Die Fahrrad-Rangfolge

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Die Fahrrad-Rangfolge
Okt 262013
 
Garagenlogo

Seit 1988 nutze ich regelmäßig Fahrräder verschiedener Art: ursprünglich nur zu Sport und Fitnesszwecken bei nahezu täglichem Einsatz, später auch zu Entspannung und Touring, und dann zunehmend auch für allfällige Alltags- und Transportaufgaben. Während dieser langen Zeit nahm auch das technische Wissen zu. Die Ansprüche an meine Fahrräder änderten sich grundlegend, und ich erledigte abgesehen vom Rahmenbau so gut wie alle Auf- und Umbauarbeiten sowie den Laufradbau an meinen Fahrrädern letztendlich selbst.
Von meinen zahlreichen bisherigen Fahrrädern haben sich einige als langfristig erhaltenswert herausgestellt. Diese sollen nach meinen völlig individuellen und subjektiven Kriterien in eine Rangfolge gebracht werden. Als ich mir darüber erstmals Gedanken machte, überraschte mich das Ergebnis selbst ziemlich stark, und so entstand dieser Blogartikel.

Rang 1: der Streetstepper

Streetstepper Fahrt am Inndamm
Die Überraschung: seit vielen Wochen ist mein 2011er Streetstepper Sport aus technischen Gründen unbenutzbar. Er soll baldmöglichst gegen das Nachfolgemodell RS20 ausgetauscht werden. Die Zeit der Nichtverfügbarkeit dieses Rades zeigt deutlich, wie sehr ich dieses unkonventionelle Fahrzeug vermisse. Es ist dasjenige Fahrrad, welches seit Neukauf meine erste Wahl für alltägliche Fitness- und Entspannungseinsätze ist, gern auch für abendliche oder nächtliche Trainingsrunden. Es ist weder das leichteste, noch das schnellste Fahrrad in der Garage; aber dasjenige, welches am angenehmsten und entspanntesten zu fahren ist, dabei immer Spaß macht und zudem jederzeit ein sehr effektives Training bei maximaler Bewegungsfreiheit ermöglicht. Dabei ist es wirbelsäulenschonend und zwingt einen nicht in eine Sitzposition. Man sitzt ohnehin den ganzen Tag. Ein besonderer Reiz ist immer das schnelle Bergabfahren mit dem Stepper.

Meinen Streetstepper hatte ich für Fahrten bei Dunkelheit und für Touren mit einem SON Nabendynamo, hochwertiger LED Beleuchtung sowie einem USB Ladeanschluß ausgerüstet.

Der 2011er Streetstepper Sport war nach meinen vergangenen sehr durchwachsenen Erfahrungen mit einem 3G Wipproller irgendwo ein Experiment und hat sich dann in punkto Zuverlässigkeit leider kaum besser als der 3G verhalten, besticht aber 100% durch sein Konzept und die Fahreigenschaften. Für meine Garage ein quasi zwingender Bestandteil, selbst bei erhöhtem Schraubaufwand. Nachkaufen. Unbedingt. Aber auf jeden Fall das teurere RS20 Modell, nicht mehr die Vorgänger Baureihe.

Rang 2: das Tern Verge X10 Klapprad mit Tourenumbau

Tern Verge X10 mit alternativer Seilzugverlegung2012 hatte ich mir kurzentschlossen ein leichtes schnelles und hübsches Tern Verge X10 Klapprad gegönnt. Dieses Rad habe ich in zahlreichen Details angepasst, sowie einen tourentauglichen robusten Laufradsatz selbst gebaut, um die serienmäßigen wunderschönen Leichtlaufräder nicht beim Tourenbetrieb zu strapazieren. Als Clou gelang es mir schließlich, eine Alfine 8 Gang Schaltnabe in den nur 130mm breiten Hinterbau einzupassen, und zwar nur durch Änderung der Nabe. Selbst mit dem Schaltnabenhinterrad ist das Tern ein flinkes und dabei noch praktischeres Rad, welches über ein ausgezeichnetes Gepäcksystem sowie eine sehr hochwertige LED Beleuchtungsanlage mit Son XS Nabendynamo und USB Ladeanschluß verfügt. Das Tern eignet sich für effektives Pendeln, für Touring, für schnelle Erledigungen, aber genausogut für zügige Fitnessrunden. Richtig schnell und schick wird es mit dem serienmäßigen Leichtradsatz ohne Beleuchtung und Gepäckzubehör. Egal wie man das Tern konfiguriert, es macht Spaß zu fahren, hat eine angenehme Ergonomie, ist sehr praktisch und kann für Transporte jederzeit kleingemacht werden.
Dieses Rad würde ich uneingeschränkt wieder kaufen, eventuell statt des X10 mit meinen Umbauoptionen gleich die Version S11i mit Alfine 11-Gang Nabe, unter zähneknirschendem Verzicht auf die hübsche Lackierung des X10.

