Datarecording am Fahrrad – Teil 2

[Hinweis: dieser Artikel wurde bereits mehrfach stark überarbeitet.]

Das Thema Datarecording am Fahrrad, insbes. am Sportrad bleibt spätestens nach der Anschaffung des neuen Rennrades heiß. Für mich umfasst dieses Thema sowohl die Tourplanung mit Navigation, als auch die Fahrtaufzeichnung und -auswertung. Neben den Möglichkeiten der schnellen und interessanten Streckenplanung und Vorab-Analyse (Steigungen, Fahrzeit), interessieren mich auch Biodaten, in erster Linie aus gesundheitlichen Gründen die Pulsfrequenz. Die vormals beschriebene erste Billiglösung eines Sigma BC14.16 Radltachos ist sehr praktisch für die Aufzeichnung der Strecken-Eckdaten in einem Trainingsportal, leistet aber ansonsten nichts.

Inzwischen wurden mehrere informative Artikel im Web zu Rate gezogen. Mir geht es um eine elegante kleine und technisch aktuelle Lösung fürs Rennrad, welche möglichst kabellos Strecke und Sensordaten aufzeichnen kann, aber eben auch Navigationsaufgaben erfüllen kann. Die ganz grobe Entscheidung zwischen herkömmlichem erweiterten Navi („Garmin“) und modernem Trainingscomputer („Wahoo“) beschäftigt mich. Solche Geräte sind zu teuer für einen Fehlkauf, und ich habe inzwischen keine große Lust mehr, mich mit typischen Eigenarten und Schwächen solcher Geräte herumzuplagen, geschweige denn irgendwelche proprietären Portale, Protokolle, Fileformate, Kabel nutzen zu müssen.

Mein Oregon 400t ist vorsintflutlich und nervt mit ebensolchen Eigenarten, aber zeichnet per Ant+ Pulsgurt immerhin die Herzfrequenz, sowie die Streckendaten in brauchbarer Genauigkeit auf. Das Autorouting auf OSM Velomap tut es für Notfälle, aber es ist nicht wirklich verlässlich oder gar brauchbar. Tour(um)planung unterwegs am Oregon 400t ohne PC und Kabel? Gnade!
Der ganz große Vorteil dieses sehr klobigen Altgerätes ist immer noch der geringe Stromverbrauch. Das Teil kann man bei Mehrtagestouren am Tourenrad allein über den Nabendynamo versorgen. Akkusorgen kann man vergessen.

Zum Wahoo Elemnt Bolt kann man viel lesen, und das klingt auch alles ganz cool. Indes, mich stört die vordefinierte Verkoppelung mit bestimmten Trainingsportalen, sowie die doch sehr eingeschränkte Navigationsfähigkeit, insbes. wenn man unterwegs ein Problem bekommt und „alles neu macht der Mai“ durchziehen muß, und zwar natürlich im nahezu mobilfunknetzfreien Niederbayern. Nix online gehen. Schnell ein GPX vom Smartphone draufkopieren? Eine Streckenaufzeichnung in ein Trainingsportal meiner eigenen Wahl zu senden, ohne einen PC zu benutzen? Da könnte es eventuell mühsam werden. Manche Berichte im Web deuten das jedenfalls an. Nun, wie es im Ernstfall wirklich wäre, erfährt man erst, wenn man das Gerät kauft und ausprobiert. Ich kann mich derzeit nicht dazu durchringen.

Der Garmin Edge 1030 wäre hingegen ein vollwertiges Navi. Hier schreckt mich der Preis und die Tatsache, daß es eben wiedermal ein „Garmin-Navi“ ist. Wie gut das Ding unterwegs Fahrradrouten in unserer Gegend berechnet, könnte ich nur durch einen Kauf des Gerätes herausfinden. Hemmschwelle viel zu hoch.

