrücke vom Zenfone. Ganz veraltet sind wir insofern androidseitig nicht. Aber auch wenn man daneben das neue Asus in der Hand hält, kann man dem sehr preisgünstig erworbenen Lumia 640 etwas abgewinnen. Das Display ist super, auch die Kamera kann mithalten, und das gesamte System ist in sich sehr schlüssig, schnell, logisch und effektiv. Das sind Eigenschaften, die ich bei Windows Betriebssystemen bisher nicht in diesem Ausmasse erkennen konnte, und insofern stellt das Windowsphone nicht nur in Bezug auf den Preis und das schicke Gerät eine erfreuliche Überraschung dar.

Update 29.9.2015

Inzwischen habe ich das Windowsphone weggelegt. Ich werde es mir nach dem offiziellen Windows10 Upgrade nochmals genauer vornehmen. Das robuste und schicke Gerät ist sein Geld auf jeden Fall wert. Einige Punkte waren aber ausschlaggebend für den Rückstieg aufs Fairphone. Zum einen schien die ursprünglich sehr gute Akkulaufzeit im Lauf der Zeit abzunehmen, ähnlich wie die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Systems. Das System offenbarte einige Ungereimtheiten, insbes. wenn vieles auf einmal passiert. Aber vor allem mag ich mich nicht mit den meistens wenig leistungsfähigen und kaum gepflegten Apps zufriedengeben. Google+ ist ganz minimalistisch, Facebook bietet Grundfunktionen, ebenso die mir wichtigen GPS Tracker Apps. Irgendwie funktioniert das zwar schon mehr oder weniger, aber zurück auf Android funktioniert es dann eben richtig. Einige der mir wichtigen Apps weisen zudem ärgerliche Bugs auf, die die Usability weiter einschränken.
Der Windowsphone Agent Cortana ist keine ernsthafte Konkurrenz zum Google Universum bzw. Google Now, wo alles in einer magischen Hintergrundintelligenz zusammenläuft (für die wir mit unseren Daten bezahlen, klar). Der Nervfaktor beim Fairphone ist wohl alles in allem für mich geringer.
Dabei verzichte ich inzwischen doch auf das wirklich gute Lumia Display, das etwas schnellere schlankere Grundsystem mit längerer Akkulaufzeit und die m.E. sehr gut bedienbare und übersichtliche WP Kacheloberfläche.
Wers testen will macht bei dem Preis des Lumia 640 sicher keinen Fehler: Für das Geld ein interessantes und gutes Smartphone. Ich werde mir längerfristig wohl das Fairphone 2 zulegen, sofern Fairphone es auch in weiß auf den Markt bringt und ich es mir irgendwann leisten kann.

Jan 092014
 
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Nach 7,5 Monaten Wartezeit konnte ich heute endlich das per Crowdfunding vorbestellte Fairphone in Empfang nehmen. Ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben. Aber das Warten hat sich gelohnt. Man erhält ein gut verarbeitetes solides und hübsches Gerät mit weißem Rand um das Display und einem stabilen Metalldeckel auf der Rückseite, wodurch das Fairphone recht schwer wirkt. Softwareseitig installiert ist eine 4.2er Android-Variante namens Fairphone OS, die nahe am Stock-Android ist, darüberhinaus aber ein paar nette kleine Features bietet, beispielsweise den Fairphone Launcher.
In diesem Artikel sammle ich meine Erfahrungen sowie zahlreiche hilfreiche Links aus den entsprechenden Foren. Ich hoffe, dieser Artikel kann neuen Fairphone Usern etwas Mühe bei der Ersteinrichtung ersparen oder zumindest weiterführende Links bieten.
Allen hier genannten Quellen, Blogs, Artikeln sei für die Information gedankt!

Dieser Blogartikel bezog sich ursprünglich auf das First-Edition-Fairphone mit der initial ausgelieferten Software „Almond“. Fairphone hat seither mehrere OTA Updates mit wichtigen Verbesserungen geliefert, und mein Fairphone läuft immer mit der aktuellen Version, so daß Teile dieses Artikels inzwischen veraltet sind. Teilweise habe ich diese historischen Angelegenheiten noch im Text stehengelassen, als Erinnerung an meinen eigenen Fairphone-Start Anfang 2014. Leider ändern sich viele der hier verlinkten hilfreichen Weblinks immer wieder. Ich habe es inzwischen aufgegeben, den Artikel in Bezug auf solche Links aktuell zu halten.

Übrigens: in diesem aktuellen Fairphone Blogartikel gibt es einen Ausblick auf das ganz neue 2015er Fairphone, noch ohne technische Details, sowie genaue Information mit Spezifikation des Fairphone 1U (Second batch).

Bei der Ersteinrichtung können u.U. einige Dinge zu beachten sein. Das Fairphone kommt ohne vorinstallierte Google Apps und läßt sich so auch einwandfrei betreiben. Manche halten dies für ein wunderbares Feature. Im nackten aber funktionsbereiten Zustand steht nahezu der gesamte interne sowie Telefonspeicher zur Verfügung. Man könnte sich nun einen eigenen Synchronisationsserver (beispielsweise Owncloud) sowie F-Droid als Open-Source Applikationsquelle einrichten. Das Telefon ist serienmäßig gerootet, frei von Bloatware und bietet ab Werk beste Voraussetzungen dafür.