Update am Rande: gerade habe ich gesehen, daß Tern das hübsche X10 2014 nicht mehr anbietet. Es wird ersetzt durch das einfachere, schwerere aber deutlich billigere Verge P9. Das Verge S11i hingegen wurde erheblich im Preis angehoben, hat aber leider immer noch die altbackene schwarzsilberne Lackierung. Unter diesen Umständen stelle ich nochmal fest: richtig gekauft!

Rang 3: das 2 Souls Cycles Custom MTB

2Souls Cycles MTB am GennerhornSeit unserem Wegzug aus dem unmittelbaren Alpenraum besteht keine Notwendigkeit mehr, ein Mountainbike in der Garage zu haben. Hat man aber eines, so macht man das beste draus. Als früher sehr ambitionierter Mountainbiker habe ich einiges durchprobiert, was mich damals auch einiges an Geld gekostet hat. Letztendlich bin ich nach vier verflossenen Mountainbikes und einer anschliessenden langen Stoffsammlung, Konzeptsuche und Vorbereitung bei diesem massgefertigten Stahlrahmen mit selbst gewähltem und -montiertem Komponentenmix gelandet. Dieses 2Souls Custom ist ein universell einsatzbares sehr robustes Hardtail mit einem phantastisch verarbeiteten schnörkellosen und wunderschönen Stahlrahmen genau nach meinen Wünschen, sowie mit einer perfekt gelungenen Geometrie und Ergonomie. Auf diesem Rad rastet man präzise ein.
Auch die Komponenten kommen auf den Punkt. Das Rad hat eine unproblematische und praktische Alfine-11 Gang Nabe in Verbindung mit den verschiebbaren 2Souls Evo Ausfallenden, super stabile Laufräder mit Spank Subrosa Evo Felgen, Sapim Speichen und weitere hochwertige Ausstattung. Es funktioniert jederzeit zuverlässig. Natürlich ist das kein typisches Sport-MTB, weil es dafür einfach zu schwer und von der Übersetzung zu eingeschränkt ist. Aber es passt perfekt in meinen Freizeitbedarf, hat tolle Fahreigenschaften und ist praktisch unzerstörbar. Das 2Souls ist einerseits mein Technik- und Ergonomiesieger: ein Rad auf Lebenszeit. Andererseits kommt es nicht mehr sehr oft zum Einsatz, weil der aktuelle Wohnort kein typisches MTB Revier ist. Als ich mir diesen Rahmen bauen liess, war das nicht absehbar gewesen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich das 2Souls aus der Garage hole. Ersatz dafür würde ich mir unter den gegenwärtigen Bedingungen allerdings nicht mehr beschaffen. Abgesehen davon, daß das bei diesem Rad gar nicht möglich wäre. Das gibt es so kein zweites Mal.

