Tubeless or not tubeless

Schlauchlos im Normaleinsatz?

Hier geht es um die Montage von Schlauchlosreifen auf Schlauchlosfelgen mit dem TubelessEasy System unter Verwendung speziellen Felgenbandes und Dichtmilch. Wie nicht anders zu erwarten, findet man im Web zum Thema Schlauchlosbereifung am Fahrrad alle denkbaren Meinungen, von „totaler Quatsch“ bis „alternativlos“. Ein allgemeingültiges Urteil wird hier nicht abgegeben, Es folgen aber einige Erfahrungen der letzten Zeit.

Pendlerrad

Ideal verhält es sich beim Asfalt-Pendler-Pedelec mit den DT 521 RR tubeless Felgen und Schwalbe Marathon Supreme tubeless Bereifung. Das sind bald 7000km ohne Pannen, diese teuren Reifen sind immer noch gut brauchbar, das ist sorgenfreier Betrieb. So hätte ich es mir vorgestellt. Ganz so schön verhält es sich leider nicht immer.

MTB

Das E-MTB meiner Frau wurde am Hinterrad erfolgreich umgerüstet, allerdings musste ich dazu einen neuen Reifen besorgen, denn die Serienreifen sind lt. Hersteller nicht für Schlauchlosmontage vorgesehen, besitzen aber die gleiche Hochdruckkarkasse wie die Schlauchlosversion und man „könnte es immerhin versuchen“. Die Testmontage am Vorderrad mit dem Serienreifen scheiterte leider. Anfangs sah es sehr gut aus, aber der Reifen war im Gegensatz zu der offiziellen Tubeless Version am Hinterrad nicht 100% dicht zu kriegen, sondern verlor an Druck, wurde andererseits aber nicht platt. Das reicht aber nicht. Vorne blieb es also bei Schlauchmontage, weil wir die Serienreifen halt doch ganz gerne benutzen wollen. So billig sind die auch wieder nicht. Grundsätzlich aber auch hier mein ok, das kann man machen, und der fette MTB-Schlauchloshinterreifen ist problemfrei und dicht.

Asfaltrad

Beim leichten Asfaltrad („Roadbike“) habe ich einen DT P1750 Spline Laufradsatz mit herstellerseitig verbautem tubeless Felgenband. Zwar war das Rad ab Werk mit Leichtschläuchen in den gelieferten Schwalbe Pro One tubeless Reifen montiert, dies wurde aber unter Verwendung von Schwalbe tubeless Ventilen schnell und problemlos geändert. Auch hier während der Saison problemfreier Betrieb bis ich in eine brutale Rollsplitsektion kam, wo offenbar Glassplit oder sowas verwendet worden war. Einen derartig aggressiven Rollsplit hatte ich noch nirgends gesehen, und ich war kurz davor, mich bei der Stadtverwaltung zu beschweren. Bei der Durchfahrt gab es einen fetten Durchstich in der vorderen Reifenlauffläche, der mich seither ärgerte. Das System funktionierte zwar, der Reifen wurde selbsttätig dicht und verlor dabei erstaunlich wenig Luft, die Fahrt konnte also fortgesetzt werden. Aber die Sache wiederholte sich dann gelegentlich, also das Loch war zu groß, um 100% dicht zu bleiben. Immerhin, es war auch dann kein Fahrtabbruch oder Nachpumpen nötig.

Als der Ärger begann

Auf der Rolle war die Freude dann aber zu Ende. Der Plan wäre gewesen, dem alten Satz Schwalbe Pro One Reifen über den Winter den Rest zu geben und im Frühjahr einen neuen Satz Schlauchlosreifen zu montieren. Das ging schneller als erwartet. Durch das starke Walken des Reifens auf der Rolle sprühte der vorhandene Durchstich immer wieder aus. Auf innerliches Flicken dieses Mantels hatte ich verzichtet. Abhilfe war gefragt. Naheliegenderweise tauschte ich den inzwischen sehr abgefahrenen Hinterreifen mit diesem noch besser erhaltenen Durchstich-Vorderreifen und montierte beide Reifen mit Schlauch. Das ging eine Weile gut, bis gestern genaugenommen, dann fuhr ich mir in den ehemaligen Hinterreifen am Vorderrad auf der Rolle einen Platten ein. Der Reifen war in der Mitte bereits grenzwertig abgefahren. Schnell geflickt, weitergerollt, nächster Platten 10 Minuten später. Es begann zu nerven. Ein triftiger Grund für diese Platten auf der Rolle war nicht zu finden, abgesehen vom wirklich schlechten Zustand des Altreifens.