Installation der Google Apps

Wer sein Fairphone aber doch vergooglen will, also seine Daten mit Google syncen will und die typischen Standardapps von Google wie Maps, Google+, Keep, Gmail usw. verwenden möchte, kann mittels des am Homescreen liegenden Google-app Installwidgets alles nachinstallieren. Dies ist ein wenig heikel, aber funktioniert dann letztendlich. Bei einigen Usern ist es allerdings zu Abstürzen und Fehlermeldungen gekommen. Um dies zu umgehen, gibt es ein paar Tipps, die allerdings auch kein Patentrezept, sondern nur mögliche Hilfen bieten. Das Telefon sollte weitgehend im Werkzustand sein. Es muß auf englische Sprache eingestellt sein, und natürlich muß Netzwerkzugang bestehen. Aktiviert man das Installerwidget, so werden die Google Apps heruntergeladen und installiert. Danach startet ein Konfigurationswizard, der einige Fragen stellt (hier wieder englische Sprache einrichten). Dann wird das Telefon gebootet. Nach dem Reboot landet man automatisch in der von Android gewohnten Google Konfiguration, wo man seine Konten und Sync-Optionen einrichten kann. Anschliessend kann man auch die Spracheinstellungen nach Wunsch ändern.
Bei mir kam in der ersten Phase beim Herunterladen trotz Factoryreset und englischer Spracheinstellung mehrmals eine Fehlermeldung „reason of 1004“. Ursache unklar. Beim dritten Mal ging es dann. Ich habe darauf geachtet, daß das Telefon während der Installation nicht in den Screensavermodus geht.

Mehr Info findet man im Fairphone Forum.

Update: nach dem ersten Fairphone Software Update („Caju“) muss das Googleapps-Installer Widget nochmals bemüht werden. Diesmal verlief der Vorgang auf Anhieb problemlos.

Google Maps API

Bei manchen Apps kam es zu Inkompatibilitätsfehlermeldungen bei der Installation aus Google Play. Eine Lösung für dieses Problem wird ausführlich im XDA-Developers Forum vorgeschlagen. Siehe auch den Thread im Fairphone Forum.
Hier wird es auch nochmal beschrieben.
Dieses Problem trat bei mir nicht auf. Lt. eines neueren Statements von Fairphone war dieses Problem bereits zu Beginn der Auslieferung nach etwa 1000 gelieferten Exemplaren behoben worden; dies ist insofern inzwischen irrelevant.

GPS optimieren

Dazu findet man im Web mehrere Quellen:
Die optimale Informationsquelle ist meiner Meinung nach der Fairphone Support-Anrtikel. Hier steht in kurzer Form, wie man ohne zusätzliche Software die nötigen Einstellungen bzgl. AGPS und EPO vornehmen kann. Wenn es in der Praxis funktioniert, sollte das i.W. ausreichen.

Update: Leider wurde dieser sehr informative Support-Artikel inzwischen entfernt oder verschoben. In Kurzform findet man die Information noch hier. Und in ganz kurzen Worten: in den Standorteinstellungen des Fairphone ist bereits alles notwendige zur Beschleunigung des Satfix vorhanden. Man muss keine zusätzliche Software verwenden. Der EPO Download erfordert allerdings etwas Geduld, und der Autodownload funktioniert nicht immer. Bei aktiviertem A-GPS und vor allem aktivem EPO funktioniert das Fairphone GPS gut und schnell.

Veraltete Info:
Der unten folgende Textteil ist inzwischen veraltet und unnötig. Am einfachsten geht man wie oben beschrieben im Einstellungsmenü zu den Standorteinstellungen, tippt die GPS Zeile links an und erledigt dort wie auch im Fairphone Support beschrieben die A-GPS und EPO Einstellungen samt EPO Datei Download. Letzteres klappt nach wiederholten Versuchen irgendwann. Mittels der „Faster GPS“ App kann man noch bessere Settings für A-GPS einstellen. Weitere Apps oder Tools sind nicht notwendig.

Als Teillösung wurde zuvor im Fairphone-Forum ein einfaches Tool offiziell empfohlen.

Weitere genauere Anleitungen gibt es bei chinamobile.de und im new to nexus Blog.
Die auf newtonexus beschriebene Prozedur läßt sich mit dem Fairphone durchführen; genauso das bei chinamobile beschriebene etwas ausführliche Verfahren.
Es geht i.W. darum, ein spezielles Feature des Mediatek GPS auszunutzen, das EPO (Extended Prediction Orbit) File zur schnelleren initialen Lokalisierung. Dazu soll man eine Datei mit GPS Satellitendaten herunterladen und installieren. Der Vorgang wird teilweise auch im loco-toys.de Blog beschrieben.
Nach einigem Experimentieren konnte ich das EPO.DAT File ausschliesslich wie folgt installieren:

  • Download vom Mediatek FTP Server (die ftp Zugangsdaten sind aus den obigen Links ersichtlich). Das muss man leider so lang versuchen, bis es irgendwann klappt. Kann dauern. Man kommt nur selten durch.
  • Heruntergeladenes EPO.DAT File aufs Handy bringen, entweder per Filetransfer oder als Mailattachment. Pfad ermitteln. Tip: Downloads landen in /mnt/sdcard/Download
  • Terminal Emulator App starten, mit „su“ Superuserrechte im Terminal bekommen und File nach /data/misc transferieren:
    su
    cp /mnt/sdcard/Download/EPO.DAT /data/misc/.
  • Zugriffsrechte auf File korrekt einstellen:
    cd /data/misc
    chown gps EPO.DAT
    chmod 644 EPO.DAT
  • Mittels eines geeigneten Tools oder am besten der im allerersten Artikel beschriebenen Standard-Menü-Einstellungen das GPS entsprechend konfigurieren. Ich habe das in den obigen Links erwähnte mobileuncle Tool verwendet, welches erweiterte Möglichkeiten bietet und auch funktioniert, aber man braucht es eigentlich nicht. Die Bedienung des Tools ist im new to nexus Blog gut beschrieben. Das Tool zeigt nach erfolgreicher Prozedur die Daten des verwendeten EPO.DAT Files im EPO Panel an. Aber auch im vorhandenen Android-GPS Einstellungs-Menü sieht man bei aktiviertem EPO, ob das heruntergeladene EPO File aktiv ist, und wie lange es gültig ist.

