Cube Cross Hybrid One Umbaustufe 3

Ein kleines Winterprojekt war aus Gründen notwendig geworden, und dabei ergeben sich mal wieder erwünschte Teilerotationen. Nochmals geht es ans Pedelec, nachdem ich bereits das neue Hinterrad ein zweites Mal aufgebaut hatte. Ursächlich war ein Händler-Angebot über eine Carbongabel aus einem Diamant Zouma+ Pedelec (Hersteller: Trek). Vorteile sind: 455mm statt 480mm Einbauhöhe (verbesserte Geometrie, mein Hauptargument), dann Steckachse statt Schnellspannklemmachse, 180mm Bremsscheibe zulässig, direkt aus artverwandtem Pedelec stammend.
Nachteil: die Zouma+ Gabel wird allein schon wegen des Aluschaftes deutlich schwerer sein als die bisherige mit 600g superleichte voluminöse und vielleicht auch hochwertigere Cube Urban Vollcarbongabel, welche für diesen Einsatzzweck qualitativ voll ausreichend ist. Zudem passt die bisherige Cube Gabel farblich direkt ans Rad und hat einen nahezu perfekt formschlüssigen Anschluß ans Steuerrohr, was man bei der Zouma Gabel (grau) erst noch sehen muß.

Die Laufräder

Vorderrad

Mit dem Umbau auf eine Steckachsgabel vorne wird ein neues Vorderrad fällig. Statt des bisherigen Nabendynamolaufrades (SON 20R, Felge DT Swiss RR521db 32 Loch Konfiguration) kommt nun ein Rad mit einer DT Swiss 350 straight pull Centerlock Steckachsnabe (15mm x 100mm), identischem Felgentyp, aber 28 statt 32 Loch. Einige der nötigen Teile sind im Artikelbild sichtbar, insbesondere auch der Unior Steckachsadapter für meinen billigen Zentrierständer, mittels dessen man die Steckachsnabe quasi wie eine Schnellspanner-Klemmnabe einspannen kann.

Hinterrad

Und bei dieser Gelegenheit nehme ich auch das Thema Hinterrad nochmals in Angriff. Die letztens nachgerüstete sehr leichte Novatec straight pull Nabe ist extrem filigran, etwa daumendick, hat zudem einen sehr schmalen Flanschabstand. Ich werde diese Nabe in den Streetstepper übernehmen, wo sie im kleinen 406mm Hinterrad besser passt.
Die dort verbaute DT Swiss 350 straight pull Nabe kommt stattdessen nun ins Pedelec. Dazu muß ich beide Hinterräder auflösen und mit je einem neuen Satz Speichen wieder aufbauen. Auf diese Weise hat das Pedelec vorne und hinten perfekt passende Laufradkomponenten, und der Streetstepper kommt zumindest am Hinterrad bei dieser Gelegenheit wieder in den Genuß der etwas leichteren schwarzen Kinetix Comp Felge statt der zwischendurch verbauten schwereren weißen Felge. Ich hatte mehrere 406mm Räder damals auf die weißen Felgen umgerüstet, was ich später dann fast bereut habe.

Beim Tausch der Hinterradnaben zwischen dem Pedelec und dem Streetstepper entstanden folgende Bilder. Das große Laufrad ist dabei noch nicht fertig, denn es wurden leider drei Speichen in falscher Länge geliefert.

Ein weiteres Argument für den Nabentausch gibt es: Bereits mehrmals habe ich Novatec Naben verbaut, diese aber eher selten bei schlechtem Wetter betrieben. Vor kurzem musste ich bei der Novatec Superlight Race Hinterradnabe am Tern Verge X10 (klicken und runterscrollen!) einen beginnenden Lagerschaden feststellen. Das Tern ist aktuell die zweite Wintersaison im Einsatz und hatte etwas Wintermatsch und Streusalz abbekommen, bei guter Pflege und Lagerung versteht sich. Die sehr leicht laufenden Lager der Novatec Naben sind da relativ anfällig, weil sie nur minimal gedichtet sind. Einen interessanten Beitrag dazu gibt es bei Radplan Delta. Ich möchte mir solchen Aufwand ersparen und verwende im Pedelec insofern lieber die robusten und wartungsarmen DT Swiss Naben, zumal die DT 350 straight pull Naben mittlerweise preislich wirklich erschwinglich geworden sind.