Zurück zum Wahoo Elemnt, der ja schon ein reizvolles Gerät zu sein scheint und auch sehr gut ans Rennrad passen würde. Ergänzend dazu bräuchte man stets das Smartphone, sobald man irgendwelche nennenswerten Routingaufgaben unterwegs vorhätte. Jetzt kam die Frage auf: tuts denn nicht einfach das Smartphone allein? Ab heute werde ich mich mit dieser ursprünglich längst verworfenen Idee wieder befassen. Früher war mir Android zu fummlig, instabil und unzuverlässig für sowas. Wie ist das heute? Am Rennrad sind meine Touren typischerweise kurz genug, daß der Smartphoneakku das durchhält. Hier steht und fällt die Entscheidung im Moment mit der Frage, ob das Smartphone mit entsprechender App alles Gewünschte leistet, ohne am Lenker verbaut sein zu müssen. Sprich: gehts allein über Voice-Navi und Voice-Coach? Mir ist ein aktuelles Smartphone am Lenker viel zu klobig, zudem zu (schweiß-)empfindlich, und die Ablesbarkeit des Displays dürfte nicht mit einem guten Trainingscomputer vergleichbar sein. Es gibt zwar monströse Schutzboxen, Halter und -hüllen, aber das hat für meinen Geschmack am Lenker nichts verloren. Ich habe sowas ausprobiert und es als unbrauchbar empfunden. Allein schon der Smartphone Patsch-Screen ist für mein Empfinden nicht wirklich dazu geeignet, unterwegs durch hilfloses Herumtapschen sinnvoll bedienbar zu sein, frisst außerdem maßlos Akku.

Smartphone und App?

2018 habe ich nach langen Jahren von Oruxmaps umgesattelt auf Locus Map Pro. Oruxmaps hat damals am Sony Xperia Active Smartphone mit meinem Ant+ Pulsgurt gut funktioniert und brauchbare Streckenaufzeichnungen geliefert. Das Xperia Active eignete sich ursprünglich super dafür, weil es neben Ant+ auch ein Barometer enthielt, schön klein war, sowie wasserdicht und unempfindlich war. Allerdings scheiterte es nach wenigen Einsatzjahren an der hoffnungslos veralteten Android Version und war beim besten Willen nicht mehr zu gebrauchen. Mein aktuelles Smartphone hat leider weder ANT+, noch ein Barometer, und es ist auch nicht wasserdicht. Dafür ist es in Bezug auf Software, Display und Leistung aktuell und brauchbar für Routingaufgaben, Kartendarstellung, Orientierung. Seit heute teste ich nun, ob Locus Map Pro erstens brauchbare Fahrradrouten erstellen kann, ob zweitens die Voice-Navigation auf dem Rad ausreicht für sicheres Abfahren der Route (Turn-by-turn Ansagen aus dem errechneten Track), und drittens welche weiteren Features gegeben sind, also Auslesen und Einarbeiten von Sensordaten in den Track, sowie ein Voice-Coach, der einem Daten akustisch mitteilen kann. Das sollte über ein Bluetooth Sport-Headset passieren (soweit erfolgreich getestet). Da ich aber noch nicht über die nötigen Bluetooth Sensoren verfüge, also Brustgurt, Kadenzsensor, evtl. Speedsensor, ist im Moment nicht klar, inwieweit sich mehrere solche BT-Erweiterungen gleichzeitig am Smartphone ankoppeln lassen.

Locus Map Pro

Locus Map gehört zu den bekannteren GPS Apps am Smartphone. Es gibt indes auch viele andere, und ich kann wirklich keine genaue Begründung für meine Wahl angeben. Ich denke, man muß ggfs. viel herumprobieren und sich nach Gutdünken, nach Tests, anhand der Features und der Besonderheiten jeder App ein Bild machen. Locus Map Pro machte auf mich von Anfang an den Eindruck einer sehr professionell gemachten App.