Die ganze EPO-Prozedur ist insofern etwas fragwürdig, als das jeweils aktuelle EPO.DAT File immer nur einen Monat lang gültig ist und dann ersetzt werden muß. Der Autodownload mittels mobileuncle Tool hat bei mir bisher leider nie geklappt. Man wird sehen, ob bei Ablauf des gültigen EPO Files dann tatsächlich ein automatischer Download des neuen Files erfolgen wird. Nur dann hat das Verfahren einen Sinn, denn manuell werde ich das sicher nicht Monat für Monat durchziehen.

Alle Angaben ohne Gewähr! Keine Haftung für mögliche Probleme bei der Durchführung dieser Schritte.

Die Kamera

Über die Fairphonekamera gab es im Vorfeld viel Diskussion. Sowohl professionelle Tester als auch User stellten einen störend deutlichen Rotstich in der Bildmitte vieler Bilder fest. Und das entsprach bei der ausgelieferten Firmware leider den Tatsachen. In hohem Masse hängt es von der Belichtungssituation des Bildes ab. Ändern sich die Bedingungen, so verliert man sofort die Vergleichbarkeit zwischen Testbildern.

Vergleiche ich die Fairphone Kamera mit der Kamera meines 2011er Sony Xperia Active, so könnte ich nicht generell sagen, dass das neuere Fairphone besser wäre, trotz dessen höherer Auflösung. Die Ergebnisse sind viel zu unterschiedlich, bzw. variieren zu stark. Bei sauberer Handhabung der Kamera gelingen mir aber meistens brauchbare Aufnahmen, die von der Schärfe her besser als beim alten Smartphone sind.

Ich mache auch gerne Panoramaaufnahmen, daher sind hier zwei auf 1920px Breite herunterskalierte und leicht nachbearbeitete Testaufnahmen zu sehen. Mit dieser Qualität bin ich zufrieden. Allerdings gab es beim Fairphone oft Probleme mit dem Fokus bei Panoramaaufnahmen. Viele wurden leider unscharf. Die einzige Chance zur Verbesserung der Schärfe bei Panoramas schien bei mir ein sehr langsames Bewegen des Smartphones zu sein, am besten keine Bewegung wenn die Pfeile im Display sich decken.

Panorama-Aufnahme mit Fairphone Kamera, auf 1920px schmal skaliert

Panorama-Aufnahme mit Fairphone Kamera, auf 1920px schmal skaliert


Panorama-Aufnahme mit Fairphone Kamera

Panorama-Aufnahme mit Fairphone Kamera, auf 1920px schmal skaliert

Bei Finsternis lassen sich Bilder machen, die zwar verrauscht, aber mit etwas einfacher Nachbearbeitung halbwegs akzeptabel sind, wie im rechten Bild zu sehen ist. Ganz so schlimm, wie einige Tests befürchten liessen scheint mir die Kamera des Fairphone insofern nicht zu sein.

Im Fairphone Forum gibts einen Thread mit offiziellem Statement dazu. Fairphone hat inzwischen das erste OTA Softwareupdate offiziell angekündigt, welches u.a. eine Verbesserung der Kamera in Bezug auf die Belichtungsauswertung bringen soll. Offensichtlich reagiert man auf die Wünsche der User sehr schnell. Eine derartig schnelle und punktgenaue (teils sogar community-getriebene) Update-Policy ist meiner Meinung nach ein weiteres sehr wichtiges und erfreuliches Argument für den Hersteller.

Update: mit dem ersten Fairphone Software Update („Caju“) wurde das Problem des penetranten Rosastichs in vielen Bildern behoben. Auch die Qualität von Nachtaufnahmen soll lt. Fairphone verbessert worden sein. Drei Testaufnahmen mit der neuen Software folgen:

Update 25.4.2014: Alles in allem finde ich nach einigen Monaten der Nutzung meine Erfahrungen mit der Kamera des Fairphones durchwachsen. Bilder aus freier Hand geraten manchmal ohne Not unscharf. Der Landschaftsmodus fokussiert anscheinend nicht immer richtig. Man hat keine Tiefenschärfe. Generell ergeben sich bei mir immer wieder ölbildartige Effekte in Landschaftsaufnahmen, insbes. bei entferntem Blattwerk.
Der automatische Motivmodus scheint noch am besten zu funktionieren, versagt aber gern mal bei Nahaufnahmen. Diese sollte man im Display genau prüfen und so lange wiederholen, bis sie irgendwann doch mal scharf werden.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, das Gerät zum Fotografieren aufzulegen, wenn man sicher ein scharfes Bild möchte. Gerade auch beim Pseudo-HDR Modus scheint das wichtig zu sein, sonst sieht grade auch hier das Ergebnis aus wie ein Ölbild. Im Randbereich hat man immer noch eine leicht rötliche Färbung, die mich aber nicht sonderlich stört. Die Bilder weisen je nach Motiv mehr oder weniger starke Verzerrungen auf.