Rang 4: das Surly Big Dummy Transportrad

Big Dummy Transportfahrt: Motorrad- und Rollerreifen auf dem Weg zur Entsorgung

Motorrad- und Rollerreifen auf dem Weg zur Entsorgung

Das Big Dummy, ursprünglich alleiniges Thema dieses Blogs, ist der Lastesel, die eierlegende Wollmilchsau, das Universalfahrrad schlechthin. Pendeln, Shopping, Touring, Fahrten mit Kindern, Trainingsrunden, leichte Offroadstrecken mit oder ohne Gepäck, Schlechtwetterfahrten, alles ist drin. Es ist ein zuverlässiges, entspanntes und angenehm zu fahrendes Rad mit einem Stahlrahmen von mittlerer Qualität, Rostansätzen, einer nicht optimal konstruierten Gabel und mit grundsätzlich „amerikanischem Ambiente“. Aber es tut immer, was es soll, macht alles mit und ist irgendwie cool. Das Big Dummy habe ich mir 2008 aufgebaut unter Verwendung der zuverlässigen Alfine-8 Nabe, einem SON Nabendynamo und der geschätzten sehr stabilen Spank Subrosa Felgen mit Sapim Force Speichen. Für Toureneinsätze kann ich das Big Dummy jederzeit mit einem USB Ladeanschluß für Navi und Handy ausstatten.

Zwischendurch hatte ich das Big Dummy aus technischem Interesse sogar vorübergehend mit einer N360 CVP Schaltnabe umgerüstet.

Dieses Rad ist in meiner momentanen Garagenbesetzung das Fahrrad mit den meisten Kilometern, und es ist dasjenige Fahrrad, mit dem ich bisher meine längsten Tagesetappen gefahren bin. Falls in den nächsten Jahren daran gerüttelt würde, dann am ehesten durch das Tern Klapprad. Das Surly ist ungemein praktisch und man kann richtig große Dinge damit transportieren (beispielsweise ein anderes Fahrrad). Ersetzen würde ich dieses Fahrrad nur, wenn sich die Notwendigkeit solcher Transporte zwingend ergäbe. Für gewöhnliche Urlaubs-Touren tendiere ich inzwischen wieder zu kleineren Rädern, noch besser Klapprädern wie dem Tern, denn das erleichtert bei Eisenbahnetappen vieles. Dafür ist das Surly einfach zu sperrig. Zudem merkt man beim Surly zwangsläufig die 20kg Fahrzeuggewicht, wenn es ans Pässefahren geht. Sollte ich aber irgendwann eine ausgedehnte Radreise machen, so wäre das robuste Big Dummy mit seinen großzügigen Lademöglichkeiten das Expeditionsvehikel der Wahl.

Rang 5: das Cinelli Xperience Rennrad

Eraclea

Eraclea


Rennradfahren war mein Einstieg ins regelmäßige Fahrradfahren, und ich habe wunderbare Erinnerungen an meine häufigen bergigen und langen Trainingsrunden in aller Herrgottsfrühe in den Sonnenaufgang hinein, aber auch oft bei schlechtem Wetter, sogar bei Schnee und weit unter 0 Grad. Das waren harte Zeiten, wo ich diesen Sport für mich allein genoss. Heute würde ich das nicht mehr schaffen.
Dieses hellblaue Cinelli ist aktuell mein ältestes Fahrrad. Es wurde initial etwa um 2005 herum aus Altteilen mit einem neuen Rahmen aufgebaut. Der erste Rahmen mußte allerdings nochmal getauscht werden wegen Lackfehlern.

Das Cinelli ist ein wunderschönes Rennrad mit einem gedrungenen starken Alurahmen moderner Bauweise, teils noch 1994er Komponenten von meinem damaligen zweiten Rennrad und mit dem einzigen gekauften Edelradsatz meines Fuhrparks: Mavic Ksyrium ES. Ich benutze dieses Rennrad fast nur mehr bei Italienurlauben, und auch das wird sich seit Umstieg auf einen Kleinwagen ändern, da das Rad dann nicht mehr reinpasst und durch das Klapprad ersetzt werden muß. Mit dem Rennrad verbinden sich für mich viele persönliche teils tiefgreifende Erinnerungen an eine bestimmte Lebensphase. Und es ist auch ein Mahnmal der Vergänglichkeit, insofern als ich diese damalige Fitness und Zähigkeit nie mehr aufbauen können werde. Die giftig grelle hellblaue Farbe ist bewusst gewählt und erfreut mein Auge. Und sie spricht für die Härte, die das ambitioniert sportliche Fahren mit einem Rennrad fordert. Und je besser die Fitness, desto mehr Freude macht das Fahren mit dem Rennrad. Zum Rumgurken ist so ein Rad uninteressant. Dennoch: das Rad bleibt in der Garage. Noch ist nicht aller Tage Abend. Ein Ersatz dieses Rades wäre für mich allerdings nicht sinnvoll.