Tubeless Katastrophe

Kalt verschwitzt während des unterbrochenen Kellertrainings musste also eine schnelle Lösung her. Und die lag vermeintlich im Regal in Form von neuen Schlauchlosreifen für die kommende Saison. Klarer Fall, drauf damit am Vorderrad. Hatte ich gedacht. Mit den alten problemlosen Schwalbe Pro One hatte ich etwa 2500km geschafft, und ein bisserl was wäre im Freien auch sicher noch gegangen (Rolle verschleisst den Reifen viel stärker). Das ist bei dem Fahrrad- und Reifentyp ok. Trotzdem hatte ich einen Fabrikatswechsel vorgenommen, und mir ganz tolle „Grand Prix“ tubeless Reifen eines anderen renommierten deutschen Herstellers ins Regal gelegt. Das war ein gravierender Fehler. Der erste Showstopper kam sehr schnell: der neue Reifen war kaum auf die Felge zu bekommen. Gut, ich montiere meine Fahrradreifen seit über 30 Jahren und meine Motorradreifen auch schon seit an die 20 Jahre selber, ganz unerfahren bin ich insofern nicht, und Werkzeug habe ich auch im Keller.

Der Reifen ging dann mit unangenehm hohem Gewaltanteil schon drauf (in Foren hatte ich später von Fahrern gelesen, die selbst das nicht geschafft hatten). Aber das ist leider bei Tubeless nur die halbe Miete. Jetzt muß Druck drauf, und das scheiterte erbärmlich. Der 10 Bar Kompressor blies was das Zeug hielt, ob mit oder ohne Ventileinsatz, volle Lotte in den Ventilschaft, nichts. Der Reifen sitzt derartig streng im Felgenbett, daß selbst mit Kompressor die Reifenflanken nicht dazu zu bewegen sind, sich an die Felgenflanken anzulegen und abzudichten. Es gab keinerlei Chance auf Erfolg. Die reichlich verwendete Hoffnungs-Dichtmilch verteilte sich während dieser Blaserei im ganzen Montagebereich. Ganz super. Kalt, verschwitzt und nunmehr hoch verärgert suchte ich die peinliche B-Lösung: montiere den nagelneuen sündteuren Tubelessreifen mit Schlauch. Egal, ich wollte aufs Rad, sonst nichts. Also erneut den noch platten Schlauch von vorhin flicken, Reifen wieder aufmachen (ächz) und rein mit dem Schlauch. Hatte ich gedacht. Bei dem Wahnsinnsgehebel der Remontage wurde natürlich dieser Schlauch endgültig zerstört. Der Raserei nahe fand ich dann noch einen dickeren weniger leichten Schlauch in passender Größe und zog diesen ein. Diesmal klappte die Montage ohne weiteren Schlauchschaden. Also Luft marsch… aber nein, keine Chance. Dieser zähe Bruder von Reifen kam selbst mit Schlauch nicht in Sitz, und ich bekam Angst, daß mir das ganze dämliche Gemache mit 10 Bar um die Ohren fliegt. Was machst du jetzt: du holst die Motorrad-Montagepaste aus dem Regal und pinselst den ganzen Mist beidseitig gründlich ein. Und damit klappte es dann bei ca 7 Bar. Die Flanken sprangen in ihren Sitz. Die Trainingssession – für 2h geplant – konnte dann innerhalb von 3h fertiggefahren werden. Und eine Sache zeigte sich dabei sehr offensichtlich: Wut steigert die Tretleistung erheblich.

The Day After

Der Trick mit der Montagepaste hatte frechen Mut in mir geweckt. Das muß doch dann auch ohne Schlauch klappen. Also am nächsten Tag alles nochmal demontiert, die ganze Prozedur wiederholt, Reifen wieder ohne Schlauch auf Felge gewürgt, aber zusätzlich zur Dichtmilch diesmal reichlich Montagepaste, Ventileinsatz raus, Pistolenaufsatz in Ventilschaft und 10 Bar volle Kanne.
Nein… Absolut nichts zu machen, der Reifen bleibt auch diesmal im Felgenbett verspannt und rührt sich keinen Millimeter zu den Flanken hin, die Luft pfeift raus, egal wie hart ich das Ding anblase, die Sauerei nimmt erneut ihren Lauf, die Dichtmilch verteilt sich im Keller, und das war das Ende meiner Versuche mit diesem Reifentyp.

