Streetstepper RS20

Nach einer langen und gespannten Wartezeit auf die Verfügbarkeit der neuen Streetstepper (Road) Generation ist heute endlich mein weißer brandneuer Streetstepper RS20 eingetroffen. Damit dürfte ich wohl einer der ersten normalen Endkunden sein, welche dieses Fahrzeug ihr Eigen nennen können, und dafür bedanke ich mich bei streetstepper.com.
Über dieses Fahrzeug wird in der nächsten Zeit ausführlich geblogged. Zunächst wurde es ausgepackt, aufgebaut und auf meinen bereits angefertigten Custom Radsatz gestellt, was absolut unproblematisch verlief. Wie in folgendem Bild gezeigt mit meinem Radsatz mit SON 20R Nabendynamo und DT350 Hinterradnabe wiegt der RS20 knapp 16kg (selbst gewogen).

Beim Aufbau des Fahrzeugs entstand folgende kommentierte Bilderstrecke:


Mein vorbereitetes Hinterrad mit der edlen DT350 Straight Pull Nabe ist verwendbar. Der Gummiring, welcher den Nabenfreilauf mit der Nabe mitführen soll, um das Sperrklinkenspiel des Nabenfreilaufs beim Steppen zu eliminieren, aber ggfs. bei blockierendem Antrieb o.dgl. zur Sicherheit durchrutschen soll, funktioniert auch mit der DT350 Nabe.

Auf den ersten Blick hat man einen sehr stabil wirkenden Rahmen mit einem riesigen und nach allen Seiten verschweissten Innenlager, welches vor allem auch durch ein breites querovalisiertes Unterrohr abgestützt wird. Die gesamte Konstruktion scheint sehr durchdacht und robust. Der Exzenterantrieb selbst ist bei diesem Modell gekapselt und ohne externe Seilzüge ausgeführt. Ich bin sehr gespannt auf meine Langzeiterfahrungen damit.

Einige Testmeter vor der Garage zeigen, daß der neue Streetstepper deutlich weniger Progressivität beim Heruntertreten der Pedale besitzt als der Vorgänger. Dies hatte der Hersteller bereits angekündigt. Man erreicht damit mehr nutzbare Tretamplitude bei schnellerer Fahrt. Zum anderen fällt auch der nunmehr „weiche“ untere Pedalanschlag auf. Es gibt keinen unteren Gummipuffer mehr, sondern die Pedale stoppen ohne harten Anschlag in den beiden Exzenterketten, die im allerletzten Segment sehr progressiv am Antrieb anziehen und damit den gefühlt weicheren Stop erzeugen. Mehr dazu ist im ersten Fahrbericht zu lesen.

Mit dem neuen RS20 werde ich bei den ersten Fahrten sicherlich nicht wie eine rauchende Diesellok losstarten, sondern erstmal vorsichtig abchecken, wie sich der im Vergleich zum alten Streetstepper Sport völlig umkonstruierte Antrieb in Bezug auf Zuverlässigkeit macht. Soweit ich es beurteilen kann, und auch lt. Aussage des Herstellers wurden Schwachstellen beseitigt und zudem eine Konstruktion geschaffen, die abgesehen vom zentralen Antrieb auf Standardteilen basiert. Am RS20 montiert man i.W. wie an einem normalen Fahrrad. Die Ausstattung gefällt mir gut, die Bereifung ist sehr gut und auch die eher billige Shimano Sora Schaltung funktioniert jederzeit tadellos.

Im Moment arbeite ich noch an der Beleuchtungsanlage und den Kotflügeln. Letztere sind aufgrund der sehr dicken und breiten Bereifung nicht ganz einfach zu montieren. Weder die Original-Streetstepper Kotflügel des alten Modells, noch meine bisherigen SKS Kotflügel passen brauchbar. Andererseits ist wohl so gut wie alles andere am neuen Modell erheblich besser zu montieren.

Sicherlich wird auch noch auf eine SRAM X.9 Schaltung o.dgl. mit 10-fach Ritzelpaket statt 9-fach umgerüstet. Allerdings muß ich mir zunächst einen Eindruck der vorhandenen Übersetzungsbandbreite und Steigfähigkeit machen, um dann richtig auswählen zu können. Serienmäßig ist ein 30-11 9-fach Paket montiert, und im Moment favorisiere ich zur Umrüstung eine 11-34 10-fach Kassette zusammen mit einem kurzen 10-fach Schaltwerk.
Sehr gefreut habe ich mich auch über die vorhandene Scheibenbremsaufnahme am Rahmen. Wer hätte das gedacht? Meine verwendete DT350 Hinterradnabe hat ja einen ursprünglich unnötig geglaubten Centerlockflansch, und inzwischen bin ich froh darüber. Langfristig werde ich den Stepper daher mindestens hinten auf Scheibenbremse (mit hübscher Diskfelge) umrüsten. Mit entsprechendem Aufwand wäre das sogar am Vorderrad denkbar, wo man eine passende Tauschgabel bräuchte, die im BMX Bedarf zu kriegen ist. Der Schaft müsste dabei relativ lang sein und es müsste professionell ein Aussengewinde für den Streetstepper Steuersatz geschnitten werden.
In Fahrt lässt sich beim Streetstepper übrigens dank der großen Bewegungsfreiheit schnell alles Gewicht weit nach hinten und auch nach unten bringen, so daß man am Hinterrad effektiver bremsen kann als beim normalen Fahrrad. Also man sieht bereits: der RS20 wird ein interessantes und schönes Projekt.