Rang 6: das Strida LT Klapprad

Das Strida LT Faltrad in Berlin an der Spree

Das Strida LT Faltrad in Berlin an der Spree

Der undankbare letzte Rang fällt meinem hochgeschätzten Strida LT Klapprad zu. Dies ist eine extrem durchdachte und witzige Konstruktion eines Hightech-Minimalrades, welches blitzschnell zu falten geht und dennoch von der Ergonomie her Fahrten über zig Kilometer erlaubt. Dieses Rad wurde zum Zwecke des Bahnpendelns angeschafft, aber diese Einsatzweise ist inzwischen weggefallen. Dabei litt das Strida an der spezifikationsgemäßen Untauglichkeit für Wintereinsätze, über die ich mich leider hinwegsetzen musste. Der eigentliche und geniale Einsatzzweck dieses Fahrrades sind Städtereisen per Bahn. Man kommt an, klappt locker das Strida aus und erkundet per GPS-Navi am Lenker die Stadt. Das ist phantastisch und macht mit genau diesem Fahrrad ungemein viel Spaß. Mein Strida wurde mit guter Akkubeleuchtung nachgerüstet und hat ansonsten bereits serienmäßig alles wichtige. Die schönsten Erlebnisse mit dem Strida hatte ich in Berlin anlässlich des Berlinmarathons als Begleiter, sowie bei nächtlichen Fahrten durch Wien. Das Strida geht nie im Weg um, denn zusammengeklappt und notfalls mit dem Überwurfmantel verhüllt traut man sich damit auch problemlos in Geschäfte oder Hotels rein, ohne groß aufzufallen. Das Strida ist letztendlich ein perfektes urbanes Fahrrad, sowie ein superpraktisches Bahnpendlerrad, wenn man es nicht bei Wintereinsätzen verschleissen lassen muß. Zudem ist es wohl dasjenige Fahrrad, das am meisten Kontakt zu anderen Leuten herstellt. Man wird damit regelmäßig angesprochen. Macht Spaß.
Ich behalte das Strida in der Garage, weil man es immer mal wo hin mitnehmen kann. Zudem habe ich es damals noch zu einem recht günstigen Preis erstanden, wohingegen diese blitzsauber von Ming Cycles in Taiwan gefertigten Räder inzwischen ganz schön ins Geld gehen. Nachkaufen würde ich es nicht mehr, da mein Hauptzweck weggefallen ist. Dennoch: in Bezug auf die beschriebene Städtreisen-Thematik ist das Strida meinem Tern Klapprad aufgrund der bestechenden Einfachheit dieses geschickten Konzeptes überlegen. Und es ist extrem cool.

Abschliessend

Zu allen genannten Fahrrädern findet man in diesem Blog und auf meiner Garagenhomepage bei Bedarf vieles an Detailinfo, Umbautipps, Tourenbilder usw..

Und ja, es gibt dann auch noch ein typisches Winterrad, das ich basierend auf einem uralten MTB meiner Frau mit günstigen Komponenten oder Restteilen aufgebaut habe. So etwas ist zwar nicht sonderlich interessant, aber im Alltagseinsatz bei Streusalz und rutschigen Bedingungen unverzichtbar.

Achso, und ganz am Schluß möchte ich noch auf mein bisher verrücktestes Umbauprojekt hinweisen, mein oranges Monster. Aber seht selbst. Leider seit langem nicht mehr in meinem Besitz. Hätte man aber auch behalten können.

Strida LT Radlager

 Strida LT  Kommentare deaktiviert für Strida LT Radlager
Aug 252013
 
Garagenlogo

Mein Strida LT Klapprad hatte sich in mehreren Jahren als ungemein praktisches und witziges Fahrzeug bewiesen. Das Klapprad ist technisch ausgereift und macht trotz der bemerkenswerten Konstruktionsweise keine Probleme. Allerdings ist das Rad nur bedingt wintertauglich. Die ungeschützten Radlager nebst einigen anderen Lagern leiden im Streusalz und gehen früher oder später fest.