Erschwerend kam hinzu, daß ich feststellte, daß das elende (Re-)Montage-Gewürge sogar das teure herstellerseitig geklebte tubeless Felgenband im Felgenbett abzulösen begann. Für einen derartigen Gewaltakt ist das einfach nicht gemacht. Das ist eigentlich pure Zerstörung eines tadellos funktionierenden Systems. Wütend wurde erneut auf Schlauch rückmontiert für den Winterbetrieb. Diesem Edelschrott-Reifen blüht das Schicksal eines Rollentrainerreifens. Im Freien kommt mir der sicher nicht drauf. Nicht nur weil damit der eigentliche Zweck, die Schlauchlosmontage komplett scheitert, sondern auch weil man unterwegs bei einem Reifenproblem keinerlei Chance auf irgendwelche Behelfsmassnahmen hätte.

Neue Schwalbe Pro One 28-622 sind bestellt, und beispielsweise auch der Hersteller Vittoria bietet mit dem Rubino oder Corsa TLR passende Schlauchlosreifen an. Aber der Hersteller des beschriebenen Problemreifens kommt für mich nicht mehr in Frage dank dieses teuren tubeless Reifen für die Tonne. Da hilft auch dessen seriös und hilfreich nett gemachtes Montagevideo nichts, denn dieses beschreibt auch nur die Massnahmen, welche ich bereits versucht hatte. Es hilft aber in keinster Weise über die wirklichen Probleme hinweg. Vielmehr beschreibt es diese sogar als Notwendigkeit: lt. diesem Hersteller muß ein Schlauchlosreifen so eng sitzen. Bruhaha, vielen Dank. Für mich ist dieser Reifen eine Fehlkonstruktion, und damit Ende des Kapitels.

Echt jetzt?

Ende des Kapitels? Natürlich nicht, das geht bei mir nicht. Der Montage Fail mit diesem teuren Reifen liess mir keine Ruhe. Nachdem ich das betreffende Rad im Moment nicht direkt benötige, weil wir die Trainingsrolle durch den Stationärtrainer ersetzt haben, war Schrauberspielraum. Ich habe grade eben nochmal die Montierhebel zur Hand genommen, rein auf Verdacht, ohne weiteren Anlass oder Grund, aber ich war eben mit dieser Situation nicht zufrieden. Der Reifen war 2 Wochen lang mit Schlauch montiert gewesen und mehrmals auf der freien Rolle gefahren und durchgewalkt worden. Bereits bei der erneuten Demontage merkte man sofort, daß er viel weicher geworden war. Mit nachdrücklichem Hebeln war er quasi gewaltfrei runterzukriegen (sieh an, sieh an), der Schlauch war problemlos herausziehbar und auch das Schlauchlosventil ging ohne Gewürge rein. Das hatte sich massiv geändert. Somit trug ich wie bei Standardmontagen nur aussen auf die Flanken Dichtmilch auf, lud den Kompressor und… nix. Der Reifen nahm wie gehabt keine Luft an, alles entwich großräumig rundum. Also ohne Ventileinsatz versuchen, statt Reifenaufblaspistole die Druckluftpistole anschliessen, Kompressor wieder aufladen, mit schnellen Bewegungen am Reifen walken und volles Rohr in den Ventilschaft, und… BANG drauf war der Reifen. Schlagartig war er plötzlich in den Sitz gesprungen. Highlight. Success. Euphorie. Blöd nur, dass mit der entweichenden Luft ein erneuter Knall ertönte, und der Reifen wieder heruntersprang. Also gleiche Prozedur erneut. Zu diesem Zeitpunkt würde man eigentlich Dichtmilch in den Ventilschaft füllen und den Reifen gemütlich mit der Reifenpistole auf Druck bringen. Nicht hier, ich musste nach erneut erfolgreichem Anblasen den Ventilschaft blitzschnell mit dem Finger abdichten, affenartig schnell den Ventileinsatz einschrauben, bevor der Reifen ins Felgenbett zurücksprang(dies gelang!) und dann mit der Reifenpistole weiterpumpen. Das Ding ist nun drauf. Die nächsten Tage werde ich versuchen, Dichtmilch einzufüllen. Vielleicht verkleben die Flanken ja etwas. Das ganze ändert jetzt allerdings nichts an meinem Vorsatz, dass ich sowas nie mehr haben will.