Mein Fairphone funktioniert insgesamt tadellos, aber die Kamera könnte gern etwas hochwertiger sein. Es sind mir bereits viele schöne Aufnahmen gelungen, aber eben auch überraschend schlechte Bilder bei eigentlich guten Bedingungen. Ich bin daher unentschlossen, ob ich für Urlaubsfahrten eher mit dem Fairphone oder sicherheitshalber doch lieber mit dem alten Xperia Active knipsen werde. Letzteres hat verlässlich funktionierende Motivmodi und liefert i.W. die erwarteten Ergebnisse ohne böse Überraschungen. Insbes. werden Panoramaaufnahmen nicht grundlos unscharf.

Update:
Inzwischen hat Fairphone das zweite OS Update „Chestnut“ (Fairphone OS 1.3) herausgebracht. Bisher gelingen die meisten Bilder nach dem OS Update recht brauchbar, und das gilt auch für Panoramaaufnahmen! Der oben beschriebene Ölbildeffekt tritt auf, wenn man aus freier Hand fotografiert.

Fairphone Testbild Pseudo HDR mit Blättern

Fairphone Testbild Pseudo HDR mit Blättern, OS Fairphone 1.3, Chestnut

Update: und bei der ersten Urlaubsreise nur mit dem Fairphone als Kamera hat es sich inzwischen ebenfalls gut bewährt. Also Daumen hoch für die Kamera. Sie tut es für mich.

Diverses

Probleme sind beim Betrieb meines Fairphones bisher kaum aufgetreten. Hin und wieder (vielleicht einmal täglich) stürzt das System ab und startet sich neu. Dies passierte bei mir nur während aktiver Bedienung, aber nicht im Standby.
Update: Seit dem Caju Software Upgrade gab es bei mir keine solchen Abstürze mehr.

Das Case passt brauchbar, insbes. die Mikrofonöffnung sitzt exakt richtig. Das rechte untere Eck des Gerätes rutscht allerdings ganz leicht heraus. Der obere Rand des Case ist etwas zu dünn, um das Smartphone wirklich sicher halten zu können.

Die Bluetooth Implementierung ist in Bezug auf Medienwiedergabe und Freisprechen problemlos. Autofreisprecheinrichtung (Audio-Link) sowie Media-Player (Belkin, Raikko und Maginon getestet) funktionierten auf Anhieb bei sehr schnellem Connect. Das habe ich bei früheren Smartphones mühsamer in Erinnerung. Weniger gut sieht es bei Verwendung einer Bluetooth Tastatur aus. Meine iClever Rii Mini Tastatur paired sich zwar erfolgreich mit dem Fairphone, nach dem Pairing passiert allerdings nichts mehr. Die BT Verbindung wird nicht aktiv.
Die Tastatur arbeitet mit meinem Xperia Active (Android 4.0.4) auf Anhieb problemlos, daran liegt es also nicht. Ich befürchte, dass beim Fairphone irgendein bestimmter Treiber o.dgl. für Bluetooth Tastaturen komplett fehlt, denn beim Sony wird die Aktivierung der Tastatur aktiv vom System erkannt und gemeldet, wohingegen das Fairphone keine Reaktion zeigt.
Update: mit dem ersten Software-Update wurde dieses Problem behoben.

Die Wifi-Konnektivität scheint einwandfrei. Das Fairphone erweist sich diesbezüglich mindestens so stabil wie das Xperia Active (besserer Webradio Empfang im Keller als letzteres). Was die Funk-Empfangseigenschaften angeht, wird man beim Fairphone die Lage der rückwärtigen Metall-Abdeckung berücksichtigen müssen, vermute ich. Hält man das Gerät ungünstig, so wird der Empfang sich vermutlich verschlechtern.

Mehrere User berichteten von einem ärgerlichen Problem mit der Lautstärketaste. Es kommt bei Betätigung gelegentlich zu System-Restarts. Dieses Fehlverhalten habe ich inzwischen auch bei mir beobachtet. Es dauert bei mir allerdings relativ lange, bis das Telefon nach Druck auf die Taste neu startet, daher ist mir dieser Zusammenhang zunächst entgangen. Daß etwas schiefläuft, erkennt man, wenn der Lautstärkebalken nicht erscheint.
Update: dieses Problem scheint mit dem ersten Software Update leider nur teilweise behoben zu sein. Es gibt keine Restarts mehr, allerdings erscheint bei Betätigung der Anzeigebalken nicht oder nur stark verzögert, und manchmal bleibt der Balken dann zu lange im Bild.

Der Wecker beim Fairphone funktioniert auch, wenn das Telefon komplett abgeschaltet ist. Das ist für mich eine sehr nützliche Neuerung. Das Smartphone fährt für einen Alarm selbsttätig hoch. Man kann das Gerät nach dem Alarm eingeschaltet lassen. Allerdings funktioniert bei dieser Art des Einschaltens die Synchronisation mit Google bei mir nicht oder nicht einwandfrei (beispielsweise kein Kalendersync). Beheben kann ich das nur, indem ich das Telefon nochmals neu (und normal, also ohne Weckeralarm) starte.

Auch bei anderen Android Smartphones gibt es erfahrungsgemäß die eine oder andere Softwaremacke. Fairphone hat aber einen einen sehr kooperativen Online-Kundensupport, ein inzwischen sehr ausführliches und hilfreiches Support Forum mit einer kompetenten Community dahinter und arbeitet zeitnah an den notwendigen Bugfixes. Spaß macht mir das Gerät auf jeden Fall, und die Systemleistung scheint bisher einwandfrei zu sein.
Ich würde das Fairphone daher empfehlen, wenn man ein hübsch designtes und sehr solides Smartphone will, wenn man diese Firma bzw. ihre Ziele unterstützen möchte, und wenn man irgendwann ein noch faireres Smartphone namens Fairphone 2 am Markt haben will.

