Garmin Vivosport

Das neue Gadget in der Garage: ein Garmin Vivosport Fitness Tracker Armband. Viele Jahre lang hatte ich jede Art von „Wearables“ abgelehnt. Man ist Mensch, kein Borg. Auch der Datenschutz ist ein heftiges und ungelöstes Problem dabei. Wie kommt es also? Meine Frau hatte sich – ohne zu fragen! – ein Fitbit Charge 3 Band (und dann noch zwei weitere Bänder zur Ansicht) bestellt. Die Fülle und Visualisierung der Aufzeichnung in der dazugehörenden App, sowie die Intelligenz in diesen winzigen Computern hat mich sofort zum Staunen gebracht, dann packte mich Neid. Aus wars.

Warum der Garmin

Das Fitbit Charge 3 Band ist eleganter und auch teurer, hat ein größeres Display und wechselbare Armbänder, also mehr wie eine herkömmliche Uhr. Der Garmin ist ein typisches rugged Garmin Teil, mit 28g sehr leicht, und mit Eleganz tue ich mich traditionell etwas schwer. Zudem hat das Garmin Band ein GPS (frisst Strom, wird aber nur selektiv aktiviert). Hauptargument ist aber, dass ich die zugehörende Garmin Connect App ohnehin längst für den Edge 130 nutze, und letzerer hat mich bereits überzeugt. Die Hoffnung bestand, daß das Vivosport Band ähnlich cool und minimalistisch funktional ist. Das hat sich voll bestätigt. Treffer.

Qualität und Bedienung des Armbandes finde ich über jeden Zweifel erhaben. Das Teil ist schön klein, aber nicht poplig. Kann man also auch ohne weiteres bei weniger zierlichen Handgelenken tragen, wirkt nicht deplaziert oder seltsam. Vieles kann bereits auf dem Minidisplay visualisiert oder konfiguriert werden. Besser geht es noch mit der bereits bekannten Garmin Connect App, die ich super finde. Und dann hat das Vivosport Band noch ein klasse Feature: es funktioniert auf Wunsch als ANT+ Pulssensor für den Edge 130 (und andere kompatible Geräte). Hat man also keinen ANT+ Brustgurt zur Hand, dann kann das Vivosport auf dem Minidisplay zum Pulssensor gemacht werden. Hier wurde mitgedacht, wie genial.

Auswertungen

Kommen wir zu den ersten Auswertungen noch ganz zu Beginn dieser hoffentlich langen Freundschaft. Die folgenden Smartphone Screenshots der Garmin Connect App zeigen nur einen kleinen Teil der in der App verfügbaren Funktionen. Man sieht zunächst die Herzfrequenz-Tageskurve mit den Aktivitäten. Dazu schreibe ich unten noch mehr. Besonders interessant finde ich die Schlafauswertung und die Stresskurve. Desweiteren folgen noch Darstellungen einer einzelnen Aktivität mit manuellem Aufzeichnungsstart, der Statistik über intensivere Aktivitäten, sowie eine Kalorienstatistik. Dies alles ist derzeit noch nicht stark befüllt. Es gibt in der Connect App und im Garmin Connect Web-Portal selbstredend noch ganz viel mehr zu entdecken. Nicht abgebildet ist die Aufzeichnung einer explizit gestarteten Radtour mit visualisiertem GPS Track. Auch das kann das Armband wunderbar.

Wie man an der X-Achse der Herzfrequenzkurve in Bild 1 sowie an der Stresskurve sehen kann, erkennt das Vivosport Band bestimmte Aktivitäten automatisch und trägt sie unten ab. Man muss also garnicht an dem Band herumfummeln, wenn man nicht will. Garmin nennt die Technik „Move IQ“. An dem in Bild 1 gezeigten Tag gab es vier kurze Pendleretappen mit dem Rad zu und von den jeweiligen Bahnhöfen, die vierte davon habe ich zweigeteilt indem ich während der Fahrt manuell am Armband eine Radfahraktivität gestartet habe. Danach später abends folgte eine ebenfalls manuell gestartete Crosstrainersession.
Lasse ich das Armband die Aktivität selbstständig erkennen, so wird diese nicht als eigene Aktivität gespeichert, sondern nur in den Gesamtauswertungen dargestellt. Das ist perfekt für Alltagsaktivitäten wie eben Fahrradpendeln, Erledigungsfahrten usw. Starte ich aber eine Aktivität explizit am Minidisplay, so kann ich wahlweise auch das GPS nutzen (drinnen/draussen Auswahl) und erhalte eine genaue Aufzeichnung dieser einzelnen Aktivität, die man auch nachträglich bearbeiten kann, und der man ein frei erstellbares Material (z.B. ein bestimmtes Fahrrad) zuordnen kann. Die Fahrradaktivität aktiviert übrigens das GPS immer. Manuell getriggerte Aktivitäten eignet sich ideal für geplante sportliche Aktivitäten mit allen Details, sowie für die Bildung von Kilometerstatistiken einzelner Fahrräder.

Die automatische Erkennung der Aktivitätsart finde ich erstaunlich. Das Band erkennt zweifelsfrei Fahrradfahren (und zwar eben auch im Alltag, nicht nur sportlich), sowie Crosstrainer-Sessions. Macht man sich also nicht die Mühe, irgendeine Aktivität explizit manuell am Gerät zu starten, so scheint sie dennoch korrekt in den Tagesauswertungen auf. Das Band erkennt natürlich noch diverse weitere Aktivitätsarten automatisch, sei es Laufen, Schwimmen, was auch immer, aber dies nutze ich nicht und kann es somit nicht ausprobieren.

Alles in allem ist das ein bezahlbares Gerät, welches mich im Moment echt begeistert. Sicher eine meiner interessantesten Anschaffungen im Bereich GPS und Elektronik. Ich muß meine überkommene Sicht des Herstellers Garmin korrigieren. Früher war ich etwas skeptisch aufgrund der rigiden und mühsamen Karten-Policy, einiger altbekannter Routingmacken, relativer klobiger Geräte und der aus meiner Sicht ziemlich sperrigen Mapsource und Basecamp Software. Die letzten beiden Geräte, also der Edge 130 und nunmehr das Vivosport Band steht vollkommen anders da: kleine coole aktuelle Geräte mit super Features und einer modern und bedienerfreundlich gestalteten Software. Ziemlich genau mein Ding.

2 thoughts on “Garmin Vivosport

  1. Danke für den Bericht!
    Bei mir ist es ähnlich: ich nutze den Garmin Edge25 am Rennrad und habe seit gestern die Vivosport. Bevor ich wild ausprobiere: wenn ich das nächste mal radele und den Vivosport NICHT als Herzfrequenzsensor aktiviere, führt dann die ConnectApp beides zusammen? Also die Daten (GPS) des Edge, dazu die Pulsdaten der (automatisch erkannten?) Radaktivität? Oder soll ich lieber doch den Vicosport bei solchen Trainingseinheiten als HF-Sensor nutzen? Liebe Grüße!

    1. Stellt man kein benutzerdefiniertes Training am Vivosport ein, so tut das Connect Portal bzw. die App das Richtige, also priorisiert das vom Edge aufgezeichnete Training. Hat man aber zwei explizite also manuell gestartete Trainings sowohl am Edge als auch am Vivosport laufen, dann erhält man im Connect beide parallelen Trainings und sollte dann eines davon manuell löschen. Halte ich für sehr vernünftig gelöst.

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