Die folgenden Screenshots von Locus Map Pro zeigen einige Routenplanerfunktionen, einige Trackfunktionen, sowie ein paar weitere Features. Keineswegs wird diese App hier auch nur annähernd vollständig vorgestellt. Computernavigation ist ein nichttriviales Kapitel, und so empfindet man eigentlich jede neue Applikation als ein immerwährendes Puzzle aus Kaskaden von App-Einstellungen, unerwarteterweise nötigen Co-Apps, Datenredundanz, Bedientricks, unerwartetem oder seltsamem Verhalten, oft dank Bedienfehlern oder mangelndem Verständnis. Also sowas ist zeitaufwendig, und das war auch klar.
Inzwischen beginne ich Locus Map besser zu verstehen, und es gefällt mir grundsätzlich gut. Es wird ein Bluetooth-Herzsensorgurt angeschafft, nämlich der Wahoo Kickr Gurt (unterstützt BT und ANT+). Mein alter Blue Eye ANT+ Gurt ist mit dem verwendeten Smartphone leider nicht verwendbar.

Später kommen vielleicht noch weitere BT Sensoren dazu, und auch hier werde ich die praktischen Wahoo Teile nehmen. Ob man sich dann den Elemnt Trainingscomputer schenken kann und beim Smartphone allein bleibt, soll die Erkenntnis aus dem Experiment sein. Dagegen spricht die möglicherweise schlechte Genauigkeit der Höhenaufzeichnung im Smartphone. Dafür sprechen Kosten und das integrierte 100% kabellose Bedienkonzept des Smartphones ohne proprietäre Beschränkungen. Und ich denke, unterwegs bei unerwarteten Routenproblemen kann man am Smartphone direkt mehr machen als wenn dann noch ein über irgendwelche willkürlichen Drittportale mit entsprechend fragwürdiger Konnektivität gekoppeltes Zielgerät zu bedienen ist. Wohin man die entstandenen Trainingsaufzeichnungen letztendlich dann lädt, bleibt einem beim Smartphone auch selbst überlassen.

Funktionen mit Screenshots

Wenngleich die Routenerstellung und -bearbeitung bei Locus Map nicht sofort intuitiv und simpel funktioniert, sondern ich erstmal einige Fehlversuche und Fragezeichen erlebte, kann ich inzwischen sagen, daß das ganze angemessen elegant und einfach machbar ist. Die App ist trickreich und hat viele Funktionen. Es gibt sowohl Online-Routenquellen, als auch Offline-Routingtools, die man allerdings extra installieren muß, und die eigenes Kartenmaterial erfordern. Das Erstellen und Bearbeiten einer Route geht mit Übung gut. Die Verwaltung von Routen und Tracks erlernt man. Super finde ich beispielsweise das Feature der steigungsabhängigen Einfärbung von Routen oder Tracks. Die Turn-by-Turn Navigationsanweisungen werden bei Routenerstellung bereits eingebaut, und werden dann beim Abfahren der Route abgespielt. Das hat bei frisch erstellten oder gespeicherten Routen super funktioniert, denn dort sind die Hinweise genau an den Stellen, wo man sie braucht. Auch die grafische Darstellung zu den Abbiegehinweisen macht Locus Map exzellent. Bei aufgezeichneten Tracks hingegen sind die generierten Sprachhinweise weitgehend sinnlos, was technisch auch verständlich ist. Man braucht bei einer Linkskurve keinen Hinweis „links fahren“. Zu diesen Themen gibt es Kaskaden von Einstellungen, die auch teilweise eminent wichtig sind, damit es nicht zu Unterbrechungen oder Abbrüchen kommt. Ganz wichtige Hinweise gibt Locas Map in diesem Artikel.

Ich hatte zunächst unterwegs mehrmals Abbrüche der Voice-Navigation (immerhin niemals Programm- oder Systemabstürze!), welche nur teils durch anfängliche Fehlbedienung erklärbar waren. Hat man das Handy nicht am Lenker zur visuellen Kontrolle der Route parat, dann muss man sich auf die Voice-Navigation aus der Tasche sicher verlassen können, und das hat am Anfang verschiedene Probleme bereitet.