Update und langfristiges Resümee 04/2015

In aller Kürze meine Schwerpunkte nach 16 Monaten mit dem Fairphone 1, aktuell Softwarestand Fairphone OS 1.8 „Kola Nut“:

  • PRO Kamera: Bildqualität immer angemessen, meinem alten Xperia Active jederzeit überlegen. Urlaubstauglich.
  • PRO Funktion, Haltbarkeit, Akkulaufzeit, Betriebszuverlässigkeit: keine Probleme, keine Abstürze
  • PRO Design: immer noch sehr zufrieden mit dem Design des Fairphone 1
  • PRO Software: alte Version, aber gepflegt
  • CON Display: bei direkter Sonne nicht ablesbar. Winzig kleine Macke im Glas. Sicherlich selbstverschuldet, aber Ursache nicht klar. Das Glas sollte robust sein, es gab bisher keine „Unfälle“.
  • CON Software: kein aktuelles Android. Ein paar kleinere funktionale Geschichten.
  • CON Telefonfunktion: Nach wie vor dauert es viel zu lang, bis man die „Auflegen“-Schaltfläche beim Neigen des Gerätes angezeigt bekommt. Insbes. wenn man noch dazu bei starkem Sonnenlicht telefoniert, und eigentlich gar nichts erkennt am Display.

Ich freue mich bereits aufs Fairphone 2!

Artikel, Blogs, Links, Forenthreads

Mrz 272013
 
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Für kleinere Fahrradrunden sowie gelegentliche Navi-Einsätze unterwegs schätze ich das sehr universelle Smartphone, mein Outdoorphone Xperia Active. Das Telefon nutze ich seit längerem, und es hat sich bewährt. Allerdings war mir die Bloatware auf dem Gerät immer ein Dorn im Auge. Inzwischen war für nötige Updates manchmal nicht mehr genug Platz im Telefonspeicher, weil sich dort unbrauchbare „System“-Apps (Games, FB Kram, Officepaket, Acroreader, …) breitmachen, die nicht deinstallierbar sind. Um diese loszuwerden, mußte ich das Gerät rooten. Das Rooten von Smartphones (manchmal auch als Jailbreaking bezeichnet) ist meist eine sehr umständliche vollkommen unintuitive Prozedur, die man sich aus unterschiedlichsten Quellen zusammenfrickelt. Es ist ein Kampf mit Downloadhostern, falschen Versionen, toten Links, zig offenen Browsertabs, veralteten Informationen und reihenweise Offtopicposts in den entsprechenden Forenthreads und dazwischen quasi wie versteckte Perlen immer wieder echt hilfreiche Hinweise von Leuten, die sich auskennen. Und so ist es auch hier.

Keine Gewähr für Richtigkeit bzw. Anwendbarkeit der hier wiedergegebenen Informationen. Die hier beschriebenen Verfahren können Ihr Telefon bzw. die Daten darauf unbrauchbar machen. Sollten Sie diesen Blogartikel verwenden, um Ihr Telefon in irgendeiner Weise zu bedienen oder zu konfigurieren, so tun Sie dies vollkommen auf eigene Gefahr. Weder der Blogautor, noch dieser Artikel, noch die hier zitierten und angeführten Weblinks, Foren und sonstigen Quellen können im Falle einer Beschädigung oder Datenverlust und Zeitverlust irgendwelche Hilfe leisten. Rechnen Sie auf jeden Fall mit technischen Problemen!

Im Reinraum unter Optimalbedingungen schafft man es bei bereits fertig vorinstallierten Spezialtools auf einem Windowsrechner in ca. 10 Minuten. Leider sind Reinraumbedingungen mehr als unrealistisch.

Obwohl das zweimalige Flashen des Systems die Konfiguration und die Nutzerdaten grundsätzlich nicht beschädigt, habe ich es letztendlich trotz mehrerer Iterationen mit jeweils abgewandelten Vorgehensweisen nicht geschafft, daß mein Telefon wieder funktionierte und dabei mein Setup noch vorhanden war. Ich mußte irgendwann auf Werkseinstellungen zurücksetzen, um das Gerät nach den nötigen Arbeitsschritten wieder funktionsfähig zu machen. das Gerät enthielt den aktuellen Firmwarestand ICS 4.0.4. (Releasekürzel „.587“).

Das Reinraum-Verfahren läuft grundsätzlich so:

  1. Flashen eines alten Android 2.3.4 Betriebssystems (Gingerbread, „GB“, Releasekürzel „.42“) –> Flashtool
  2. Anwendung eines bestimmten root-Exploit, der nur mit diesem System funktioniert –> integriert im Flashtool, Schloss-Symbol
  3. Vorbereitung des Gerätes für das Flashen des aktuellen und offiziellen 4.0.4. Systems („.587“) durch das erste von zwei Skripten aus dem XperiaRoot.rev4 Utility-Paket
  4. Flashen dieser aktuellen System-Firmware „.587“ –> Sony Update Service
  5. Installation einiger notwendiger Tools und des „CWM“ (Clock Work Mod) mittels des zweiten Skriptes aus dem bereits erwähnten XperiaRoot.rev4 Pakets, und zwar vor der ersten PIN Eingabe

