Yamaha YZF-R3

Der heutige Tag begann mit bedrückter Stimmung und dem momentan fast alltäglichen Regenwetter. Das sind schlechte Voraussetzungen für einen Motorradkauf. Mit einem Yamaha Händler der Umgebung hatte ich einen Termin vereinbart, um dessen letzte lagernde YZF-R3 zu besichtigen. Allein um nun diesen Termin und mein eigenes Vorhaben einzuhalten machte ich mich also über zahlreiche flutkatastrophenbedingte Umleitungen mit der NC700X auf den Weg. Heute von irgendeiner Kauflust zu sprechen, wäre eine wilde Übertreibung gewesen. Daher hätte es auch diesmal bei einer unverbindlichen und etwas tristen Fahrzeugbesichtigung bleiben können, aber…

…es kam anders. Der erste Blick ins Schaufenster zeigte mir diese R3 von einer unerwartet attraktiven Seite: Der schmalsten nämlich. Lag es an meiner eigenen schlechten Laune, am miesen Wetter oder was auch immer, da stand ein auffallend schönes zierliches Motorrad, besser als meine bisherigen Besichtigungen es mir suggeriert hatten. Selbst der ursprünglich von mir kritisierte hohe schmale mopedartige Tank störte mich heute nicht. Das ist es immer mit der völlig subjektiven Beurteilung von Motorrädern. Reine Tagesform?

Es kam dann allerdings heraus, daß es kein 2016er, sondern ein 2015er Fahrzeug war. Das Dekor ist geringfügig anders. Im Grunde sollte dies nicht viel ausmachen. Erstaunlich, unerklärbar, egal.

Nun machte mir der Händler diskussionslos ein ausgezeichnetes Angebot. Ich stand vor einem bildhübschen schmalen Motorrad ganz nach meinem Geschmack, hatte einen guten Preis, wusste um die momentan schwierige Lieferbarkeit dieses Modells, und meine Laune begann auf einmal freudig zu werden, was dringend nötig war. Und das war jetzt die zweite Überraschung, denn normalerweise verbindet sich im Ernstfall eine solche Kaufhandlung bei mir mit eher dezenter Stimmung, was mit den Kosten und Zweifeln zu tun haben dürfte.

Gekauft

Die Mittel zum Kauf ergaben sich größtenteils aus dem Verkauf der WR250R Supermoto, ohne den eine solche Aktion nicht möglich gewesen wäre.
Fahrzeugbilder kommen nach Abholung.

Die obige Foto-Collage zeigt ein 2016er Neufahrzeug bei einem anderen Yamaha Händler, welches kurz vor meiner Entscheidung verkauft worden war, und für welches ich mich aus unerfindlichen Gründen nicht so sehr hatte begeistern können.

Soweit ich gelesen habe, wird die R3 in Indonesien produziert, genau wie der NMAX Roller. Letzterer weist in unserem Einsatz bisher eine einwandfreie Qualität auf, so daß ich zuversichtlich bin, daß auch die R3 in Ordnung sein wird. Ob sie an die in Japan produzierte und hervorragend verarbeitete völlig problemfreie WR250R hinreichen können wird, wage ich zu bezweifeln, aber Sorge bereitet mir dieses Thema andererseits nicht.

Übrigens war dies mal wieder ein Kauf ohne Probefahrt. Die Möglichkeit zum Test hatte sich bei diesem Modell mangels Vorführer nirgends ergeben. Früher waren Käufe ohne Probefahrt bei mir nie schiefgegangen, und so hoffe ich auch diesmal, daß das Fahrzeug keine böse Überraschung bringt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt muß ich jedoch gestehen, keine Ahnung zu haben, wie sich die R3 fährt. Sämtliche Info beziehe ich bisher aus Medien, Videos, Foren. Aber das wird sich ändern.