Locus Map Pro - Routenerstellung
Locus Map Pro – Routenerstellung

Auch bei den Tracks, anhand derer man sich am besten per Tracknavigation navigieren lassen kann gibt es viele interessante Darstellungsoptionen, Features und Statistiken. Die Trackverwaltung und Darstellung gefällt mir sehr gut. Man beachte, dass eine gesprochene Turn-by-turn Navigation wirklich nur bei erstellten oder gespeicherten Routen sinnvoll ist, nicht aber bei aufgezeichneten Tracks. Immer gut ist der einstellbare Piepton bei einer gewissen Distanz abseits des geplanten Tracks, so daß man noch rechtzeitig korrigieren kann.

Locus Map Pro - Track-Funktionen
Locus Map Pro – Track-Funktionen

Unten sieht man einige der weiteren Möglichkeiten dieser App, insbesondere die Sensorverwaltung, sowie den Track-Export. Die exportierten Fahrtaufzeichnungen im Trainingsportal meiner Wahl sind von guter Qualität. Die Höhendaten kann man bereits in Locus Map Pro glätten. Dazu gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, mit denen ich noch experimentiere. Soweit passt das für die Trainingsaufzeichnung gut.

Locus Map Pro - Sensoren und GPX-Export
Locus Map Pro – Sensoren und GPX-Export

Locus Map Pro bietet praktische Optionen für die Steuerung des Displays an. Damit müsste sich das ganze theoretisch auch in einer Schutzbox am Lenker betreiben lassen, wenn man das will. Für mich ist die Frage allerdings wie schon gesagt eher die, ob das Smartphone in der Tasche es tut. Bisher suboptimal ist die Entsperrung per Fingerabdruck während des Locus Map Betriebs. Ich muß erstaunlicherweise dann immer noch das Muster eingeben, sofern Locus Map im Vordergrund läuft, andernfalls reicht der Finger. Irgendeine Einstellung passt hier noch nicht.

Einstellungen und erste Erfahrungen mit Locus Map Pro

Online-Routenquelle

Bei den ersten beiden Testrunden mit Locus Map Pro war Turn-by-turn Navigation anhand einer am Smartphone geplanten Rundroute und einer Online-Routenquelle über ein gekoppeltes Bluetooth Headset aktiv. Bei der ersten Runde lief ein Musicplayer, bei der zweiten Runde wurde die Strecke in Locus Map aufgezeichnet, wobei ein Voice-Coach aktiv war. In beiden Fällen war das Smartphone, ein Huawei P20Lite in einer Tasche, also nicht im Blick. Es waren keine zusätzlichen Sensoren gekoppelt. In beiden Fällen versagte die Navigationsansage und das Routing anhand des Tracks mehrmals und musste neu aufgesetzt werden. Was es mit dem Totalverlust der Tracknavigation auf sich hat, verstehe ich noch nicht. Er faselte von Routenneuberechnung, die dann aber trotz „Streckenpriorität“ in eine völlig andere Richtung erfolgte, evtl. zum Trackbeginn meiner Rundstrecke, was auch immer. Es sah aus als würde er den eingestellten Track plötzlich vergessen. Genauso fragwürdig war das völlige Beenden der Navigation, was mindestens nach dem Verlassen der Route trotz eingestellter automatischer Neuberechnung mit Streckenpriorität geschah. Wahrscheinlich spielt das niederbayerische Datennetz hier eine Rolle, das gibt es nämlich nicht bei uns. Aber auch bei der ersten Runde, wo ich die automatische Routenneuberechnung im Routingmenü ausgeschlossen hatte, kam es zu derartigen Ungereimtheiten. Fest steht, bei keiner der beiden Runden war die Navigation verwendbar.

Beim Planen einer Route und dem Versuch, diese dann abzuspeichern war einmal das Routenplanungsmenü weiß, also leer. Man konnte mit der erstellten Route nichts machen. Erst nach Neustart der App funktionierte es wieder, aber die Route war halt leider weg.
Startet man eine Tracknavigation, ohne sich auf dem Track zu befinden, so routet er einen zum Anfang des Tracks, und das wars dann. Handy nochmal rauskramen, neue Navigation anhand des Tracks starten. Das geht offenbar nicht in einem.