Hinterrad Strida LT mit Radlagern und Distanzbuchse

Hinterrad Strida LT mit Radlagern und Distanzbuchse sowie dem Freilauf


Bei meinem Strida waren nach drei Jahren Wintereinsatz die hinteren Radlager unbrauchbar, der Freilauf ausgeschlagen und laut, aber noch verwendbar, sowie auch das kleine Kugellager, welches den Riemen auf das Ritzel drückt stark ausgeschlagen. Zu ersetzen wären nun letztendlich alle genannten Teile, allerdings werde ich den Freilauf noch behalten. Das Neuteil ist sehr teuer. Beziehen kann man die meisten Teile im offiziellen Strida Shop.

Hier die Daten der Radlager

Aufschrift 6001 RS
Innendurchmesser 12mm
Außendurchmesser 28mm
Dicke 8mm

Diese Lager bekommt man leicht und günstig im Onlinehandel.

Strida LT Hinterradaufhängung

Strida LT Hinterradaufhängung


Erfreulicherweise montiert es sich am Strida sehr einfach. Das Rad ist dank der einseitigen Aufhängung schnell abmontiert. Die Radlager können mit einem entsprechenden Durchschlag ausgeschlagen werden. Beim Freilauf kann man die äußere Abdeckung nach Lösen von 6 kleinen Kreuzschlitzschrauben abnehmen und durch den entstehenden Spalt des bereits ausgeschlagenen Teils etwas Lagerfett ins Innere des Freilaufes hineinmanövrieren.

Immerhin kann man auch feststellen, daß die Vorderradlager sowie die Innenlager im Tretlager den Wintereinsatz bisher gut überstanden haben und keinen Verschleiß zeigen.

Update: nach dem Austausch der Radlager gegen 2 Markenlager aus dem Onlinehandel (alles in allem ca EUR 7.-) läuft das Strida wieder. Der Freilauf wird früher oder später auch fällig sein. Das schiebe ich bis auf weiteres vor mir her. 60 Eur für das Neuteil schrecken ab, und das Spezialwerkzeug zur Demontage des Freilaufs ist nicht vorhanden.

Strida LT Felgenproblem

 Strida LT  Kommentare deaktiviert für Strida LT Felgenproblem
Jan 272013
 

Mein geschätztes Strida LT Faltrad, welches ich meist nur für die Kurzstrecken beim Bahnhofspendeln verwende, offenbart ein sehr lästiges Problem. Zum zweiten Mal muß ich nun den kaum verschlissenen Hinterreifen wechseln.


Das Problem ist die Form der (Verbund-)felge. Um den Reifen initial sauber auf seinen Sitz zu bringen, braucht man trotz Verwendung von Montagepaste kurzzeitig einen extrem hohen Druck. Faellt der Druck nach dem Montieren (bzw. waehrend Betriebs- oder Lagerdauer) zu weit ab, so rutscht der Reifen wieder vom korrekten Sitz ins Felgenbett ab. Dabei scheint die Reifenflanke beschädigt zu werden, insbes. wenn man so auch noch fährt. Es dürfte schwierig sein, den Reifen unterwegs ohne Kompressor wieder in einen sauberen Sitz zu bekommen. Man hat letztlich zwei Möglichkeiten: bei regelmäßigem Betrieb des Fahrrades hält man den Reifen immer nahe am Maximaldruck, um den korrekten Sitz auf der Felge zu garantieren. Lagert man das Fahrrad, so läßt man die Luft komplett ab, um eine Beschädigung einer falsch liegenden Reifenflanke an der Felgeninnenkante zu verhindern. Vor Inbetriebnahme muß der Reifen dann aber wieder kurz überblasen werden, um in den Sitz zu springen. Keinesfalls sollte man das Rad benutzen, wenn der Reifen nicht sauber sitzt, denn das beschädigt die Flanke reproduzierbar.

