Sep 242016
 
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Mit der gleichen Begründung wie beim Nmax Roller wurde gestern Abend auch die Yamaha MT-07 mit Heizgriffen ausgestattet. Es kam ohne weitere Überlegungen das Daytona Heizgriffset vom Louis zum Einsatz. Im verbauten Zustand sieht es auf den ersten Blick relativ aufgeräumt aus. Allerdings bietet die MT-07 extrem wenig Platz für weitere Sub-Kabelbäume im Lenkerbereich. Es war einiges an Gefuddel nötig, um Chaos zu vermeiden.

Yamaha MT-07 mit Daytona Heizgriffen

Yamaha MT-07 mit Daytona Heizgriffen

Elektrischer Anschluß

Zwei Dinge sind wichtig bei Heizgriffen: Bei abgeschalteter Zündung müssen die Dinger deaktiviert sein, also ein direkter Anschluß an die Batterie kommt nicht in Frage. Das Risiko einer in kürzester Zeit tiefentladenen Batterie wäre zu groß. Zum anderen braucht man einen leistungsfähigen und entsprechend hoch abgesicherten 12V Plus-Anschluß. Man darf sich Schaltplus nicht von einer beliebigen kleinen Leitung abgreifen. Entweder man nimmt es sich also von irgendeinem bekannten geschalteten Leistungsanschluß, oder man installiert ein zusätzliches Relais gegen Batterie-Plus als Leistungsanschluß mit entsprechender Sicherung und legt die Relais-Schaltleitung dann auf eine unkritische Schaltplusleitung.

Die MT-07 hat einen serienmäßigen geschalteten Nebenverbraucheranschluß, der allerdings nur mit 2A abgesichert ist, was für die „Start“ Stellung der Daytona Griffe nicht ausreicht. Dieser Anschluß kam insofern nicht in Frage.

Nach kurzer Sichtung des Fundus war die Entscheidung dann einfach. Ich hatte noch aus den Zeiten mit der XT660Z Tenere einen letzten unbenutzten „Cockpitstecker“ für den legendären Blindanschluß der Tenere übrig, die ich damals als Gastgeschenk fürs italienische Teneretreffen besorgt hatte, wo ich dann wegen Katastrophenwetters nicht hingefahren war. Dieser Stecker passte bereits bei der WR250R und nun genauso an der MT-07 an den sehr gut zugänglichen Standlichtanschluß. Dieser Anschluß wurde somit zweckentfremdet, denn das Standlicht brauchen wir nicht am Motorrad. Der Standlichtanschluß ist mit einer 7,5A Sicherung abgesichert, und das reicht locker aus.

Kurz und gut, der Stecker wurde an die Stromleitungen des Daytona Heizgriffsets gecrimpt, testweise eingesteckt, Zündung/Motor ein, und die Heizfunktionen waren somit bereits testbar.
Aufwand: Entfernen der beiden großen Scheinwerferschrauben links und rechts, Abklappen des Scheinwerfers, Abziehen des Standlichtsteckers überm Licht und Anbau des vorhandenen Gegensteckers am Griffset.

Konsequenzen: der TÜV wird ggfs. einen Mangel eintragen, nämlich „durchgebranntes Standlicht“. Oder man steckt vor der HU schnell um, was in 5 Minuten zu machen wäre.

Installation

Yamaha MT-07 Heizgriffen - Die Kabelwurst

Yamaha MT-07 Heizgriffen – Die Kabelwurst


Die Griffkabel sowie das Schalterkabel wurde nach dem Verbauen der Komponenten zusammen mit den anderen Zügen und Leitungen an den Durchlässen der Scheinwerfermaske nach unten geführt und an der linken Seite hinter dem Gabelrohr miteinander verbunden. Dort entsteht unvermeidlicherweise eine Kabelwurst, die ich mit einem dicken Schrumpfschlauch komprimiert habe. Das einzig Schwierige der Installation war nun die Unterbringung dieser Kabelwurst, im Bild rot eingekreist.
An der MT-07 geht es dort extrem eng zu, und ich wollte keinesfalls die Beweglichkeit der anderen Leitungen behindern. Das Knäuel lässt sich aber beim Lenken quer vor dem Tank einfädeln, ohne daß es sich dabei sonderlich verwindet bzw. die Leitungen ständig in Bewegung wären. Mit einem langen losen Kabelbinder habe ich es dann in dieser Position fixiert. Das sieht kacke aus, keine Frage, aber es ist in der Praxis die entspannteste Kabelführung, die ich finden konnte. Presst man alles hinter die Frontmaske, dann riskiert man dort durch den hohen Druck Kabelbrüche.

