Tern Verge X10 Seilzugverlegung

Heute habe ich das Tern Verge X10 Klapprad vom Tourenaufbau in den Serienzustand zurückgebaut. Dabei habe ich es mir nun endgültig zur Aufgabe gemacht, die lästige und ungünstige Serien-Seilzugverlegung zu ändern. Serienmäßig sind Schaltseil sowie die Bremsseile zu lang und verlaufen in einem frei schwingenden unangenehm weiten Bogen vor dem Steuerrohr. Dies stört beim Falten des Rades immer wieder und nervt extrem, wenn das Rad mit dem rahmenfesten Tern Klickfix-Frontgepäckhalter oder einem vorne am Rahmen montierten Scheinwerfer ausgerüstet wird. Dann kann es zum völligen Verheddern der Seile beim Falten kommen. Im Extremfall könnte sogar eine Gefährdung beim Fahren entstehen, wenn man nicht aufpasst.

Die Serienverlegung ist auf folgendem Bild zu sehen:

Tern Verge X10 mit Klickfixadapter
Tern Verge X10 mit Klickfixadapter

Ich war bisher am Versuch einer harmonischen Alternativ-Verlegung mehrfach gescheitert. Meine frühere Vorgehensweise war falsch gewesen, insofern als ich alle drei Kabel zusammen umverlegen wollte statt sie einzeln zu betrachten, außerdem ein Kürzen der eigentlich zu langen Kabel nicht in Betracht gezogen hatte. Der Grund war, daß ich den Faltvorgang und die damit entstehenden Erfordernisse nicht genau überschauen konnte, meine Erfahrungen beim Aufbau normaler Fahrräder hier also nicht anwendbar waren.

Heute war es mir nun egal, und das war gut so. Ich habe mich mit jedem Kabel einzeln beschäftigt, es neu verlegt, immer wieder gelenkt, gefaltet, entfaltet, gekürzt; so lange bis ich für jedes Kabel eine passende harmonische Verlegung gefunden hatte. Es stellte sich bei meinem Fahrradaufbau und meiner Lenkerposition heraus, daß die bei Sporträdern oft gesehene beidseitige Verlegung gut passt: die Züge werden entsprechend der Ursprungsseite am Lenker an den Rahmen geführt. Dabei überkreuzen sie sich nirgends und müssen nicht um das Steuerrohr herumgeführt werden. Der am Lenker rechts liegende Bremszug zur Hinterbremse wird zusammen mit dem ebenfalls von rechts kommenden Schaltzug gemeinsam rechtsseitig zum Rahmen geführt. Erst vor dem Sitzrohr trennen sie sich wieder. Der Bremszug läuft dann links weiter, der Schaltzug rechts.

Der Vorderbremszug wird von links am Lenker ganz einfach direkt nach unten zur Bremse geführt.

Hier die Frontansicht:
Tern Verge X10 mit alternativer Seilzugverlegung

Die Seitenansicht:
Tern Verge X10 mit alternativer Seilzugverlegung

Die nach hinten laufenden Züge:
Tern Verge X10 mit alternativer Seilzugverlegung

Bei dieser Verlegung habe ich einerseits einen nahezu harmonischen Verlauf der Züge, so daß man sie nirgends besonders fixieren oder in Biegungen zwingen müsste. Zum anderen optimiert man die Seilzuglänge. Man spart sich eine beträchtliche Länge, was dem Betätigungswiderstand und dem Gesamtgewicht zuträglich sein kann. Rechts vorne am Rahmen benötigt man einen größeren Schutzaufkleber, um ein Abscheuern der Farbe durch die beiden Kabel zu verhindern. Erstaunlich war für mich, daß die nunmehr rechtsseitig verlaufenden hinteren Seilzüge beim Falten des zentralen großen Gelenks keinerlei Probleme machen; im Gegenteil: sie legen sich wunderbar harmonisch ohne daß man eingreifen müsste.

Beim vorderen Bremsseil muß man ggfs. ein wenig assistieren, um es beim Herunterklappen des Steuerschaftes optimal um den Klickfixadapter herumzuführen. Der Aufwand ist dennoch ungleich geringer als bei der serienmäßigen Verlegungsart, wo man bei jedem Faltvorgang mit den sich verheddernden Zügen frickeln musste.

Hier der gefaltete Zustand:
Tern Verge X10 mit alternativer Seilzugverlegung

Und hier schließlich das gesamte Fahrzeug:
Tern Verge X10 mit alternativer Seilzugverlegung

Ich bin fürs erste mit meiner jetzigen Standard-Verlegungsweise zufrieden. Überraschend war dabei, daß die beidseitige Verlegung an meinem Verge X10 auch beim Falten problemlos funktioniert, sowie die Tatsache, daß man die Züge doch erheblich kürzen konnte. Beim Kürzen sollte man auf alle am Fahrrad möglichen Bewegungen des Lenkers sowie den Faltvorgang achten. Außerdem regelt man mit der Länge, wie knapp unterhalb des Rahmenhauptrohres die Züge nach hinten verlegt werden können. Diesbezüglich war meine Kürzung bereits „hart am Wind“. Noch kürzer sollte man nicht abschneiden.