Sprachausgabe

Bei der zweiten Runde würde ich grobe Bedienfehler eher ausschließen, beim Ersttest habe ich definitiv Fehler gemacht, die einiges an Fehlverhalten erklärten.
In beiden Fällen versagte generell die Sprachausgabe über das Headset, was – wie ich inzwischen ziemlich sicher sagen kann – ein Bluetooth-Problem ist, kein Problem von Locus Map Pro.
Für den geplanten Einsatz in der Tasche ist es dennoch ein Killerkriterium, welches irgendwie gelöst werden muß. Bei beiden Runden kam es auch zu wiederholtem unsinnigem Leiseregeln mitten in Ansagen, so daß diese unverständlich waren.
Des weiteren hat man unterschiedliche Lautstärkepegel bei den Ansagetypen Navigation und Voicecoach. Letzteres ist ok, ersteres ist viel zu leise. Zu Beginn von Ansagen schwillt die Lautstärke progressiv an. Gute Idee, aber viel zu langsam. Man hört den ersten Datensatz nicht. Dies ist evtl. ein Feature des Headsets oder eine Bluetooth Eigenheit.
Die Ansagepriorität sollte m.E. auf der Navigation liegen, weniger auf dem Voicecoach. Dies wechselte oder war unklar, zuweilen schien beides stark verhackstückt.

Bei späteren Fahrten habe ich den Audio-Channel von „Musik“ auf „Benachrichtigung“ umgestellt, sowie die Sprachausgabe nicht über das BT Headset, sondern über den Smartphone Speaker geführt (hat nur Sinn, wenn das Handy am Lenker ist und man nicht nebenbei Musik hören will). Damit waren sämtliche beschriebenen Audio-Probleme weg! Weitere Versuche mit Headset werden folgen.

Hier meine vorläufigen Settings:

Locus Map Pro Einstellungen Routing und Voicecoach
Locus Map Pro Einstellungen Routing und Voicecoach

Alles ich allem war ich am Anfang erstmal enttäuscht aufgrund dieser für Android relativ typischen Einstellungs-Schlachten und dennoch auftretender Probleme. Die App wirkt grundsätzlich nämlich sehr durchdacht und gut gemacht. Aber im Echteinsatz erlebt man offenbar auch hier wieder Android wie es nicht sein sollte, einer der Gründe warum ich mich gegen Android als Navi bisher verweigerte. Das war früher mit Oruxmaps am überforderten Xperia Active nicht anders, nur dass es da meistens direkt abstürzte und in Fehlersituationen insofern klarer war. Inzwischen sind die Probleme subtiler, was nicht weniger stört.
Das positive Ergebnis hier war andererseits, daß der Track der zweiten Runde vollständig aufgezeichnet worden war, und die Daten auch ganz gut stimmen. Soweit bin ich zufrieden. Also ungeachtet der diversen Aussetzer scheint immerhin das eigentliche „Datarecording“ zu klappen.

Offline-Routenquelle

Locus Map Pro Einstellung Brouter als Offline-Routenquelle
Locus Map Pro Einstellung Brouter als Offline-Routenquelle

Nach den beschriebenen etwas ernüchternden Ersterfahrungen habe ich auf die Offline-Routenquelle „BRouter“ gewechselt, welche die Installation einer weiteren App mit deren eigenem Kartenmaterial erfordert. Das hatte mich zunächst abgehalten. Theoretisch sollten sich damit eventuelle Probleme bei Funknetzverlust bzw. Rerouting erledigen. Und bereits bei der ersten Routenberechnung anhand der vorigen gespeicherten Trackaufzeichnung löst sich einer der oben beschriebenen lästigen Punkte: Stelle ich Turn-by-Turn Navigation für einen Track ein, befinde mich aber gerade nicht auf dem Track, so routet er mich zum Trackbeginn, dann entlang dem gewünschten Track und schließlich wieder an den aktuellen Ausgangspunkt. Bingo. Kein Gefuddel mit erneuter Einstellung bei Erreichen des Tracks. Das lässt hoffen.