Die Position des Schalters am Lenker kann man diskutieren. Das Ding sieht dort nicht wirklich attraktiv aus. Andererseits hat es Vorteile, die Schaltstellung klar im Blick zu haben. Ich hätte diese Schalteinheit genau wie beim oben verlinkten Nmax Roller von unten an die linke Lenkerarmatur geklebt, wenn ich das Fahrzeug alleine nutzen würde. Dann stört es optisch nicht und bleibt bedienbar, aber man sieht nicht auf die eingestellte Schaltposition.

Sep 232016
 
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Am Yamaha NMAX Roller ist die Montage handelsüblicher Handschützer für Schlechtwettereinsatz schwierig. Die von Yamaha als Zubehör angebotenen Handschützer sind gigantisch groß und sehen am Fahrzeug deshalb nicht gut aus. Erstmals überhaupt habe ich mich entschlossen, Heizgriffe zu verbauen. Ursächlich war auch ein stark vergünstiges Set Daytona Scooter Heizgriffe bei Louis um 25 Euro, welches im Betrieb nur 18W Leistung zieht. Zu sehen sind die Teile in folgendem Bild, rot eingekreist. das mittlere Set kommt übrigens demnächst an die MT.

Daytona Scooter Heizgriffe und Universalgasgriffhülse

Daytona Scooter Heizgriffe und Universalgasgriffhülse


Dabei wurde die bereits an der R3 verbaute Universalgasgriffhülse verwendet, die auch am NMAX perfekt passt. Das erspart das Abschleifen der Haltegraten am Originalgasgriff, was beim Aufziehen eines neuen Griffes unerlässlich wäre.

Ergebnis

Man sieht nach der Fertigstellung nur die kurzen Kabelzuleitungen der Griffe, sowie links unter der Armatur den Schalter. Alles andere ist verborgen.

Lenkeransicht nach Fertigstellung

Lenkeransicht nach Fertigstellung

Die Heizleistung der Griffe ist gemessen an den 18W gut. Es wird richtig warm. Die Griffe selbst sind etwas rutschig und wirken nicht sehr hochwertig, was mit Sicherheit dem günstigen Preis geschuldet ist. Überraschend war der zu große Innendurchmesser des Gasgriffs. Ich musste die verwendete Griffhülse stark mit Klebeband verdicken, um den Griff überhaupt verwenden zu können. Auch linksseitig war der Griff minimal zu groß im Innendurchmesser, so daß eine Lage Tape hilfreich war.

Montage

Die folgende Galerie zeigt einige kurz kommentierte Fotos der Montage. Das Wichtigste sei erwähnt: Schaltplus gibt es am linken Bremslichtschalter (vorderer Anschluß, braune Leitung). Dies wird auch von der Montageanleitung empfohlen. Masse führe ich mit der bereits vorhandenen Masseleitung der Bordnetzsteckdose zusammen, welche direkt am Batteriepol endet. Den Ein-/Aus-Schalter habe ich unten an die linke Armatur geklebt. So ist er unauffällig und bewegt sich mit dem Lenker, was dem im Lenker versteckten Kabelgefuddel zugute kommt. Man könnte den Schalter auch problemlos in eines der beiden Ablagefächer leiten. Allerdings wäre dann das kurze Zuleitungsstück an der oberen Seite sichtbar. Das unvermeidliche Kabelknäuel liegt in der Lenkerverkleidung, und die Masseleitung führe ich mit den anderen Seilzügen zentral nach unten vorbei an meiner in der rechtsseitigen Ablage angebrachten Bordnetzsteckdose. Alles weitere kann man den Fotos entnehmen.

