Reifenpoker

Pilot Street

Serienmäßig wird die R3 mit Michelin Pilot Street Reifen ausgeliefert. Das sind preisgünstige Standard-Straßenreifen, die im Alltag auch bei kühlem oder schlechtem Wetter ohne nennenswerte Probleme funktionieren. Als Laie hatte ich bei diesem Reifen gelegentlich den Eindruck, plötzliche Lastwechsel am Hinterrad, sei es durch abruptes Kuppeln, Gasgeben oder Unebenheiten lassen den Hinterreifen unerwartet stark reagieren. Etwas enttäuschend fand ich zudem die Hinterreifen-Haltbarkeit von 5500km inklusive Einfahrphase des Neufahrzeugs bei dem kleinem Zweizylindermotor. Allerdings liegt das auch stark an den typischen Wirtschaftsweg-Strecken und der Fahrweise. Dennoch, normalerweise schaffe ich 5000km bei stärkeren Fahrzeugen sogar mit Straßensportreifen. Zu den Fahreigenschaften dieses Reifens bei sehr ambitionierter Kurvenfahrweise kann ich nichts sagen.

Felgen

Die serienmäßigen Felgen der R3 sind schöner verarbeitet als bei der NC700X, welche diesbezüglich mein Negativbeispiel war. Sie sind im Vergleich etwas schmäler, dabei deutlich leichter: hinten 6,6kg mit Bremsscheibe und ohne Ruckdämpfer, vorne 6kg inklusive Bremsscheibe. Hier der Vergleich zur NC, die ja auch eher low-budget gefertigt ist. Das sei nur am Rande erwähnt.

Reifenwechsel

Ein wunderbarer Punkt bei kleinen Motorrädern ist der günstige Reifenpreis. Für 132 Eur geht ein Satz Bridgestone S20Evo in passenden Größen her. Den Reifentyp hatte ich bereits auf der WR250R gefahren, einwandfreie Sache.
Beim Montieren fällt eine Stärke des Pilot Street auf: der Michelin ist supereinfach zu (de)montieren, ähnlich dem Pilot Power. Ich brauchte nichtmal ein Abdrückgerät. Der S20Evo hingegen ist ein zäher Bruder. Bilder vom aufgebockten Fahrzeug und der Reifen(de)montage folgen in der Galerie.

Montage

Bei der Gelegenheit wurden auch die Gleitbuchsen der Bremszangen leichtgängig gemacht. Die Vorderachse war nicht rauszukriegen, weil der billige Montageständer sie blockierte. Man mußte rechtsseitig bei der Gabelhalterung unterlegen, damit die Achse ganz rausgezogen werden konnte. Aufpassen muß man auch, daß der Montageständer nicht den ABS Sensor beschädigt. Manchmal wünsche ich mir eine professionelle Werkstattausstattung statt des vorhandenen Billigramsch.

Bridgestone S20Evo an Yamaha YZF-R3
Bridgestone S20Evo an Yamaha YZF-R3

Verschleiß – Update

Nach nur 1700km Alltagsfahrten bzw. Pendeln ergibt sich folgendes Reifenbild. Ein neuer S20Evo ist zum Vergleich links zu sehen.

Bridgestone S20 Evo Rear auf Yamaha R3 nach 1700km
Bridgestone S20 Evo Rear auf Yamaha R3 nach 1700km

Das ist wenig verheißungsvoll. Ich schätze im Moment, daß der Reifen nicht mehr als 3500km am Hinterrad schafft. Erstaunlicherweise zeigte der S20Evo in 150er Breite auf der WR250R Supermoto keinen so schnellen Verschleiß. Da der Reifen wunderbar zu fahren ist, bleibe ich momentan dabei. Aber bei meiner Fahrweise hätte ich bei der R3 eigentlich eine Mindesthaltbarkeit von 5000-6000km oder gern mehr erwartet.