Damit das funktioniert, muß USB Debugging am Smartphone aktiviert sein, der USB Modus MTC (Massenspeicher) eingestellt sein und fremde Paketquellen erlaubt sein. Dann braucht man die ADB Treiber am Windows Rechner. Diese kommen mit dem Sony Update Service Tool und/oder dem Sony PC Companion.
Leider traten in meinen diversen Iterationen mehrere unterschiedliche Probleme auf. Einmal wurde aus unerfindlichem Grund ein veraltetes ICS System geflasht. Ein nochmaliger Upgrade auf das aktuelle ICS („.587“) löschte dann root. Zum anderen kam es bei allen Versuchen nach dem Flashen der aktuellen Version zum Bootloop. Das Telefon beschwerte sich mittels Popups über diverse Apps, die ich installiert hatte. Die com.android.phone App stürzte permanent ab. War Wifi aktiviert, so restartete sich das Telefon permanent, so daß man nichts mehr damit machen konnte. Zum Abschalten mußte man beim weißen Start-Schriftzug die leiser-Taste wiederholt drücken, so daß man in den Recovery Manager des CWM kommt, wo man das Telefon geordnet stoppen kann bzw. die Userdaten usw. löschen kann.

Und letztendlich führte kein Weg um das Löschen aller Userdaten herum. Erst dann war das geflashte und gerootete aber leider loopende Phone wieder betriebsbereit und konnte komplett neu konfiguriert werden. Hier würden sich ggfs. diverse Backupprogramme empfehlen, mittels derer man sich das Neukonfigurieren wohl ersparen könnte. Das Backup muß man natürlich vor dem ganzen Vorgang erstellen!
Und leider ist der Root kein permanentes Feature, sondern geht mit weiteren Systemupgrades des Telefons wieder verloren.
Mit ein paar Stunden Experimentierens muß man auf jeden Fall rechnen.

Hier eine Reihe von Weblinks auf Informationsquellen, aus denen ich mir mein Prozedere und diverse gute Tipps herausklamüsert habe:

  1. http://talk.sonymobile.com/thread/44426
  2. http://talk.sonymobile.com/message/398771#398771
  3. http://forum.xda-developers.com/showthread.php?t=1346198
  4. http://forum.xda-developers.com/showthread.php?t=1695514

Danke an all diese Quellen! Unter Zuhilfenahme obiger Links habe ich mit folgenden Tools und Downloads gearbeitet (Downloadmöglichkeiten sind in obigen Links zu finden):

  • Flashtool: Flashen des rootbaren Alt-Systems (Gingerbread, per Releasekürzel oft als „.42“ bezeichnet) sowie Anwendung des root-Exploits
  • Sony Update Service („SUS“, „SEUS“): Zurückflashen des neuesten Systems nach dem Rooten mit Gingerbread. Holt sich selbst die neueste Firmware.
  • XperiaRoot.rev4: Hilfs-Skripten zur Vorbereitung des zweiten System-Flashvorgangs und Installation notwendiger Tools auf dem Telefon nach dem Flashen
  • Diverse Entpacker (unrar, 7zip)
  • Die alte .42er Firmware

Nein, Spaß macht das keinen, und darüberhinaus kostet es Zeit und Nerven. Empfehlen würde ich sowas also keinem. Wem aber am Telefon der Platz ausgeht, der wird nicht drumrumkommen. Ich hoffe, dieser ziemlich wortreiche Artikel kann dazu hilfreich sein. Man sieht daran schon, was etwa auf einen zu kommt.

Wie geht man am besten vor? Rechnet mit Verlust eurer Konfiguration, Apps, Accounts und Daten. Erhalten bleiben Fotos, Kartenmaterial, Musik usw., die sich auf der SD Karte befinden. Die SD Karte muß man übrigens während des gesamten Verfahrens nicht entnehmen. Ich hatte es bei einer Iteration versucht, aber es nutzte weder, noch schadete es.

Nehmt euch das bei den obigen Links an erster Stelle aufgeführte Posting zur Brust. Dort ist das Verfahren am klarsten, einfachsten und auch am aktuellsten zusammengefasst. Allerdings sind die dortigen Downloadlinks teils nicht mehr aktuell bzw. funktionieren gar nicht. Immerhin liefert dieses Posting eine Downloadmöglichkeit für die notwendige Alt-Firmware „.42“. Außerdem würde ich für den zweiten Flash-Vorgang zurück auf das aktuelle System nicht mehr das Flashtool, sondern Sony Update Service nehmen, da dieses automatisch die richtige Software für das Telefon sucht und aufspielt. 01-local-prop und 02-push-root-files sind die beiden Utility Skripten, die ich oben beschrieben habe. Diese erhält man mit dem Download des XperiaRoot.rev4 Pakets. Den Downloadlink muß man sich aus den obigen Links rauswühlen.

Root auf Xperia Active Android 4.0.4 .587Nach dem Flashen des alten Systems wird das Telefon vermutlich reihenweise Popup-Fehlermeldungen raushauen, weil die installierten Apps inkompatibel sind. Diese konnte ich zwar ignorieren und erfolgreich weitermachen, da das Telefon grundsätzlich bedienbar bleibt. Als aber nach Fertigstellung des Verfahrens auf der aktuellen Firmware immer noch Fehlerpopups kamen, bzw. das Telefon nach Wifi Aktivierung sofort in einen Bootloop ging, war es unumgänglich, es per CWM („Leiser“-Taste beim Booten mehrfach drücken) auf Werkseinstellung zurückzusetzen.
Unter welchen Umständen dies vermieden werden könnte, weiß ich nicht. Vermutlich garnicht, da eine der betroffenen Apps eben die Phone-App selbst war.