Ob dieses Problem nur in Verbindung mit bestimmten Reifentypen auftritt, oder die Felge generell bei allen Reifen ungünstig geformt ist, kann ich momentan noch nicht sagen. Unklar ist auch, ob dies ein spezielles Problem am mehr belasteten Hinterrad ist. Vorne ist bisher nichts dergleichen passiert.
Problem trat sowohl mit dem Serienreifen (vermutlich ein Schwalbe Typ mit Strida Label) als auch mit einem Marathon Racer auf. Ich werde als nächstes einen Reifen eines anderen Herstellers verwenden. Evtl. hält sich dieser dann bereits bei geringerem Luftdruck in seinem Sitz.

Update 11/2013: Nachdem das Strida inzwischen ohne Not 3 Hinterreifen durch Karkassenrisse verschlissen hat, habe ich mir sehr billige Kenda Reifen vom Typ K935 in Größe 47-305 besorgt. Unter Verwendung von Fett war die Montage einfacher als bei den bisherigen nahezu unmontierbaren Reifen. Man bleibt bei der Erstbefüllung mit Luft im zulässigen Bereich für diesen Reifen. Läßt man nach der Erstmontage Druck ab, so bleibt der Kenda Reifen in seinem Sitz. Möglicherweise sind die Strida Verbundfelgen einfach nicht kompatibel zu den vorher aufgezogenen teuren Schwalbe Reifen, oder aber die Karkasse dieser leichten Reifen ist nicht belastbar genug.
Ich bin gespannt, ob es mit dem billigen Kenda Reifen zu weiteren frühzeitigen Karkassenrissen kommt.

Strida LT vs. Tern Verge X10

 Strida LT, Tern Verge X10  Kommentare deaktiviert für Strida LT vs. Tern Verge X10
Jul 262012
 
Strida LT vs. Tern Verge X10 Umbau

Die in Sachen Faltrad sehr kompetente Firma Velowerk in Schaffhausen hat eine sehr attraktive Webseite, auf der man viel Zeit verbringen kann, insbes. da kein Information Hiding betrieben wird, sondern wertvolle Informationen offen zugänglich sind. Zudem antworten sie ausführlich und freundlich auf E-Mail Anfragen und machen einem Lust auf Fahrräder. Eigentlich der ideale Ort, ein Faltrad zu kaufen. Ich hatte das ansich für den Winter geplant, das Projekt aber wie bereits früher hier beschrieben gekippt. Zum einen, weil mein Wunschklapprad preislich doch etwas ausgeartet wäre, zum anderen weil ich – angefixt durch ein E-Mail von Velowerk selbst – mein Faltradprojekt plötzlich schnell durchziehen wollte, um es bereits diesen August verwenden zu können, und dafür einige größere Kompromisse zu machen bereit war.
Und es hängt auch damit zusammen, dass mein seit Frühjahr bestellter Honda NC700X Commuter nicht und nicht lieferbar war, so daß ich das Rad allein schon deshalb zwischenschieben wollte.

So kam es, dass ich mich nun leider nicht zum erlauchten Kundenkreis des Velowerks zählen darf. Auf der Velowerk Webseite findet man den Hinweis, dass man als Nicht-Radkunde keinen nachträglichen Support bei Problemen des eigenen Rades usw. erhält, was ich nachvollziehen kann. Gewisse Massnahmen zum Bestandserhalt eines Fachbetriebs sind wohl nötig. Andererseits: einige der Spezialumbauten und -teile bietet Velowerk lt. deren Webseite zu etwas höheren Preisen auch Nicht-Radkunden an. Das ist immerhin tröstlich.