Tubeless Montage endlich geglückt nach mehrfachem elendem Gewürge

Fazit

Tubeless: ja gern, aber aufpassen! Ganz unbedarft wird das ohnehin nichts, das merkt man recht schnell, aber wie ich nun gesehen habe, birgt es auch ein Risiko für den totalen Fail. Die problemlosen Fälle in der Garage schätze ich, aber auch da muß man im Pannenfall einen Plan B zur Hand haben. Es gibt verschiedene Tricks unterwegs, die man hoffentlich nicht braucht, wenn man darauf achtet, immer Dichtmilch im Reifen zu haben. Bei groben Reifenschäden wird man Dichtwürste oder Reifenflicken brauchen, und da wirds unterwegs schwierig, insofern bleibt praktischerweise dann eher nur der Not-Schlauch im Gepäck. Aber: der Fall trat bei mir bisher nicht ein. Das System funktioniert da schon ganz brauchbar.


Ergänzungen 05/2020

Montage am schnellen Asfaltrad

Laut einem Kommentar von Bernhard Eisel beim dritten Zwift Corona Ride Austria ist tubeless im Radrennsport klar die Zukunft. Derartige Aussagen kann man ggfs auch anderweitig nachlesen. Das löst leider die beschriebenen Montageprobleme mit diesen Reifen nicht, und es ändert nichts daran, daß in den gängigen Montagebeschreibungen der Hersteller die eigentlichen Probleme nicht angespochen werden, nämlich daß ein Reifen einfach keinen Initialdruck annimmt, weil er nicht in den vorgesehenen Sitz rutscht, und man somit völlig machtlos ist.
Ohne selbst radsportlich tätig zu sein, ist es mir aufgrund solcher Prognosen ein Anliegen, die Montage technisch einigermassen im Griff zu haben. Da bin ich relativ stur, ohne das Thema jetzt beschönigen zu wollen. Als Leser kann man sich ja selbst seine Meinung dazu bilden.
Die Probleme mit der Montage am leichten Asfaltrad / Roadbike habe ich in obigem Post ausgiebig geschildert. Dabei verhält es sich mit den dünnen Asfaltreifen wirklich anders als bei großvolumigen MTB Reifen, die aufgrund ihres hohen Luftfassungsvermögens recht problemlos in ihren Sitz springen (ob sie nun dicht sind oder auch nicht). Solche dicken Reifen können da fast nicht aus, die reisst es mit genügend Druck zwingend in die korrekte Position.
Seit der Erstversion dieses Blogartikels kam es zu zahlreichen weiteren Montageversuchen und -experimenten, und zwar stets auf DT Swiss P1750 Spline Laufrädern, sowohl mit neuen als auch mit bereits mehrmals montierten Schwalbe Pro One 25-622 tubeless Reifen (das ist nicht der obige Problem-Reifentyp). Dieser Pro One war ursprünglich in Neukonfiguration recht problemlos zu montieren gewesen, allerdings steigerte sich der Schwierigkeitsgrad mit jeder Montage zusehends, und neuerdings waren auch diese Reifen zuweilen nicht mehr auf Druck zu bringen.
Für Leute, die ähnlich frustrierende Erlebnisse haben oder hatten, beschreibe ich einige Learnings aus meinen Prozeduren, die mir immer wieder geholfen haben. Das ganze war und ist ein iterativer Prozess aus Erfolg und Misserfolg unter Ver(sch)wendung von viel Dichtmilch. Ich verwende dabei weiterhin Standardkomponenten von DT Swiss und Schwalbe.

Montagefluid

Mit zunehmenden Fehlversuchen musste ich mir überlegen, wie ich den Reifen dazu bringen könnte, schneller in seinen Sitz zu springen. Mit der Luftpistole (statt dem Reifenmanometer) bei 10 bar Kompressordruck direkt in den Ventilschaft zu schiessen reicht beim schmalen sehr straff sitzenden Hochdruckreifen unglaublicherweise nicht aus, um so einen Reifen in den sauberen Sitz in der Felge zu heben. Stattdessen quetscht es das Dichtmittel rundum heraus, der Reifen bleibt im Felgenbett hängen, ein Keller-Inferno ist die Folge.
Klar besser ging dies zunächst mit Motorrad- (bzw. KFZ-) Reifenmontagepaste, die ich normalerweise zu Hause habe. Das Zeug half definitiv. Nach Applikation rundum an den Reifenflanken erhöhte sich die Erfolgsquote drastisch, aber es war immer noch ein Gewürge.
Inzwischen verwende ich Schwalbe tubeless Montage Fluid, aber dies scheint mir keine zusätzliche Verbesserung zu bringen. Immerhin ist es sauberer in der Anwendung. Damit allein bin ich nicht zufrieden.

