R3: Unnötiges wegbauen, Bordnetzsteckdose, Rückruf

Rückruf

Das wichtigste zuerst: Vor wenigen Tagen hat Yamaha einen Rückruf bei der R3 sowie MT-03 gestartet. Die frühzeitige Information kam dankenswerterweise aus dem R3-Forum. Klickt bitte den Forenlink an für alle Details dazu! Man braucht keinen Login zum Lesen des Artikels. Bis zum Lagertausch werde ich vorsichtshalber keine großen Fahrten mehr machen.

Bordnetzsteckdose


Endlich wurde dieser etwas heikle Punkt abgehakt. Eine Steckdose musste möglichst unauffällig so untergebracht werden, daß man die Tomtom Rider 400 Halterung mit entsprechendem Stecker (siehe Anbau am NMAX Roller) an der R3 verwenden kann. Eine gut geeignete Stelle fand sich, allerdings war diese mit dem Bohrer schwer zugänglich, und auch für die Kabelverlegung und das Kontern der Steckdose von unten waren Spezialfinger erforderlich. Solche Finger scheine ich zu haben, die Sache funzt [Update 03/2017: das Trägerteil liesse sich alternativ auch recht einfach herausbauen. So würde ich es heute machen, nach Anzeichnen der möglichen Positionen].
Die verwendete 15 Eur Saito Steckdose hatte ein hinreichend langes Kabel (ca 1m ist notwendig). Zudem ist diese Steckdose nicht sehr groß. Man hat nur sehr begrenzt Platz, da unter der Plastikblende ein anderes Plastik in den engen Raum dort hineinragt. Wo man die 18mm Bohrung appliziert, muß man sich gut überlegen. Ich hatte mich damit vorbereitend mehrmals ausgiebig auseinandergesetzt, um keine Fehlbohrung in die nagelneue R3 zu setzen.
Das zusätzliche Gewicht von Leitung, Steckdose und Navi hoffe ich durch das Entfernen der ohnehin quasi wirkungslosen Lenkergewichte zu kompensieren. Die Lenkerenden wurden mit einfachen und leichten Schraubstopfen verschlossen.

Entfernen unnötiger Teile

Mit ein Grund für die Auswahl dieses bezahlbaren „Kleinstraßenrenners“ war die Möglichkeit, preisgünstige nichtzerstörende Modifikationen vorzunehmen, die etwas Gewicht einsparen ohne Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit zu vermindern. Mit den offensichtlichsten Massnahmen habe ich begonnen.
Die bisherige Liste der entfernten Teile lautet:

  • Lenkergewichte: ich merke offengesagt kaum einen Unterschied. Die feinen Vibrationen der hochdrehenden R3 sind ohnehin unvermeidlich. Es wurden leichte Plastikstopfen mit Schraubklemmung in den Stummelenden angebracht.
  • Beifahrersitz: ersetzt durch Yamaha Originalzubehör Sitzbankabdeckung. Diese hat nicht die lästigen Helmhaken und ist deutlich leichter als der Sitz. Das Teil lohnt sich.
  • Beifahrerfussrasten: Wenn kein Sitz vorhanden ist, kann man auch die Fussrasten abschrauben, da sie keine tragende Funktion am Rahmen haben. Auf der rechten Seite benötigt man ersatzweise eine Haltestrebe für den Auspuff.
  • Nummernschildhalter: Austausch des langen Taferlhalters gegen ein kleineres Teil. Die Gewichtsersparnis ist allerdings nicht berauschend.

Einige Dinge sind langfristig noch geplant. Voraussichtlich werde ich den leichteren Carbon Schalldämpfer von Akrapovic montieren, der keine Leistung kostet, nicht lauter als der Serienschalldämpfer, dafür 1kg leichter ist. Darüberhinaus möchte ich irgendwann eine Gilles Tooling Fussrastenanlage, ebensolche Lenkerstummel und bei Verfügbarkeit in den nächsten Jahren vielleicht sogar einen Leichtradsatz sowie ein Öhlins Federbein nachrüsten. Das alles kostet etwas Geld und ist somit sehr langfristig zu realisieren. Dennoch ist es erfreulich, daß für die R3 ein brauchbarer Zubehörmarkt existiert. Für die schwere NC700X gibt es i.W. nur unnötige Schwerbau-Stahlteile wie Sturzbügel, Koffer usw..

Verwiegung

Am darauffolgenden Tag wurde das Fahrzeug in bester Garagen-Pfusch-Manier mit der Badezimmerwaage verwogen, also jeweils Vorderrad und Hinterrad. Ich erhielt 77kg vorne, 79kg hinten. Dabei habe ich die minimale Schieflage des Fahrzeugs (etwa 3cm Waagenhöhe) nicht korrigiert, dafür die Werte minimal aufgerundet. Im Tank fehlten ziemlich genau 8l Benzin auf den 100% vollgetankten Zustand. Rechnet man mit 750g pro Liter Benzin und addiert die resultierenden 6kg auf das ermittelte Gesamtgewicht von 156kg, dann ergeben sich erstaunliche 162kg fahrbereites vollgetanktes Gewicht. Verbandspaket und Bordnetzdose inbegriffen. Dem steht die Werksangabe von 169kg gegenüber. 7kg Gewichtsersparnis durch die paar kleinen Umbauten sind auszuschliessen. Zum Vergleich: Im Magazin „Motorradfahrer“ vom Juli 2016 wurde eine serienmäßige MT-03 mit 80kg vorne und 87kg hinten gewogen, was genau der Werksangabe entspricht. Mein Fehler wird wohl bei Waage oder Wiegemethode liegen, somit kann man es verwerfen. Sobald ich die Gelegenheit habe, möchte ich eine genauere Wägung versuchen.