Beim Aufbau des Rades mit der DT Swiss RR 521 Felge ist mal wieder die richtige Handhabung der PHR Washer, also dieser gewellten Unterlegscheiben zur Verstärkung des Nippelsitzes in der Felge zu beachten.

Das ganze Gefrickel dabei ist für mich eine angenehme spätabendliche Beschäftigung, die Kosten halten sich in Grenzen und das Ergebnis ist in jeder Hinsicht vernünftig.

Beleuchtung

Beim vorigen Pedelec Umbau war einer der wichtigen Punkte genau das Nabendynamo Vorderrad gewesen, welches für die jederzeit (auch ohne Akkurestgehalt) funktionierende Beleuchtungsanlage grundlegend ist. Der Wegfall des Nabendynamo ist ein wenig schmerzhaft und erfordert nun den Einsatz einer reinen Pedelec Lichtanlage, die über den Bosch Akku betreibbar ist. Dies wird die bisher hervorragende Akkureichweite spürbar reduzieren, wird aber in der Praxis bei meinen Strecken keine echten Nachteile bringen. Man muß als erstes die Lichtversorgung in der Bosch Software aktivieren, was nur beim Händler möglich ist. Dann benötigt man zwei Bosch-Kabel,für Scheinwerfer und Rücklicht. Diese müssen durch den Rahmen in das Motorgehäuse innenverlegt und dort eingesteckt werden. Zuletzt müssen neue Beleuchtungsteile am Rad befestigt werden und an die verlegten Kabel angeschlossen werden. Man kann dann durch langes Betätigen der Plus-Taste am Purion Display das Licht ein- und ausschalten.

Längere Zeit unschlüssig war ich über die zu beschaffenden Lichtteile. Investiert man in ein Supernova M99 mit Fernlicht, welches dann echt Strom (und Geld) zieht, oder backt man kleinere Brötchen mittels eines nur maximal halb so teuren und keineswegs schlechten Standardscheinwerfers, entweder Supernova oder B&M? Es ist inzwischen letzteres geworden, und zwar der B&M IQ X E Scheinwerfer mit dem ganz neuen B&M Mü E Minirücklicht. Fernlichtscheinwerfer sind mir zu teuer, zudem will ich keinen weiteren Schalter am Lenker haben und verkabeln.
Aus der Beleuchtungsumrüstung ergibt sich nebenbei eine sinnvolle Teilerotation. Beim B&M Cyo Dynamo-Scheinwerfer am Streetstepper ist mir unglücklicherweise die Halteöse abgebrochen. Diese neueren B&M Edelstahlbügel-Scheinwerferhalter sind da ein echtes Übel, weil sie die Sollbruchstelle auf den teuren Scheinwerfer selbst verlegen. Darauf muß man auch erstmal kommen. Der jetzige Dynamo-CYO vom Pedelec wird also bereits anderweitig benötigt, was die Kosten der neuen Lichtanlage ein wenig rechtfertigt.

Inzwischen ist das B&M Minirücklicht Mü E eingetroffen und wurde an der Sattelstütze montiert. Dieses Rücklicht ist wirklich sehr klein und lässt sich insofern ausgezeichnet verbauen. Auch die Verkabelung mit den Bosch Kabeln vom Antrieb durch den Rahmen nach vorne bzw. hinten ist erledigt und unten abgebildet. Im ersten Bild sind die Anschlüsse am Antrieb wie folgt mit roten Ziffern gekennzeichnet: 1 – Scheinwerferanschluß, 2 – Rücklichtanschluß.