Erstes Fazit

Es ist klar, daß die Einarbeitung in die Eigenarten einer komplexen GPS App ihre Zeit braucht. Ich werde mit Locus Map vorerst fortfahren. Neben einem BT-Pulsgurt wurde ein eleganter minimalistischer „Out Front“ Lenkerhalter fürs Smartphone bestellt, um zumindest vorübergehend eventuelle unerwartete Ereignisse am Display überwachen und verstehen zu können. Zudem möchte ich so auch akustische Probleme mit dem BT Headset ausschliessen, in dem die Ansagen direkt aus dem Handy-Lautsprecher kommen.

Bei den allerersten Fahrten war das Nervpotential der App für meinen Geschmack noch zu groß. Andererseits bietet Locus Map Pro offensichtlich viele geschickte und brauchbare Einstellungsmöglichkeiten für meinen Zweck, und die Routenplanung am Smartphone gefällt mir auch sehr gut. Hoffentlich kann ich das beschriebene Smartphone-Händchen-Halten während einer Runde noch abstellen.

Erfolgreicher Versuch am Lenker

Mit dem Smartphone am Lenker gelangen inzwischen mehrere perfekte störungsfreie Fahrtaufzeichnungen samt Audio-Coach und Routingansagen. Aber wehe, man steckt das Handy in die Tasche, dann ist permanente Interaktion erforderlich… Nein Quatsch, ich habe inzwischen diverse Einstellungen modifiziert, sowohl was den Hintergrundbetrieb als auch die Displaysteuerung angeht, und werde natürlich weitere Versuche mit alleiniger Audio-Führung aus der Tasche raus per Headset unternehmen.

Hier erstmal die heutige Runde, welche mit dem Wahoo Tickr Bluetooth (LE) Pulsgurt gefahren wurde. Alles hat perfekt funktioniert.
Die oben im Artikel beschriebenen lästigen Audiophänomene traten bei Audio-Wiedergabe direkt am Smartphone nicht auf. Ich hatte wie gesagt vorher den Audio-Channel von „Musik“ auf „Benachrichtigung“ umgestellt. Also entweder war das die Lösung, oder man muß die Probleme auf das Bluetooth-Headset oder Bluetooth selbst schieben.

Testrunde auf Velohero.com

bzw. ein Screenshot aus velohero.com:

Rennrad-Rundenaufzeichnung mit Locus Map Pro
Rennrad-Rundenaufzeichnung mit Locus Map Pro

Bis hierher war es ein nennenswert langer Weg durch unzählige Menüs und Kombinationen von Einstellungen während mehrerer Testrunden. Also das ist jetzt sicher alles andere als Plug and Play. Nichtsdestotrotz, wenn es nun zuverlässig funktioniert, dann ist es viel wert und erspart womöglich wirklich den Trainingscomputer incl. Navi am Rad. Suboptimal ist die Sache mit dem Lenkerhalter fürs Smartphone. Ich habe das SP Connect System mit dem Out Front Halter gewählt. Das ist von der Verriegelung per Bajonettverschluss ganz praktisch und ist auch visuell halbwegs elegant und erträglich, aber in Fahrt am Rennrad kann ich mich dennoch nicht wirklich damit anfreunden. Man will eigentlich keine solchen Klötze am Rennradlenker haben. Längerfristig wird das Phone also in der Tasche bleiben müssen. Bei tourigen Fahrten hingegen würde das Smartphone am Lenker nicht wirklich stören. Man müsste nur für Wetter- und Schweiß-Schutz sorgen.

Alles in allem Daumen hoch for Locus Map Pro. Ich freunde mich langsam damit an, lerne damit umzugehen und erhalte zunehmend bessere Ergebnisse.

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