Ok, was wollte ich sagen. Ich habe nun zum dritten Mal versucht, mein Verge auf die Velowerk Verkabelung (verlinkte Seite unter ‚Cablerouting‘) umzurüsten. Es sieht so einfach aus, gelingt mir aber nicht. Also gar nicht. Die Kabel lassen sich als unbedarfter Laie nicht so entspannt und harmonisch führen, wie Velowerk das schafft und dokumentiert. Dazu muß man wohl ganz genau wissen, wie man die Kabel ablängt, führt und fixiert. Problem dabei ist: die serienmäßig in weitem Bogen vorne rumhängenden Kabel stören sowohl mit Scheinwerfer, als auch mit Frontgepäck; und beim Falten sowieso. Aber es hilft nix, vorerst bleibt es beim alten. Diese Kabel nerven einfach.
Update: inzwischen habe ich meine eigene beidseitige Verkabelungsart erfolgreich testen und umsetzen können.

Was mich aber nun auf den Gedanken gebracht hat, das nervfreie Strida LT dem Tern Verge gegenüberzustellen:

Strida LT vs. Tern Verge X10 Umbau

Links: Strida LT, rechts: Tern Verge X10


Klar ist: das absolut clean designte Strida ist als Eingangrad mit 16″ Rädern ein Kurzstreckenrad ohne Bergtauglichkeit. Dafür faltet es sich extrem einfach, schnell und sicher und läßt sich dann ob mit oder ohne Hülle vor sich her rollen: superpraktisch im täglichen Zugpendlerbetrieb. Und keinerlei Kabel stören, denn sie sind auf ziemlich geniale Weise im Rahmen innen verlegt. Im Alltag ist das unschlagbar, und schön ist es noch dazu.

Das Tern ist sportlich, langstreckentauglich und steuert sich neutral, verfügt über 10 Gänge und ist serienmäßig minimal leichter als das Strida. Dafür hat man überall Kabel herumhängen, die mit Scheinwerfer oder Frontgepäck beim Lenken sowie beim Falten sehr stören können. Im gefalteten Zustand muss man das Rad tragen, wenn man nicht ein bestimmtes Sonderzubehör montiert.

Es ist recht klar: im alltäglichen Kurzstreckenverkehr, sowie bei Innenstadtnutzung ist das coole Strida mein Favorit, weil es Null Nervpotential hat und dabei ausreichend gut fährt. Man kann damit ggfs. schon auch *zig Kilometer am Stück fahren. Zudem punktet das Strida mit der integrierten Scheibenbremse, die ausgezeichnet funktioniert. Punktabzug gibts für die schlechte Reifenmontierbarkeit. Das geht unterwegs so gut wie gar nicht. Man braucht extrem hohen Druck sowie Montagepaste, damit der Reifen auf der Felge nach viel Gemache irgendwann doch noch (wenn überhaupt) in seinen Sitz springt. Das kostet beim Montieren richtig Nerven, denn man will ja nichts zerstören.

In dem Moment, wo es bergig wird oder längere Strecken mit Gepäck zu fahren sind, führt kein Weg am Tern (oder entsprechenden anderen Modellen) vorbei. Man hat zwar das Kabelgefuddel, dafür aber i.W. Standard-Fahrradteile, die jederzeit nachkaufbar sind. Die üblichen Wartungsarbeiten können problemlos unterwegs durchgeführt werden. Man braucht dafür weder Spezialwissen noch Spezialwerkzeug. Die Reisegeschwindigkeit liegt deutlich über der maximalen noch angenehmen Geschwindigkeit mit dem Strida LT.

Sigma Pava/Niro für Strida

 Strida LT  Kommentare deaktiviert für Sigma Pava/Niro für Strida
Jan 082011
 

Am Strida wurde heute ein akkugespeistes LED-Beleuchtungsset verbaut: der Scheinwerfer Pava und das Rücklicht Niro von Sigmasport. Für genauere Information einfach die Bilder anklicken.


Die mit dem Strida gelieferte Minimalbeleuchtung mit zwei winzigen LED Punktleuchten ist zwar im Notfall sehr praktisch, reicht aber im Straßenverkehr nicht aus, um hinreichend gut gesehen zu werden und ist darüberhinaus vermutlich nicht kontrollfest. Es war mir eine Warnung, daß ich mit den Strida-Minilichtern bei Dunkelheit innerhalb sehr kurzer Zeit mehrmals übersehen wurde, obwohl das Strida ohnehin mit sehr auffälligen Reflektorflächen ausgestattet ist.