Hat man es dann schließlich irgendwann entnervt geschafft, dann braucht man neben dem automatisch mitinstallierten superuser Tool noch einen rootfähigen Filemanager, der es ermöglicht, die ganze Bloatware zu löschen. Diese Tools gibts reihenweise im Market (Google Play). Ich verwende ein Tool namens „Uninstall Master“.

Sony Ericsson Xperia Active von Auto überrollt

 GPS, Handy, Elektronik  Kommentare deaktiviert für Sony Ericsson Xperia Active von Auto überrollt
Mrz 232012
 

So sieht ein 3 Monate altes Sony Ericsson Xperia Active Outdoor Smartphone aus, nachdem es in der abgebildeten Silikonhülle auf die Strasse gefallen ist und von einem Auto überrollt wurde.


Das Handy hat den Unfall in eingeschaltetem Zustand und bei voller Funktionsfähigkeit überstanden. Es ist nicht deformiert. Das Display ist makellos, nur die nachträglich aufgeklebte Schutzfolie hält nicht ordentlich. Auch die durch die Silikonschutzhülle geschützte Rückseite ist makellos, insbes. auch die wasserdichten Klappdeckel über den beiden Anschlüssen sowie die Anschlüsse selbst!
Leider ist der Fall dennoch sehr ärgerlich für mich: der Alurahmen um das Display ist stark verschrammt und das im Telefon eingebaute Barometer liefert nurmehr stark springende Werte. Es hat wohl dem Überdruck nicht standgehalten.
Nichtsdestotrotz, dieses Gerät ist quasi unzerstörbar und übertrifft alles, was ich bisher kannte. Ich staune.

Update: In diesem Shop gibt es die innere Abdeckung des Xperia Active nachzukaufen.
Das ist wichtig, falls der transparente Teil über der Kamera so zerkratzt ist, daß die Bildqualität leidet.

Tipps zu Oruxmaps

 GPS, Handy, Elektronik  Kommentare deaktiviert für Tipps zu Oruxmaps
Mrz 012012
 
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In diesem Artikel sammle ich kleine Bedienhinweise und Tipps, die bei der Nutzung der Android-GPS Applikation Oruxmaps insbes. beim Fahrradbetrieb nützlich sein können. Das Programm ist sehr leistungsfähig, hat aber eine unübersichtliche Menüstruktur, und manchmal fehlen Übersetzungen. Ich nutze es seit Version 4.8.1 auf meinem Sony Ericsson Xperia Active Smartphone. Die meisten der folgenden Hinweise sollten unabhängig sein von der Hardware.

Der Artikel bezieht sich auf Oruxmaps in der Version 4.8.xx. Mit Version 5 wurde die Bedienung und die Oberfläche überarbeitet. Einige der folgenden Hinweise sind damit veraltet oder funktionieren zumindest nicht mehr eins zu eins.
  1. Kartendarstellung in Fahrtrichtung: Einstellungen -> Karten -> Karten Modus -> nach oben
    Oruxmaps Hauptmenü