Sep 222016
 
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Dank meinem Motorradhändler hatte ich die Möglichkeit, mir einen der bei uns ganz neu kommenden Niu Elektroroller anzusehen und eine Runde am Hof zu drehen. Das Fahrzeug war noch nicht zugelassen. Elektrisch angetriebene Fahrzeuge der neueren Generation reizen mich sowieso, und am Niu gefällt mir auf Anhieb dessen gelungenes Utility Vehicle Design, was bei einem ehemaligen Honda Zoomer Fahrer und Fan wie mir kein Wunder ist. Man kann dankbar sein, daß hier nicht ein weiteres Exemplar der unzähligen Nostalgie-Repliken auf den Markt kommt.

Niu Elektroroller

Niu Elektroroller

Der Niu Roller fällt nicht nur wegen des modernen und kompakten Shuttle-Designs auf. Er ist sehr leicht, was man beim Aufsteigen sofort bemerkt. Das Technikpaket passt: Akku im Bodenfach, herausnehmbar und extern aufladbar. Fernbedienbare Alarmanlage serienmäßig, sowie ein hochwertig wirkendes Digitalinstrument als Fahranzeige. Rechts am Lenker ist ein Wahlschalter mit 3 Fahrstufen, die man als vorsichtiger Mensch eventuell nutzen möchte. Ich finde Stufe 3 ok. Die anderen würde ich wohl eher nicht brauchen.

Niu Elektroroller Anzeigeinstrument

Niu Elektroroller Anzeigeinstrument

Hübsch gemacht ist auch die Lenkeraufhängung sowie die Aufhängung der Soziusrasten, ähnlich wie beim Honda PCX Roller.

Niu Elektroroller

Niu Elektroroller

Der Niu Roller bremst einerseits über Energierückgewinnung, also Generatorbetrieb des Nabenmotors, zum anderen luxuriöserweise mittels zweier Scheibenbremsen, was im Rollerbereich nicht Standard ist.

Niu Elektroroller

Niu Elektroroller

Motor und Akku beim Niu Roller sind hochwertige Markenteile. Es wird ein Bosch Radnabenmotor mit einem Panasonic Akku kombiniert. Beim Testfahren ist mir ein leicht verzögertes Ansprechen des Motors beim Aufdrehen des Gasgriffs aufgefallen, was vielleicht absichtlich so geregelt ist, um neue Fahrer nicht zu erschrecken, denn man hört ja nichts, sondern es fährt einfach los. Dieses lautlose Starten finde ich perfekt, eine Verzögerung bräuchte ich nicht dabei. Man kann sich das so vorstellen, wie bei den bekannten Roller-Riemenantrieben, wo man beim Gasgeben auch einen Moment wartet, bis der Riemen greift.

Niu Elektroroller

Niu Elektroroller

Motorlauf

Das Video zeigt das ungedämpfte Laufgeräusch bei „Vollgas“ im Stand, direkt am Antrieb aufgenommen. Effektiv fährt der Niu Roller lautlos, man nimmt neben den Reifenabrollgeräuschen kaum noch irgendetwas vom Antrieb wahr. Das ist supercool und angenehm beim Fahren.

Man hat den Eindruck, daß schön langsam moderne alltagstaugliche Elektrofahrzeuge in erschwingliche Preisregionen kommen. Der Niu entspricht preislich einem der teureren Standard-50er, gefällt mir persönlich allerdings viel besser. Einige Punkte sind wohl Sparprogramm, beispielsweise die suboptimale Plastikverarbeitung. Damit komme ich klar, wenn die Technik stimmt, und das wird man in den nächsten Monaten sehen. Gut möglich, daß so ein Stadtvehikel nächstes Jahr noch in die Garage kommt, einfach weil es sehr cool zu fahren ist und aussieht. Der Hersteller gibt 80km Reichweite an, was leider wie so oft eine obere Abschätzung sein dürfte und nur bei langsamer Fahrgeschwindigkeit erzielbar ist. Mein Händler meinte, irgendwas in der Gegend von 50km könnte realistisch drin sein. Für innerstädtische Erledigungen, Kindertransporte usw. reicht es jedenfalls. Die Spitzenleistung des Antriebs wird mit 2400W angegeben.