Und noch vor Weihnachten kam der B&M IQ X E Scheinwerfer an, wurde montiert und verkabelt. In der Bosch Software wurde beim geschätzten Händler das Licht aktiviert, so daß es mittels langer Betätigung der + Taste am Purion Display ein- und ausschaltbar ist. Alles funktionierte auf Anhieb. Es folgen einige Bilder der montierten und sehr feschen Beleuchtungsanlage. Auf die vordere Steckachse warte ich noch, bevor ich das gesamte Rad testen und herzeigen kann.

Die Bremsanlage

Man erahnt beim Bild dieses provisorischen Erstaufbaus visuell die Änderung der Gabelhöhe. Ich warte noch auf Teile, und das Wetter ist momentan nicht fahrradtauglich. Die Probefahrt konnte insofern bisher nicht stattfinden. Dafür konnte der seit langem angedachte Umbau auf Magura MT4 Bremsen beginnen, denn auch dazu muss das Plastikgehäuse um den Antrieb zwecks Verlegung der Leitung abgenommen werden, genau wie für die Beleuchtungskabel. Mit der DT 350 Nabe statt des SON 20R Nabendynamos hat die breitere MT4 Bremszange neuerdings genug Platz zu den Speichen. Das war endlich der Startschuß für dieses Subprojekt. Die hintere Bremse ist aufwendiger umzubauen, weil die Leitung durch die „Kettenstrebe“ und das „Akkurohr“ gezogen werden muß. Ich habe mich kurzfristig entschieden, nicht – wie zunächst geplant – die seit langem vorhandene weiße MT4 Bremsanlage zu verwenden unter Umrüstung des Streetsteppers, sondern es wurde preisgünstig eine neue MT4 angeschafft.

Cube Cross Hybrid One mit Diamant Zouma+ Gabel und Custom Radsatz
Cube Cross Hybrid One mit Diamant Zouma+ Gabel und Custom Radsatz
Die hintere Bremse ist bereits dran, und es war weniger Arbeit als erwartet. Die Leitung konnte problemlos durchgezogen werden. Vorne kommt die zwischenzeitlich montierte ältere weiße MT auch noch runter zu Gunsten der neuen etwas zierlicheren schwarzen Bremsanlage. Hier ist der Aufwand minimal, weil weder die Leitung durch den Rahmen gezogen wird, noch irgendein Postmount Adapter an der neuen Gabel notwendig ist. Eine finale Entscheidung bezüglich der Bremsscheiben steht noch aus. Voraussichtlich wird irgendwann auf Magura Storm Scheiben mit Magura Centerlock Adaptern umgerüstet, aber auch die momentane Kombination mit den Shimano Centerlock Scheiben hat bei mir immer klaglos und gut funktioniert, und die etwas aufwendiger konstruierten Shimano Scheiben gefallen mir ohnehin besser am Rad.

Bei der Gelegenheit wurden sowohl der nicht 100% passende Übergang zwischen Steuerrohr und neuer Gabel als auch die neue graue Gabelfarbe mittels Aufklebern visuell etwas entschärft. Passt für mich ganz gut, kann sicherlich zu gegebener Zeit noch optimiert werden. Gesamtgewicht wie abgebildet liegt bei etwa 18,3kg. Das sehr deutliche Mehrgewicht der Gabel wurde durch Entfernen des Gepäckträgers kompensiert. Weggefallener Nabendynamo und die leichtere Bremsanlage sparen zusätzlich. Dafür sind die neuen extrem soliden Bosch Lichtkabel sowie die neuen stärkeren B&M Gleichstrom-Beleuchtungsteile aus Alu einen Hauch schwerer als die vorherigen Plastikteile. Gelegentlich werden die unnötig schweren kleinen Barends (Vollmaterial) noch ersetzt. Ganz verzichten möchte ich darauf allerdings nicht. Vielleicht knacke ich doch noch irgendwann die 18kg. 100% alltagstauglich (abgesehen von den fehlenden Schutzblechen) und robust, versteht sich. Ein großer Schritt dabei könnten noch die sehr schweren und scharfkantigen Billigkurbelarme sein, aber das wiederum wäre mit unangenehm hohem Kapitaleinsatz verbunden.

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