    Oruxmaps Hauptmenü

    Oruxmaps Einstellungen

    Oruxmaps Einstellungen

    Oruxmaps Einstellungen Karten

    Oruxmaps Einstellungen Karten

    Oruxmaps Auswahl für Karten Modus

    Oruxmaps Auswahl für Karten Modus

  2. Display: Einige Einstellungen für das Display:
    Kartenskalierungsbalken: Einstellungen -> Anzeige -> Diverse UI -> Skala [on]
    Bessere Bedienbarkeit: Einstellungen -> Anzeige -> Buttons -> Große Tasten [on]
    Angezeigte Informationsfelder: Einstellungen -> Anzeige -> Anzeigemenu -> Anzeige
    Hier kann man die im Tracklog Modus gewünschten Anzeigefelder konfigurieren, u.a. auch den barometrischen Druck, die Herzfrequenz und vieles mehr.
    Displayrotation verhindern: Einstellungen -> Applikation -> AutoRotation [off]
    Beim Fahrradbetrieb wird das Display sonst allein aufgrund der Bewegungen des Fahrrades ständig kippen.
    Display nicht abschalten: Einstellungen -> Applikation -> Bildschirm aktiv [on]
    Unabhängig von den Telefoneinstellungen wird das Display aktiv bleiben, so lange Oruxmaps im Tracklogmodus ist.
  3. Genaueres Höhenprofil: Einstellungen -> GPS -> Barometer for elevation [on]
    Mittels dieser Einstellung wird die Höhe nicht mehr per GPS Signal sondern über das eingebaute Barometer ermittelt. Die entstehenden Höhenprofile sind erheblich realistischer. Ich habe übrigens die Aufzeichnung der gefahrenen Höhenmeter während einer Runde direkt verglichen mit meinem Garmin Oregon GPS. Die berechneten Werte unterschieden sich während und nach der Testrunde nur um ganz wenige Meter und waren sogar zeitweise identisch. Wichtig: vor Aktivierung des Track-Loggings den Satfix sowie die automatische Kalibrierung der Höhenanzeige abwarten. Dies kann einige Zeit dauern. Startet man das Logging mit der bei Betriebsbeginn u.U. extrem abweichenden Höhenanzeige, so wird sich das Barometer nicht mehr kalibrieren und eine Höhenauswertung ist nicht möglich.
  4. ANT+ Aktivierung: Einstellungen -> Herz Monitor -> Use ANT+ HRM [on]
    Der Verbindungsaufbau zum Sensor geschieht dann bei jedem Tourstart zu Beginn der Trackaufzeichnung über das Topmenü („Start HRM“).
    ANT+ im Flugmodus: Der Betrieb mit ANT+ Pulsgurt ist leider nicht im Flugzeugmodus möglich, egal in welcher Reihenfolge man was aktiviert. Das kann bei Auslandseinsatz lästig sein.
  5. Voice-Coach und Warntöne: Einstellungen -> Sprachausgabe/Sounds -> Diverse Unterpunkte:
    Hier kann man die per Sprachansage auszugebenden Daten sowie das Ansageintervall konfigurieren. Darüberhinaus stellt man hier Warn- und Hinweistöne ein, beispielsweise bei erfolgtem Satfix, bei Unter- oder Überschreiten einer bestimmten Herzfrequenz, bei Verlassen eines Tracks u.v.m.. Zu beachten ist, daß Sprachansagen durch Oruxmaps nur möglich sind, wenn entsprechende Sprachdateien auf dem Smartphone installiert sind. Dies ist in den generischen Telefoneinstellungen für Spracheingabe und -ausgabe durchzuführen. Sollten also die Oruxmaps Sprachansagen komplett ausbleiben, so muß man diesen Punkt prüfen. Sollte einem die Tante zu langsam labern (nervt bei langen Ansagen), so kann man bei den beschriebenen Systemeinstellungen die Sprechgeschwindigkeit allgemein auf „schneller“ stellen.
  6. Kartenzoom per Tasten: Einstellungen -> Sprachausgabe/Sounds -> Zoomen mit den Lautstärketasten [off/on]:
    Wer unterwegs eine Musikwiedergabe laufen hat, wird hier auf [off] stellen, sonst kann man die Lautstärke nicht regeln. Wer auch mit Handschuhen die Karten zoomen können will, stellt hier auf [on].
  7. Upload und Auswertung von Trainingseinheiten: Einstellungen -> Integration
    In diesem Untermenü lassen sich die Logindaten für zahlreiche Online-Auswertungssysteme konfigurieren. Nach erfolgter Trainingseinheit wird beim Beenden des Tracklogmodus der Track gespeichert. Man kann die Trainingseinheit dann jederzeit in eines der hier konfigurierten Systeme hochladen oder sich den Track an eine hier einstellbare Mailadresse senden lassen oder direkt nach gpsies.com hochladen. Ich habe gute Erfahrungen mit http://trainingstagebuch.org/. Dies ist insbes. für Radfahrer interessant, die auch Ergoplanet mit Daum Ergometern nutzen, denn Ergoplanet kann die Stationärtrainings ebenfalls ins Trainingstagebuch hochladen.
  8. Im Gegensatz zu Garmin GPS Geräten wird bei Oruxmaps die Aufzeichnung des Trainings mit Herzfrequenz unterbrochen, wenn man unterwegs vom Tracklogmodus in den Routingmodus wechselt, also sich einen Track einstellt, um diesem zu folgen. Oruxmaps fragt bei Wechsel des Betriebsmodus nach, wie es mit dem vorhandenen Track verfahren soll, also ob man fortsetzen oder einen neuen Track starten will.
  9. Applikationswechsel: Möchte man während eines Trainings oder einer Tour zu einer anderen Applikation wechseln, ohne Oruxmaps zu unterbrechen, so gelingt dies über den Home-Button des Telefons, der einen zum Homescreen führt. Man kann Oruxmaps zwar wieder aufrufen ohne Unterbrechung der Aufzeichnung, allerdings kann es dabei zu einer Wiederherstellung kommen (siehe nächster Punkt), so daß man manuell eingreifen muß. Läßt man Oruxmaps längere Zeit im Hintergrund laufen und eine andere App in Vordergrund (z.B. Musikspieler), so kann es passieren, dass Oruxmaps vorübergehend inaktiv wird, die Aufzeichnung somit lückenhaft ist. Man sollte also in jedem Fall Oruxmaps im Vordergrund laufen lassen und ggfs. andere Apps nur im Hintergrund.
  10. Wiederherstellen: zuweilen kann es vorkommen, daß Oruxmaps nach einer Unterbrechung via Homebutton o.dgl. eine Meldung a la „Wiederherstellung des Zustandes“ o.dgl. bringt. Geschieht dies während einer laufenden Aufzeichnung, so sollte man prüfen, ob der Herzmonitor ebenfalls wieder aktiviert wird. Ist dies nicht der Fall, so kann man den Herzmonitor über das Topmenü stoppen und reaktivieren, so wie man es zu Beginn der Tour macht.
  11. Kalibrieren des Barometers: Bei MTB-News.de erschien dankenswerterweise kürzlich dieser interessante Hinweis zum Thema Barometer.
  12. Mein Gerät wurde kürzlich per PC Companion auf Android 4.0.4 (ICS) upgraded. Dies war problemlos. Bisher scheint alles wie gehabt zu funktionieren, auch Oruxmaps mit der barometrischen Höhenaufzeichnung. Aussage natürlich ohne jede Gewähr. Da experimentiere ich derzeit noch mit den Details.
  13. Tolle Quelle für OSM Kartenmaterial: Openandromaps: OSM Vektorkarten mit Höhenlinien und eingezeichneten Radrouten. Funktioniert direkt in Oruxmaps auf dem Xperia Active. Installationsanweisung und alles weitere auf der verlinkten Webseite. Parallel betreibbar mit den Karten von http://download.mapsforge.org/maps/europe/