Sep 162016
 
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Ein für mich bewegendes und total schönes Ereignis gab es heute gegen Abend: Die erste gemeinsame Motorradausfahrt mit meiner Frau, auf zwei Motorrädern versteht sich. Gleichzeitig die erste gemeinsame Fahrt der YZF-R3 und der MT-07. Gefahren wurde eine Wirtschaftswegrunde über teils einspurige Kleinstraßen, sogar etwas Schotter. Beendet wurde die Runde dann in unserem Wohnort Simbach im DAV Kletterzentrum Biwak2.

Die allererste gemeinsame Ausfahrt mit meiner Frau

Die allererste gemeinsame Ausfahrt mit meiner Frau

Selfieeeee

Selfieeeee

Sep 162016
 
R3 Logo

Akrapovic Slipon für Yamaha YZF-R3

Akrapovic Slipon für Yamaha YZF-R3

Diesem Blog unschwer zu entnehmen ist meine Abneigung gegenüber lauten penetranten Fahrzeugen. Das Thema „Rennauspuff“ ist passe. Wenn man schon einen anachronistischen Verbrennungsmotor betreibt, wäre es ganz nett, das Ding umgebungsverträglich zu halten. Und das geht heutzutage. Zum dritten Mal rüste ich einen Endschalldämpfer des Herstellers Akrapovic an einem Motorrad nach. Bei der XT660Z Tenere damals war es notwendig geworden, da der Serienschalldämpfer frühzeitig kaputt ging und sehr teuer gewesen wäre. Bei der Honda NC700X und nun bei der Yamaha R3 ist es eine Leichtbau-Edel-Option, die man nicht bereuen muß. Die Schalldämpfer der Firma Akrapovic passen millimetergenau, sind haltbar, entsprechen vom ausgestossenen Lärm her den Serienanlagen, wiegen dabei aber viel weniger als letztere. Und meistens sehen sie am Fahrzeug dann auch noch besser aus. Böse Überraschungen von wegen unerträglichem Fahrlärm oder Montage unter Spannung aufgrund mieser Passgenauigkeit kann man hier vergessen.

Im Falle der R3 erhält man einen schmalen zierlichen Carbon-Endschalldämpfer, der schnell und einfach montierbar ist, und am Fahrzeug sehr gut aussieht, besser als mich die Herstellerbilder vermuten liessen. Subjektiv wiegt er die Hälfte des Stahlendtopfs der R3, objektiv sind es 1,4kg weniger. Der Motorklang ändert sich bei niedriger Drehzahl nochmal eine Nuance ins Dumpfe, was bei 320ccm schon etwas erstaunlich ist und vermutlich auf dem ohnehin dumpfen Ansauggeräusch basiert. Bei erhöhter Drehzahl wird man wenig Unterschied zum serienmäßigen Fahrgeräusch haben. Irgendwelche Nebengeräusche oder penetranten Anteile sind mir bisher nicht aufgefallen.

Technisch scheint dieser Schalldämpfer – anders als meine vorigen Akrapovic Exemplare – ein reiner Absorptionsdämpfer zu sein. Irgendwelche Resonanzkammern sind im Inneren für den Laien jedenfalls nicht erkennbar. Man hat ein durchgehendes gelochtes Rohr mit Dämm-Material aussenrum. Das klingt jedenfalls plausibel insofern als die R3 ja bereits den großen Hauptschalldämpfer unter dem Motor besitzt, worin auch der Katalysator ist.

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Soundcheck

Hier hört man zwar den Motor mit dem Akrapovic Schalldämpfer, kann aber bitte keinen Rückschluß auf das effektive Umgebungsgeräusch ziehen, da die Aufnahme (per Smartphone) direkt am Schalldämpfer erfolgte!