Tomtom Rider 400 an Yamaha NMAX

Daß mein Rider 400 Navi auch am neuen NMAX Roller einen Platz finden muß, steht ausser Frage. Yamaha bietet einen Metallwinkel als generischen Navihalter an, welcher dann durch die aufgeschnittene Lenkerblende ragt. Die ohnehin bereits sehr hohe Navihalterung des Rider würde dazu führen, daß man einen ungeheuren Aufbau über dem Lenker erhält, selbst wenn man den Metallwinkel direkt mit dem Tomtom Sockel verschrauben könnte, ohne einen RAM Arm dazwischenzuklemmen. Die Sicht auf das Display des Rollers wäre damit eingeschränkt, und das Navi wäre exponiert. Das ist keine akzeptable Lösung. Der Preis des Yamaha Navihalters ist ohnehin jenseitig.

Was ich also suchte, war eine einfache nichtzerstörende Lösung „mit Bordmitteln“, die nicht notwendigerweise perfekt sein muß, aber das Navi geschützt und unauffällig im Sichtbereich des Fahrers hält. Hier ist meine Lösung.

Die zentrale 6er Schraube der vorderen Fußraumabdeckung ist stark genug, eine RAM Kugel zu halten. Diese RAM Kugeln werden üblicherweise mit 8er Bolzen verkauft, aber ein 6er Bolzen geht ebenfalls prima. An der Kugel klemmt ein 8cm RAM Arm und darauf die serienmäßige Tomtom Motorradhalterung. Die folgenden Bilder sollten eigentlich alles erklären. Das Navi kann man problemlos nach vorne rausnehmen oder in Längsrichtung drehen. An den Tankstutzen kommt man mit leichter Einschränkung noch ran. Der Fahrer sitzt völlig normal. Eine Beindecke oder gar Gepäck im Fußraum sind allerdings ausgeschlossen.

Das ganze Arrangement in Seitenansicht:

Tomtom Rider 400 Navihalterung an Yamaha NMAX
Tomtom Rider 400 Navihalterung an Yamaha NMAX

Ein Vorteil dieser Lösung ist, daß der ganze Kram rahmenfest montiert ist, also die Beweglichkeit/Trägheit des Lenkers nicht eingeschränkt ist. Das ist auch zu berücksichtigen, wenn man das Kabel einmal anschliesst. Der NMAX hat einen extrem hohen Lenkeinschlag, was bei Lenkermontage enorm viel Bewegung im Anschlußkabel erzeugen würde, was wiederum zu erhöhtem Kabelverschleiß und auf jeden Fall zu Kabelgefuddel mit einer langen losen Zuleitung führen könnte.

Nochmal in der Totalen:

Tomtom Rider 400 an Yamaha NMAX
Tomtom Rider 400 an Yamaha NMAX

Hier ist die Halterung ohne Navi zu sehen:

Tomtom Rider 400 Navihalterung an Yamaha NMAX
Tomtom Rider 400 Navihalterung an Yamaha NMAX

Erste Fahrtests zeigten, daß das Navi durch den Arm einer gewissen weichen Schwingung ausgesetzt ist. Es bleibt aber ablesbar.
Die Verlegung des Versorgungskabels soll minimalinvasiv und ohne Kabelbaumverletzung erfolgen. Der ganze RAM Krempel wiegt schwer, genau wie das Navi selbst. Eine (möglichst perfekte) Dauerinstallation kommt insofern nicht in Frage, sondern alles muß jederzeit demontierbar bleiben. Das Gerät wird nur verbaut, wenn ich es brauche, und ansonsten bleibt es daheim.

Navi Stromversorgung via Bordnetz

Artikelupdate 28.4.: Der Garagenfundus brachte heute eine gut abgelagerte originalverpackte nie verwendete Bordnetzsteckdose zutage. Der passende Stecker war zwar nicht dabei, wurde später aber an einem selbstgebastelten Bordnetz-USB Ladekabel (ebenfalls nie verwendet) vorgefunden und dort abgetrennt. Die Suche nach einer guten Einbaulage begann. Im linken Ablagefach unterm Lenker wäre ein vorgestanztes Rechteck, welches geeignet wäre, die 18mm Bohrung für die Steckdose dort zu machen. Leider wären die Anschlußkabel dann knapp zu kurz geworden, um die Batterie noch gut zu erreichen. Ich entschloß mich, die Steckdose ins eigentlich unbrauchbare rechte Minifach zu legen, von wo der Weg zur Batterie etwas kürzer ist. Hinter dieser schrägen Blende ist viel Platz, selbst beim Einlenken. Die Kabel legt man im Mitteltunnel nach Abnehmen der rechten silbernen Verkleidung einfach zur Batterie. In der Plusleitung ist eine 1A Sicherung verbaut, die jedweden Missbrauch dieser Steckdose sofort verhindert. Die Abschlußkappe der Dose ist dicht. Das Arrangment sollte problemlos funktionieren.

Bordnetzsteckdose an Yamaha NMAX
Bordnetzsteckdose an Yamaha NMAX

Aus meinem ursprünglichen Wunsch, die Stromversorgung an Schaltplus zu hängen, ist nichts geworden. Ohne Werkstatthandbuch wollte ich den kompakten und überall gut eingepackten Kabelbaum keinesfalls verletzten. Man kommt auch nicht leicht an typische Leitungen von Beleuchtung usw., und auch unter dem Sicherungskasten ist kein Platz, um irgendwie sinnvoll hinzukommen und abzuzweigen. Vorne links unter der Seitenverkleidung gibt es noch einen fest verklebten Blindstecker, dessen Funktion unbekannt ist, ebenso wie der große weisse Blindstecker bei der Batterie (vermutlich ein Diagnosestecker).
Deswegen ging ich auf Nummer sicher und verkabelte die Steckdose direkt an den Batterieklemmen, ohne dazu irgendetwas verändern zu müssen. Bei Standzeiten wird der Bordnetzstecker abgezogen und die Steckdose verschlossen.

Das Kabel wird von unten fest entlang des RAM Armes verlegt, damit die erwähnte Schwingung des Gerätes möglichst wenig Verschleiß im Kabel erzeugt.

Und voila, es funktioniert. Das Navi läuft bei eingestecktem Bordnetzstecker mit Fremdversorgung. Der NMAX ist somit tourenfest und auch für innerstädtische Suchfahrten geeignet.

Navistromversorgung via Bordnetzsteckdose an Yamaha NMAX
Navistromversorgung via Bordnetzsteckdose an Yamaha NMAX