Felgenband

DT Swiss schreibt einen turnusmässigen Wechsel des Schlauchlos-Felgenbandes vor. Das ist keine ganz billige Massnahme, aber auch dies musste ich in Erwägung ziehen, obgleich das werksseitig montierte Felgenband keine offensichtlichen Beschädigungen aufwies. Und damit hatte ich nun einen überraschenden Erfolg. Der komplette Tausch des Felgenbandes wieder auf DT Swiss tubeless Band brachte mir den Initialeffekt des gut montierbaren Reifens zurück: der vormals praktisch nicht mehr montierbare Pro One Reifen sprang (unter Verwendung von Fluid) sofort unverzüglich in den Sitz. Und das war reproduzierbar, sogar mit Ventileinsatz im Ventilschaft! Da liegt also mal echt der Wurm begraben. Warum das so ist, offenbart sich mir nicht, aber man muß das im Auge behalten und entsprechendes Felgenband einlagern.

Luft

Nach der Montage des neuen Felgenbandes war es dann nicht mehr nötig, die Hochdruck-Luft in den nackten Ventilschaft zu schießen für den verzweifelten Initial-Knall, um dann mit dem Finger sofort abzudichten und blitzartig den Ventileinsatz einzuschrauben, eine nicht ganz simple Prozedur. Vielmehr konnte bei bereits eingeschraubtem Ventileinsatz und Ventiladapter mit der Druckpistole in den Adapter geblasen werden. Das geht immer noch viel besser, als das gemütliche Reifenmanometer aufzusetzen und damit seicht zu pusten. Mit anderen Worten: man konnte die vorgesehene Menge an Dichtmittel einfüllen, ohne daß sich dieses bei den hilflosen Aufblasversuchen im Keller verteilte.

Ventile

Als Nebenaktion wurde von den ursprünglich verwendeten Schwalbe Tubeless-Ventilen mit rundem Dichtfuß auf DT Swiss Tubeless-Ventile mit zylindrischem Dichtfuß umgerüstet, denn es handelt sich ja um eine DT Swiss Felge. Diese Änderung schien zwar für mich keine erkennbaren Montage-Effekte zu haben, aber es soll erwähnt werden.

Fazit 2

Abschließend zu diesem Nachtrag kann man sagen, daß die Erneuerung des DT Swiss tubeless Felgenbandes eine echte Problemlösung brachte. Technisch kann ich es nicht begründen, weil das vorherige Felgenband keine erkennbaren Probleme aufzuweisen schien. Möglicherweise hat neues Felgenband eine bessere, glattere Oberflächenbeschaffenheit, die dem Reifen mehr Bewegung gestattet. Aber da lehne ich mich wohl zu weit aus dem Fenster mit meinen Laieninterpretationen.

Klar ist für mich, daß die beschriebene Problematik tatsächlich mit den extrem straff sitzenden schmalen Hochdruckreifen dieses Fahrradtyps zu tun hat. Bei anderen Fahrradtypen habe ich diese Probleme nicht. Bereits mit den 42-622 Marathon Supreme Reifen am Pedelec (Felgen DT Swiss RR521db) läuft die Montage straight forward, verglichen hiermit, und zwar ohne jedwede Hilfsmittelchen. Gespannt bin ich schon auf den nächsten Satz Pro One in der Größe 28-622. Die Frage ist, ob das leicht vergrößerte Volumen gegenüber dem 25-622 bereits hilfreich ist.
Abgesehen davon fehlt mir bei den schmalen Reifen auch Erfahrung mit Montagen auf Felgen anderer Hersteller. Der Einfluß der Felge auf die Problematik verbleibt unbetrachtet. Ob die Hoffnung gerechtfertigt ist, daß größenkompatible Schlauchlosfelgen und -reifen aller Hersteller immer gut montierbar sein müssen, kann ich nicht sagen.

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